Manfred Chobot, Aussprache Kobot (* 3. Mai 1947 in Wien) ist ein österreichischer Schriftsteller.
Manfred Chobots Eltern hatten in Wien einen Lebensmittelgroßhandel am Yppenmarkt. In seiner Jugend war Chobot als Schwimmer erfolgreich, unter anderem Staatsjugendmeister 1965 über 200 m Delphin. Seine sportlichen Erfahrungen fanden Eingang in den Gedichtband Sportgedichte (1989).
Er studierte zunächst Kulturtechnik und Wasserwirtschaft, brach das Studium jedoch ab und wurde 1972 freier Mitarbeiter des ORF (u. a. Musikbox, Feature-Redaktion, Radiokolleg, ex libris, die Donauwelle). Hörspiele verfasste er zudem für Radio Bremen, den Hessischen Rundfunk, den Süddeutschen Rundfunk und die italienische RAI.
Von 1971 bis 1975 war er Mitglied im Arbeitskreis österreichischer Literaturproduzenten. Erste Buchveröffentlichungen erfolgten in der Edition Literaturproduzenten im Verlag Jugend & Volk (mit Marie-Thérèse Kerschbaumer und Thomas Losch). In der Wiener Literaturszene ergaben sich Bekanntschaften mit Künstlern wie zum Beispiel Elfriede Jelinek, Friederike Mayröcker, Ernst Jandl, Elfriede Gerstl und Peter Henisch. Chobot war Mitbegründer der Literaturzeitschrift astma, die aufgrund von Problemen mit den Behörden nach sechs Ausgaben eingestellt wurde. Es kam zu einer Geldstrafe, weil astma kein eingetragener Verein war, sowie zu einer Anklage wegen angeblicher Pornographie eines Gedichts.
Mit Dagmar Chobot gründete er 1971 die Galerie Yppen, die später in Galerie Chobot umbenannt wurde und 1984 in die Domgasse übersiedelte. Mehrere Fotoausstellungen hatte Chobot mit eigenen BildGedichten (u. a. 2002 Literaturhaus Wien, 2006 niederösterreichische Landesbibliothek, St. Pölten, 2010 Literaturhaus Mattersburg, 2011 Kulturzentrum BÜZ Minden, Deutschland).
Chobot war von 1977 bis 1982 Redakteur der Zeitschrift neue wege des Theaters der Jugend, für die er auch Rezensionen von Schallplatten verfasste. Von Alois Vogel übernahm er 1991 die Reihe Lyrik aus Österreich im Verlag Grasl (Baden bei Wien); er war Herausgeber der Bände 51 bis 100, bis der Verlag 2004 die Reihe einstellte. Auch war er langjähriger Mitarbeiter als Buchrezensent bei der Zeitschrift Buchkultur.
Chobot engagierte sich 1982 in der Initiative „Künstler für den Frieden“. Mit Rolf Schwendter und anderen war er 1990 Mitbegründer des „Erstes Wiener Lesetheater und Zweites Stegreiftheater“. Von 1984 bis 2005 war er Herausgeber des jährlich erscheinenden Flugblatts zum „Tag der Lyrik“, das vom Literaturkreis Podium initiiert und in hoher Auflage gratis verteilt bzw. an Schulen versandt wurde. Von Jänner 1994 bis April 2005 fungierte er als Obmann des Literaturkreises „Podium“.
Zwischen 1995 und 2002 hielt sich Chobot regelmäßig für längere Zeit auf Hawaii (Maui) auf. In der Folge entstanden drei Bücher Maui fängt die Sonne – Mythen aus Hawaii (2001), Aloha – Briefe aus Hawaii (2008) und Hawaiʻi – Mythen und Götter (2022).
Chobot ist Mitglied der Grazer Autorinnen Autorenversammlung, der Kogge, des Literaturkreises Podium und des PEN Deutschland.
Umfangreiche Teile seines Vorlasses werden seit 2009 im Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek aufbewahrt.
Seit 1968 ist Chobot mit der Galeristin Dagmar Chobot verheiratet.
In seinen Büchern behandelt Chobot vor allem Themen peripherer Kulturwahrnehmung. Die Beschäftigung mit Dialektliteratur, biographischen Fiktionen, Alltagsliteratur und Essayismus in Randlagen markieren wesentliche Positionen der österreichischen Gegenwartsliteratur seit 1970.
| Personendaten | |
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| NAME | Chobot, Manfred |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 3. Mai 1947 |
| GEBURTSORT | Wien |