
Die Mondhörner sind eine Fundgattung der spätbronzezeitlichen Urnenfelderzeit (1300 bis 800 v. Chr.), deren Bedeutung ungeklärt ist. Sie kommen vor zwischen Ostfrankreich bis Westungarn, von Süddeutschland bis zum nördlichen Alpenbogen. Form und Verteilung innerhalb der Siedlung und gelegentliche Brandspuren auf der Oberfläche weisen auf den Gebrauch am Herd hin, ggf. in der Funktion als Feueraltar. Ursprünglich wurde das Mondhorn daher als Gestell zum Auflegen von Holzscheiten interpretiert (Feuerbock).
Dies gilt heute als widerlegt und man geht von einer rituellen Verwendung aus.
Die meist als Einzelexemplare gefundenen Mondhörner sind in der Regel aus Ton hergestellt; es soll auch hölzerne Exemplare gegeben haben. Während die meisten durch ihre Formgebung mehrdeutig sind, zeigt das Mondidol vom Ebersberg (Kanton Zürich) eine Form, die dem Stiergehörn sehr nahekommt.

Ein seltenerer Mondhornfund wurde in dem gestörten Grab des 11. Jahrhunderts v. Chr. in Reinach im Kanton BL gemacht. Auf dem Kestenberg bei Möriken im Kanton Aargau fanden sich die Fragmente von mehr als sechs Mondhörnern. Bei Buxheim, Landkreis Eichstätt wurde ein Feuerbock in einer Siedlungsgrube gefunden.
Der Schweizer Martin Kerner hält das Mondhorn für ein astro-geodätisches Instrument. Ein mit neun Zacken und 5 horizontalen Löchern versehenes Exemplar aus Mainz-Hechtsheim stützt scheinbar derartige Vermutungen. Auch eines der auf dem Kestenberg gefundenen Exemplare weist fünf solcher Löcher auf.