Manfred Lewandowski

Schallplatte von Manfred Lewandowski (Berlin 1929)

Manfred Lewandowski (* 1. September 1895 in Hamburg; † 8. September 1970 in Philadelphia) war ein deutsch-US-amerikanischer Kantor, klassischer Sänger (Bariton) und Komponist.

Leben

Lewandowski stammte aus einer jüdischen Kantorenfamilie. Er war der Großneffe von Louis Lewandowski, dem Erneuerer der Synagogalmusik im Deutschland des 19. Jahrhunderts, und wurde zunächst durch seinen Vater ausgebildet, sodann am Vogtschen Konservatorium; sein Stimmfach war der Bariton. Er trat bereits früh als Synagogensänger auf. 1921–1923 war er Oberkantor in Königsberg (Preußen), 1923–1928 am Friedenstempel in Berlin-Halensee und 1928–1938 Oberkantor an der Synagoge Lindenstraße in Berlin-Kreuzberg.

Neben dieser Tätigkeit im Bereich des jüdischen Kultgesangs war er nach der Einführung des Rundfunks in Deutschland ab 1924 auch regelmäßiger Gast der „Funk-Stunde Berlin“, wo er neben dem klassischen Repertoire auch synagogale Gesänge zu Gehör brachte. Mit Opernarien und Liedern trat er auch an anderen Rundfunkstationen in Deutschland auf.

Während dieser Zeit entstanden auch zahlreiche Schallplattenaufnahmen auf Electrola, Odeon und Homocord darunter Opernszenen (u. a. auch Duette mit Hans-Heinz Bollmann), Lieder und jüdische Kultgesänge. Bei Homocord waren der Organist Franz Doll und der Pianist und Kapellmeister Felix Günther seine Begleiter.

Im Sommer 1938 emigrierte er nach Frankreich und von dort 1939 nach Nordamerika. Er wirkte hier 1939–1940 als Kantor an einer New Yorker Synagoge und 1940–1948 in Philadelphia, ist aber noch bis 1965 in Synagogen aufgetreten.

In den USA nahm er 1940 nochmals Kultgesänge auf dem amerikanischen „Vox“-Label auf. Er war auch kompositorisch tätig, vor allem auf dem Gebiet des Synagogalgesangs.

Seine letzte Ruhestätte fand Lewandowski auf dem Montefiore Cemetery, Abington Township (Montgomery County, Pennsylvania).

Tondokumente (Auswahl)

a) chasanut:

b) weltlicher Gesang:

Wiederveröffentlichungen

Literatur

Abbildungen

Einzelbelege

  1. ↑ Manfred Lewandowski in der Datenbank Find a Grave, abgerufen am 23. August 2025.
  2. ↑ Cellist, Kapellmeister u. Komponist, geb. am 27. Sept. 1896 in Berlin, Deutschland, gest. am 15. Mai 1951 in Baltimore (MD), USA, vgl. lexm.uni-hamburg.de (2007, aktualisiert am 7. Nov. 2013)
  3. ↑ Organist und Orgelbauer, Miterfinder der Oskalyd-Orgel, Photo bei geheugenvannederland.nlgeheugenvannederland.nl
  4. ↑ vgl. Homocord Co., Sammelkatalog Sept. 1928 – Jan. 1929, S. 18.
Personendaten
NAME Lewandowski, Manfred
KURZBESCHREIBUNG deutsch-US-amerikanischer Chasan (Kantor), klassischer Sänger (Bariton) und Komponist
GEBURTSDATUM 1. September 1895
GEBURTSORT Hamburg
STERBEDATUM 8. September 1970
STERBEORT Philadelphia