Mandela-Effekt

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Begründung: Ein offensichtlich nur der Küchen-Psychologie zuzuschreibender Begriff. Die beiden im Artikel verbliebenen Bücher der Literaturliste sind epub-Publikationen, auch im Netz scheint keine wissenschaftliche Literatur auffindbar zu sein. Zwei weitere Titel habe ich auskommentiert (nicht gelöscht), weil sie in den kontrollierten Bibliotheken (DNB etc.) nicht auffindbar sind. Das Ganze ist m.E. eher ein Wörterbucheintrag als ein enzyklöpädischer Artikel. Einzig möglicher Hinweis auf Relevanz ist offenbar der Eintrag in der Encyclopedia Britannica, aber der ist ebenfalls unergiebig. Gestern war der Artikel bereits als Redirect auf Konfabulation geändert und dort unter dem Abschnitt "Beispiele" eingefügt worden; dort steht er weiterhin unverändert. In meinen Augen sind sowohl die Löschung als auch die Weiterleitung sinnvoll, wobei ich persönlich, der Beleglage wegen, die Löschung vorziehen würde. Wie seht Ihr das? --CC 12:05, 25. Sep. 2026 (CEST)

Mandela-Effekt ist ein Begriff, der sich als Internetphänomen für von einer Bevölkerungsmasse kollektiv angenommene falsche Erinnerung (Konfabulation) etablierte. Der Begriff wurde von der Bloggerin Fiona Broome geprägt und baut auf einem Erlebnis auf, bei dem sich mehrere Personen während einer Gesprächsrunde zu erinnern meinten, Nelson Mandela sei während seiner Haftzeit in den 1980er Jahren verstorben. Einige gaben sogar an, sie könnten sich an seine Beerdigung erinnern, die im Fernsehen übertragen worden seien soll.

Die Encyclopædia Britannica definiert den Effekt als kollektive falsche Erinnerungen an Ereignisse, die nie stattgefunden haben.

Forschung und Anwendung

Ein Forscherteam vom Brain Bridge Lab der University of Chicago unter der Leitung der Psychologin Wilma Bainbridge erforschte den „visuellen Mandela-Effekt“, also konsistente und weit verbreitete falsche Erinnerungen an bekannte bildliche Darstellungen („Ikonen“). Die Forscher untersuchten vier Hypothesen bezüglich des Effekts. Das erste Experiment erfolgte, um festzustellen, wie verbreitet der visuelle Mandela-Effekt sei. Das zweite Experiment sollte herausfinden, ob es an der Aufmerksamkeit der Menschen liege, die dem Effekt unterliegen. Im dritten Experiment versuchten die Wissenschaftler, anhand von Google Images zu quantifizieren, wie häufig diese falschen Erinnerungsbilder in der Welt vorkommen. Im vierten Experiment untersuchten die Forscher, ob der Effekt auch bei spontaner Reproduktion aus dem Gedächtnis erfolgt. Hierfür wurden Tests mit 40 bekannten Bildern erstellt.

Die Forscher fanden einen starken Effekt, dass Menschen sich für das falsche Bild entschieden, auch dann, wenn sie das Bild vor dem Test noch nicht gesehen hatten. So entschied sich ein großer Teil für ein Bild der Pokémon-Figur Pikachu mit schwarzem Schwanz, obwohl dies nicht der tatsächlichen Figur entspricht.

Sie schlossen die Schema-Theorie als universelle Erklärung aus, die besagt, dass wir fehlende Informationen anhand unserer Assoziationen ergänzen. Ferner stellten die Forscher fest, dass viele Menschen dazu neigen, sich an dieselben Dinge zu erinnern oder zu vergessen. Somit scheiden die individuellen Erfahrungen als Quelle des Effekts aus, da Menschen in ihrem Leben sehr unterschiedliche Erfahrungen machen.

Diese Erkenntnis ist besonders für Zeugenaussagen wichtig, da nachgewiesen werden konnte, dass bestimmte Gesichter sehr leicht vergessen werden und andere dafür dauerhaft in Erinnerung bleiben. Bei einer Gegenüberstellung ist somit ausschlaggebend, ob ein Gesicht Merkmale aufweist, die falsche Erinnerungen hervorrufen können. Die Forscher schlugen daher vor, bei Gegenüberstellung von Personen, die diese Merkmale aufweisen, weitere Personen dieses Typs in die Gegenüberstellung mit aufzunehmen um gleiche Voraussetzungen zu schaffen.

Ein weiterer Vorteil beträfe Bildungsbücher, in denen gezielt Fotos aufgenommen werden, an die man sich korrekt erinnert. Auch für Logos wäre dies von Vorteil.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Helmut Stapel: Mandela-Effekt: Weshalb wir uns an Dinge erinnern, die in Wirklichkeit gar nicht passiert sind. In: Geo. 14. April 2022, abgerufen am 24. September 2026.
  2. ↑ Michael McDonough: Mandela-Effekt. In: Encyclopædia Britannica. Abgerufen am 24. September 2026 (englisch).
  3. ↑ New Research Shows Consistency in What We Misremember. In: The University of Chicago. Abgerufen am 25. September 2026.