Mammutmuseum Jakutsk

Mammutmuseum

Skelett eines Steppenbisons und eines Wollhaarmammuts
Daten
Ort Jakutsk Welt-IconKoordinaten: 62° 1′ 1,6″ N, 129° 42′ 16,7″ O
Art
Naturkundemuseum
Eröffnung 1991
Betreiber
Nordöstliche Föderale Universität

Das Mammutmuseum (russisch Музей мамонта им. П. А. Лазарева) ist ein Naturkundemuseum in Jakutsk, der Hauptstadt der Republik Sacha (Jakutien). Es gehört zum Instituts für Angewandte Ökologie des Nordens der Nordöstlichen Föderalen Universität M. K. Ammossow. Das Museum widmet sich der Erforschung und musealen Präsentation der pleistozänen Säugetierfauna Jakutiens. Seit 2012 trägt es den Namen des Zoologen Pjotr Alexejewitsch Lasarew (1936–2011).

Geschichte

Im Dauerfrostboden Jakutiens werden immer wieder bedeutende Funde von Großsäugern aus dem Pleistozän gemacht. Diese sind heute in zahlreichen Museen der Welt zu sehen, bis zum Ende der Sowjetunion aber nicht dauerhaft in Jakutien selbst. Fast alle wertvollen Funde wurden zur wissenschaftlichen Untersuchung an die zentralen Institute in Moskau oder St. Petersburg geschickt. Das änderte sich erst 1991, als auf Initiative Lasarows in Jakutsk das „Weltmammutmuseum“ (Всемирный Музей мамонта) gegründet wurde. 1995 wurde es mit dem Ziel, seine wissenschaftliche Tätigkeit zu intensivieren, in die Akademie der Wissenschaften der Republik Sacha eingegliedert und fortan unter der Bezeichnung „Mammutmuseum“ geführt. 1998 wurde es dem Institut für Angewandte Ökologie des Nordens angegliedert. Seit 2011 gehört es gemeinsam mit dem Institut zur Nordöstlichen Föderalen Universität in Jakutsk.

Das Museum

Das modern gestaltete Museum befindet sich auf dem Campus der Universität in der Uliza Kulakowskowo 48. Es gehört zu den beliebtesten Museen Jakutiens und hat jedes Jahr Tausende Besucher. Besondere Anziehungspunkte der Dauerausstellung sind die aufgestellten Skelette eines Wollhaarmammuts, eines Wollhaarnashorns und eines Steppenbisons. Eine Besonderheit sind die gefrorenen Exponate erhaltener Weichteile, wie Fragmente des Maloljachowski-Mammuts oder ein mumifizierter Halsbandlemming, der über 50.000 Jahre alt ist. Daneben gibt es 17 Themenvitrinen.

In der Sammlung des Museums befanden sich schon im Jahr 2016 mehr als 2500 Exponate, darunter etliche mit erhaltenen Weichteilen. Dazu gehören die 8.200 Jahre alte, vollständige Mumie eines Bisonkalbs, der 9.000 Jahre alte Kadaver eines Elchkalbs, die 12.450 Jahre alte Mumie eines fossilen Raubtiers und ein Fuchskopf mit vollständig erhaltener Haut. Diese Funde sind weltweit einzigartig.

Das Museum hat in der Vergangenheit eigene Expeditionen unter Beteiligung ausländischer Wissenschaftler zu den Fundorten Jakutiens ausgerüstet. Fast alle bedeutenden Funde der letzten Jahrzehnte wurden von den Museumsmitarbeitern wissenschaftlich untersucht. Dabei kooperiert das Mammutmuseum eng mit Forschungseinrichtungen anderer Länder. Es war in den 2010er Jahren an dem Versuch beteiligt, Mammuts klassisch zu klonen. Dazu wurde 2012 ein Vertrag mit der südkoreanischen Sooam Biotech Research Foundation von Hwang Woo-suk geschlossen.

In den Jahren 1993 bis 1995 organisierte das Museum die Wanderausstellung „Mammuts aus Sibirien“, die im Hessischen Landesmuseum in Darmstadt sowie in Frankreich gezeigt wurde.

Die einzigartigen Exponate des Museums wurden als außergewöhnliche prähistorische Zeugnisse zum nationalen Kulturerbe der Republik Sacha erklärt.

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Музей мамонта (Memento vom 10. Februar 2026 im Internet Archive), Nordöstliche Föderale Universität (russisch).
  2. 1 2 Mammoth Museum. In: Kupicom. Abgerufen am 2. November 2026 (englisch).
  3. ↑ Семён Егорович Григорьев: Научная жизнЬ музея мамонта им. П. А. Лазарева. In: Наука и техника в Якутии. Band 30, Nr. 1, 2016, S. 76–78 (russisch, cyberleninka.ru).
  4. ↑ Музеи СВФУ (Memento vom 12. Februar 2026 im Internet Archive), Nordöstliche Föderale Universität (russisch).
  5. ↑ [AFP]: S. Korean, Russian scientists bid to clone mammoth. In: phys.org. 13. März 2012, abgerufen am 2. November 2026 (englisch).
  6. ↑ Г. Н. Саввинов, Г. Г. Боескоров: Выдающийся специалист в области изучения мамонтовой фауны. In: Наука и техника в Якутии. Band 21, Nr. 2, 2011, S. 90–92 (russisch, cyberleninka.ru).
  7. ↑ Joger Ulrich, Koch Ute: Mammuts aus Sibirien. (Begleitbuch zur Ausstellung im Hessischen Landesmuseum Darmstadt). Hessisches Landesmuseum, Darmstadt 1994, ISBN 3-926527-34-X.
  8. ↑ Музей мамонта в Якутске (Memento vom 1. Juli 2022 im Internet Archive), yakutskhistory.net (russisch).