E-Mail-Programm

Screenshot eines E-Mail-Programms

Ein E-Mail-Programm, Mail-Client oder Mail User Agent (MUA) ist ein Programm, mit dem E-Mails empfangen, gelesen, geschrieben und versendet werden. Im Gegensatz zu Webmail wird die Software üblicherweise nicht im Browser, sondern lokal auf dem Endgerät wie z. B. PC oder Handy verwendet. Dies ermöglicht das Lesen und Bearbeiten von E-Mails auch ohne Internetverbindung und unter bestimmten Voraussetzungen auch sichere Kommunikation (z. B. über Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mittels Autocrypt).

Produkte

E-Mail-Programme werden meist kostenlos angeboten, dabei oft als freie Software. Dazu zählen die in der Kategorie Freie E-Mail-Software aufgeführten Programme sowie weitere wie z. B. FairEmail oder der Thunderbird-Fork Betterbird. Allerdings werden die weltweiten Marktanteile von wenigen Unternehmen bzw. wenigen Produkten dominiert.

Übersicht über E-Mail-Clients und Marktanteile weltweit, Stand Juni 2024:

Programm Markt­anteil Betriebs­system
Apple Mail 49 % macOS, iOS
Gmail App 38 % Android, iOS
Outlook App 5 % Windows, Android, macOS, iOS
Yahoo Mail App Android, iOS
Thunderbird 0,24 % Windows, Linux, macOS, Android
eM Client Windows, macOS, Android, iOS
Mailbird Windows, macOS
Betterbird Windows, Linux, macOS
Spark Windows, macOS, iOS
Samsung Email 0,12 % Android
FairEmail Android

Technik

Zustellprozess einer E-Mail: Der Versender erstellt eine Nachricht mit seinem E-Mail-Programm (MUA, Mail User Agent). Die Nachricht wird mit einem oder mehreren MTA (Mail Transfer Agents) übertragen, bis sie den MDA (Mail Delivery Agent) am Ziel-Server erreicht. Der Empfänger ruft die Nachricht mit seinem MUA ab.

Um eine E-Mail anzuzeigen, kann ein E-Mail-Programm sich entweder mit dem Mailserver synchronisieren (meist über IMAP oder IMAPS) oder die E-Mail von einem Mailserver in einen gewünschten Ordner herunterladen (meist über POP3 oder POP3S) und dann lokal öffnen.

Zum Versand einer E-Mail schickt das E-Mail-Programm des Benutzers diese üblicherweise per Simple Mail Transfer Protocol (SMTP) an einen SMTP-Relay-Server (auch Smarthost), der sie dann weiter zum Mail-Server des Empfängers schickt. Der Nachteil dieses Verfahrens ist, dass bei fehlender Erreichbarkeit des Relay-Servers kein Versand von E-Mails möglich ist.

Alternativ erfolgt der Versand über einen lokal zur Verfügung stehenden Mail-Transfer-Agenten (MTA), wobei sich bei Linux oder Unix die sendmail-Schnittstelle dafür durchgesetzt hat, selbst dann, wenn andere Mail-Transfer-Agenten wie etwa qmail, Postfix oder Exim zum Einsatz kommen. Diese Lösung hat den Vorteil einer lokalen Warteschlange für ausgehende E-Mails und den Nachteil einer aufwendigeren Installation.

Konfiguration

Ein E-Mail-Programm benötigt zur Konfiguration üblicherweise folgende Angaben, die beim Internetdienstanbieter in Erfahrung gebracht werden können:

Häufig sind POP3-, IMAP- und SMTP-Server-Adressen und deren Zugangsdaten identisch.

Wie beim Zugriff auf andere Benutzerkonten im Internet wird empfohlen, die Datenübertragung zu verschlüsseln, siehe Transport Layer Security. Andernfalls können Benutzername und Passwort abgehört werden; ein Angreifer könnte die E-Mails lesen oder E-Mails über das Benutzerkonto versenden. Seit Anfang 2014 verpflichten Freenet, T-Online.de, GMX und Web.de ihre Nutzer, verschlüsselte Verbindungen zu den Mailservern zu nutzen (ähnlich HTTPS im Webbrowser). Unabhängig vom Transport wird der Nachrichtentext mit Metadaten an den beteiligten Servern im Klartext zwischengespeichert.

Organisation

Der Benutzer des Programms hat üblicherweise mehrere Ordner zur Verfügung, in denen einzelne Mails gespeichert werden können. Je nach System und Programm sind diese Ordner tatsächliche Unterverzeichnisse im Dateisystem des Computers mit einzelnen Dateien für jede Mail (siehe Maildir) oder Archive, in denen mehrere Mails speichersparend zusammengepackt werden. Die Archive können wiederum in „Klartext“ als Textdateien (siehe mbox) oder als komprimierte Archive ausgeführt sein, ggf. nach freier Wahl des Benutzers.

Den Inhalt aller dieser Ordner kann der Benutzer in Listenform anzeigen lassen und Mails nach Wahl lesen, beantworten, als Ausgangsgerüst für eine neu zu erstellende Mail verwenden, löschen oder in einen anderen Ordner verschieben oder kopieren.

Wenn der Benutzer mehrere Benutzerkonten besitzt, wird diese Ordnerstruktur ggf. für jeden Account einzeln erstellt.

Der Benutzer kann das Programm anweisen, beim Mail-Server ggf. neu eingetroffene Mails regelmäßig abzurufen.

Commons: E-Mail-Programme – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: E-Mail-Programm – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. ↑ FairEmail. heise.de/download, 23. September 2024, abgerufen am 25. September 2024.
  2. ↑ FairEmail: Datenschutzfreundlicher E-Mail-Client mit tollem Interface. kuketz-blog.de, 4. Oktober 2019, abgerufen am 25. September 2024.
  3. ↑ Marktanteile der Top 10 E-Mail-Clients weltweit im Juni 2024. statista.com, abgerufen am 7. September 2024.
  4. ↑ Download Yahoo Mail App. In: Yahoo Mobile DE. Abgerufen am 15. September 2026.
  5. ↑ Herunterladen. In: Thunderbird. Abgerufen am 15. September 2026.
  6. ↑ Email Client and Calendar Software for Windows and Mac. In: eM Client. Abgerufen am 15. September 2026.
  7. ↑ Der beste E-Mail-Client für mehrere Konten in 2026. In: Mailbird. 20. Januar 2026, abgerufen am 15. September 2026.
  8. ↑ System Requirements. In: Betterbird. Abgerufen am 15. September 2026 (englisch).
  9. ↑ Die beste Mail-App für iPhone, iPad, Windows und Mac. In: Spark. Abgerufen am 15. September 2026.
  10. ↑ Galaxy Smartphone: E-Mail App verwenden. In: Samsung. Archiviert vom Original am 5. September 2026; abgerufen am 15. September 2026.
  11. ↑ M66B: FairEmail. Abgerufen am 15. September 2026 (englisch).
  12. ↑ E-Mail, die elektronische Post (Memento vom 30. Dezember 2011 im Internet Archive). Projekt „Verbraucher sicher online“, Technische Universität Berlin
  13. ↑ https://www.e-mail-made-in-germany.de/Verschluesselung.html