Koordinaten: 47° 51′ 2″ N, 16° 8′ 46″ O

Die Malleiten (auch Maleiten, Marleiten, Malleitenberg oder Mahlleiten) ist ein Höhenzug mit mehreren Kuppen und Hochflächen am nordöstlichen Ende der Fischauer Vorberge in Niederösterreich, nordwestlich von Bad Fischau. Die höchste Erhebung ist der Pfaffenkogel mit 553 m ü. A. Seehöhe. Auf der Hochfläche bestand in der älteren Eisenzeit eine der bedeutendsten Höhensiedlungen der ostalpinen Hallstattkultur, zu der mehrere Gräberfelder gehören. Aufgrund der archäologischen Funde steht das gesamte Gebiet unter Denkmalschutz. Die „Denkmalschutzfläche Malleiten“ umfasst rund 212 ha Fläche mit rund 300 Grundstücken in 5 Katastralgemeinden in den vier Gemeinden Piesting (Listeneintrag), Wöllersdorf-Steinabrückl (Listeneintrag), Bad Fischau-Brunn (Listeneintrag) und Winzendorf-Muthmannsdorf (Listeneintrag).

Die Malleiten erhebt sich nördlich der Straße von Bad Fischau nach Dreistetten und wird nach Norden und Nordosten über den Marchgraben gegen Wöllersdorf entwässert. Kyrle und Hofmann beschreiben den Bergstock als im Südosten vom Steinfeld, im Nordosten vom Piestingtal, im Norden und Nordwesten vom Marchgraben und im Südwesten von der Talung gegen den Burgstallberg (bei Muthmannsdorf) begrenzt; er ist die südöstlichste Erhebung des Hügelzugs, der die Neue Welt vom Steinfeld trennt. Die Malleiten erstreckt sich (gegen den Uhrzeigersinn) über die Gemeinden Markt Piesting, Winzendorf-Muthmannsdorf, Bad Fischau-Brunn und Wöllersdorf-Steinabrückl. Die Höhe gliedert sich in mehrere fast ebene Hochflächen mit nur geringen Höhenunterschieden. Josef Zahn beschrieb 1888 das Plateau mit etwa 20 Joch (rund 11,5 ha) Grundfläche, nach Nordosten leicht abschüssig und an den übrigen drei Seiten steil abfallend. Kyrle und Hofmann geben für die zentrale Hochfläche etwa 1000 Schritt in Ost-West- und 500 Schritt in Nord-Süd-Richtung an.
Neben der heute üblichen Bezeichnung Malleiten gibt es die älteren Flurbezeichnungen Maleiten, Malleitenberg oder Mahlleithen. Die älteste Namensform ist Mardleyten (1428). Spätere sind Marchleuthen und Marleiten (1690) oder Mattleutten (1655) oder Martleitehn (1701). Der begrenzende Marchgraben taucht als Mortgraben (1335), Martgraben (1416) und Morgraben (1530) auf. Zahn hielt die verbreitete Deutung als „Gränzgraben“ für kaum gerechtfertigt. Die Grabhügel im Feichtenboden werden nach Mühlhofer bereits 1557 als Beckenbühel erwähnt. Die Grabhügel im Feichtenboden werden nach Mühlhofer bereits 1557 als Beckenbühel erwähnt.

Der mit 553 m ü. A. Seehöhe höchste Gipfel der Malleiten bietet einen schönen Blick über das Steinfeld. An der höchsten Stelle steht das Finkenhaus, ein ehemaliges Gasthaus, auf das die Wanderwege ausgerichtet waren. Einst befand sich hier auch die Schubert-Aussichtswarte. Heute ist das Haus in Privatbesitz und es wird kein Gastbetrieb mehr geführt (wie auch im 2. ehemaligen Gasthaus der Fischauer Berge, dem Gasthaus zum Kürassier). Das Betreten des Finkenhauses und des dazugehörigen Grundstückes ist heute nicht mehr gestattet, auf dem Zufahrtsweg herrscht Fahrverbot. Die Wegweisertafeln sind großteils entfernt worden und die Markierungen abgekratzt.
Ein Vorgipfel des Pfaffenkogels mit 536 m Höhe liegt innerhalb der Kehre des oben genannten Fahrwegs und ist nur weglos zu erreichen.

