Manfred Dimde

Manfred Dimde (* 10. Juni 1941 in Posen; † 4. Dezember 2022 in Marl) war ein deutscher Publizist und Nostradamusforscher.

Leben und Wirken

Manfred Dimde beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit den Schriften des Nostradamus. Nach ersten Publikationen in den 1980er-Jahren hierzu setzte er die Veröffentlichungen in dem jährlich erscheinenden Nostradamus-Jahrbuch fort. Für seine Entschlüsselungen stützte er sich eigenem Bekunden zufolge auf in Geheimgesellschaften verwandte Dekodierungsmethoden. Wie Volker Guiard zeigte, gibt er dabei allerdings weder Quellen für seine Methoden an, noch leitet er diese Methoden verständlich her; zudem sei die Willkürlichkeit der Methode so groß, dass immer „sinnvolle“ Ergebnisse erzielt werden könnten. Da Nostradamus Dimde zufolge auch Templer und Papst der Katharer gewesen sei, publizierte er auch zur Gralsforschung. Insgesamt zielte er bei seinen Interpretationen sehr in die religiöse Richtung; daneben schloss er sich auch oft aktuellen geopolitischen und militärstrategischen Überlegungen der USA an.

Des Weiteren wandte er sich in den 1990er-Jahren der „Entschlüsselung“ von literarischen und musikalischen Werken zu. Goethes Faust sei mit einem komplizierten Code eine Musikuntermalung eingewoben. Die von Dimde rekonstruierte Musik steht freilich zum angekündigten „eigenartigem Zauber“ im gleichen Widerspruch wie das Jugend-Sinfonieorchester Recklinghausen, das die beigelegte CD einspielte, zum im Klappentext versprochenen „renommierten Symphonieorchester“.

2002 gründete er gemeinsam mit der Musikwissenschaftlerin Sebnem Yavuz das Institut für Gregorianik-Forschung. Ihren Thesen zufolge seien die bislang „gregorianisch“ genannten Gesänge in Wirklichkeit auf Boethius zurückzuführen, der auch die Hagia Sophia als idealen Aufführungsort seiner Gesänge entworfen habe. Trotz Versuchen der katholischen Kirche, diese Gesänge zu unterdrücken, sei es Karl dem Großen gelungen, wenigstens einen Teil dieser Gesänge der Vergessenheit zu entreißen. Diese Gesänge hätten zudem bereits mit Obertongesang gearbeitet.

Werke

Einzelnachweise

  1. ↑ Alles sehen, alles wissen, nichts erzählen, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 12. Oktober 1999, Nr. 237 / Seite L55.
  2. ↑ Eleonore Buening, Aus Eins mach Zehn, Die Zeit vom 28. April 1995 (18/1995).
Personendaten
NAME Dimde, Manfred
KURZBESCHREIBUNG deutscher Pseudowissenschaftler und Nostradamusforscher
GEBURTSDATUM 10. Juni 1941
GEBURTSORT Posen
STERBEDATUM 4. Dezember 2022
STERBEORT Marl