Zwischen Marchgraben und Pfaffenkogel befindet sich der recht ebene Töpferboden, mit der Töpferwiese. Benannt ist die Wiese nach den häufigen Keramikfunden. Die bedeutendste Höhle hier ist die von Ignaz Hofmann entdeckte und nach ihm benannte Hofmannshöhle (1864/8). Ein Geheimtipp am westlichen Rand des Töpferbodens sind der Linsbauerfelsen und der Hanslstein, zwei Punkte mit schöner Aussicht. Im Marchgraben befindet sich die Zigeunerhöhle (1864/21).

Weitgestreckte Hochfläche östlich der Fiedlerwiese. Hier befinden sich der Teufelsmühlstein und die Durchgangshöhle Steinerner Stadl (1864/18). Am Rande der Hochfläche befindet sich eine große Anzahl von Höhlen, wie z. B. die Muidwurmhöhle.
Die Malleiten wird großteils von Kalksteinen und Dolomitsteinen aus der Trias gebildet.
Im Bereich der Malleiten befand sich eine der größten ur- und frühgeschichtlichen Höhensiedlungen Österreichs, die unter anderem mit der Produktion von Bronze und Keramik in Zusammenhang stand. Die Lage auf einer Hochfläche bot natürlichen Schutz und Überblick über die Umgebung. Die Siedlung bestand in der Zeit zwischen etwa 1000 und 500 v. Chr. und wird der Urnenfelderkultur und der älteren Hallstattzeit zugerechnet. Für dieses Zentrum handwerklicher Fertigkeit ist zum Beispiel aufgrund von Kupferresten intensive Bronzegießerei und Metallverarbeitung nachgewiesen. Zahlreiche Funde (z. B. Tonscherben und -gefäße), die zum Teil im Wiener Neustädter Stadtmuseum aufbewahrt werden, zeugen davon. 14 Hügelgräber sind bereits erforscht. Derzeit finden keine neuen Grabungen statt; der Forschungsschwerpunkt liegt auf der wissenschaftlichen Auswertung des historischen Fundbestandes. Die außergewöhnlichsten Keramikfunde sind „Mondidole“, Mondhörner, die als Feuerböcke zur Ablage von Grillspießen gedient haben könnten. Daneben gibt es reiche Grabbeigaben. Einige Stücke sind im Urgeschichtemuseum MAMUZ auf Schloss Asparn ausgestellt. Die Siedlung gehört kulturell zur Kalenderberggruppe, einer regionalen Ausprägung der Hallstattkultur im östlichen Österreich. Diese Gruppe zeichnet sich durch charakteristische Keramikformen, Bilddarstellungen (etwa Jagdszenen) und metallurgisches Handwerk aus.
Römische Steindenkmäler von der Malleiten befinden sich in den Schlössern Ebreichsdorf und Hernstein.
Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts wurden archäologische Bodenfunde meist nur nach materiellem Wert beurteilt. Grabungen nach Relikten der „barbarischen“ Vergangenheit waren ein Nebenerwerb der Bauern. Aus der Zeit um 1860 wird berichtet, dass „ganze Traglasten“ von Funden aus dem Bereich der Neuen Welt und Umgebung „in einer nahen Metallwarenfabrik als Altmetall verkauft und eingeschmolzen wurden.“ Durch den Goldfund von Stollhof (ca. 7 km entfernt) im Jahre 1864 haben sich die Raubgrabungen intensiviert. Man sprach von einer „beinahe krankhaften Neigung, Alterthümer zu entdecken und zu verwerten“.
Erst nach und nach wurden die Funde als wichtige wissenschaftliche Quelle erkannt. Der Lehrer Ignaz Hofmann (1857–1934), der ab 1880 am Militärwaisenhaus in Fischau unterrichtete und ein begeisterter Sammler war, erforschte ab 1884 die Malleiten und gilt als Wiederentdecker der urgeschichtlichen Höhensiedlung. Seine Sammlung prähistorischer Funde von der Malleiten stand mehrmals im Mittelpunkt von Ausstellungen z. B. in Baden im August 1892 oder 1893. Seine thematisch breite Sammlung ist nicht vollständig erhalten. Er verkaufte sie an Richard Böhmker (Museum Stillfried), der sie 1920 an das Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien weitergab. Ein kleiner Teil gelangte vor dem Ersten Weltkrieg an das Stadtmuseum Wiener Neustadt. Seine frühe Erschließung im 19. Jh. erfolgte noch nicht nach modernen archäologischen Standards.
In den 1950er Jahren waren „Schatzgräber“ unterwegs. Heute wird von illegalen Sondengehern mit Nachtsichtgeräten berichtet. Der wissenschaftliche Wert dieses bedeutenden Bodendenkmals wird stetig kleiner. „Heute ist der stark gefährdete Fundplatz in weiten Teilen zerstört.“