Manusos Manusakas

Manusos Ioannu Manusakas (griechisch Μανούσος Ιωάννου Μανούσακας, * 3. Dezember 1914 in Rethymno; † 16. Juli 2003), in französischer Transkription Manousos Ioannou Manousacas, war ein griechischer Byzantinist und Neogräzist.

Leben

Manousakas stammte großväterlicherseits aus der Sphakia und dem Dorf Imbros. Nach dem Besuch des Gymnasiums seiner Heimat studierte er von 1932 bis 1937 an der Philosophischen Fakultät der Universität Athen. Von 1938 bis 1941 war er Sekretär des Redaktionskomitees der Εταιρεία Κρητικών Σπουδών (Gesellschaft für kretische Studien). 1942 wurde er zum Redakteur des Μεσαιωνικού Αρχείου (Mittelalterarchivs) ernannt, des späteren Κέντρου Ερεύνης του Μεσαιωνικού και Νέου Ελληνισμού (Forschungszentrums für das mittelalterliche und neuere Griechentum) der Akademie von Athen, und von 1951 bis 1961 zum Direktor derselben Einrichtung.

Von 1947 bis 1951 studierte er mit einem Stipendium der französischen Regierung in Paris. Mit einem weiteren Stipendium des CNRS besuchte er Veranstaltungen an der Sorbonne und der École pratique des hautes études, um sich in Paläographie und in der Technik der Edition alter Texte und Drucke zu spezialisieren. Im März 1951 wurde er mit einer Dissertation unter dem Titel Contribution à l’histoire de l’épistolographie neo-hellénique als Bester seines Jahrgangs an der Faculté des Lettres der Universität Paris promoviert. Im März 1960 wurde er mit einer Dissertation unter dem Titel Η εν Κρήτη συνωμοσία του Σήφη Βλαστού (1453–1454) και η νέα συνωμοτική κίνησης του 1460–1462 („Die Verschwörung des Siphis Vlastos auf Kreta (1453–1454) und die neue verschwörerische Bewegung von 1460–1462“) als Bester seines Jahrgangs an der Universität Thessaloniki promoviert.

1961 wurde er auf den Lehrstuhl für Geschichte des Mittelalters und der Neuzeit an der Universität Thessaloniki berufen und lehrte dort bis 1966. In diesem Jahr ernannte ihn die Akademie von Athen zum Direktor des Istituto Ellenico di Studi Bizantini e Postbizantini di Venezia, eine Stellung, die er bis 1982 innehatte. Von 1975 bis 1980 war er Direktor des Κέντρο Βυζαντινών και Νεοελληνικών Ερευνών του Εθνικού Ιδρύματος Ερευνών (Zentrum für byzantinistische und neogräzistische Forschungen des Nationalen Hellenischen Forschungszentrums) und von 1975 bis 1981 Vorsitzender des Verwaltungsrats der Universität Kreta. 1980 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Akademie von Athen, 1982 zum Ακαδημαϊκός und 1995 zu ihrem Vorsitzenden gewählt.

Von 1962 bis 1982 gab er die Zeitschrift Θησαυρίσματα des Istituto Ellenico di Studi Bizantini e Postbizantini di Venezia heraus.

Forschungsschwerpunkte

Seine Forschungsschwerpunkte waren die neugriechische Epistolographie (Frangiskos Skuphos, griechisch Φραγκίσκος Σκούφος), die byzantinische und postbyzantinische Geschichte, insbesondere die Zeit der Venetokratie und die kretische Literatur der Renaissance (eine unbekannte kretische Komödie Die vergessene Braut) sowie die Paläographie (die 574 Miniaturen im Werk des Johannes Skylitzes) und Editionsphilologie.

Auszeichnungen

Schriften (Auswahl)

Schriftenverzeichnis
Monographien
Herausgeberschaften
Artikel

Literatur

Personendaten
NAME Manusakas, Manusos
ALTERNATIVNAMEN Manousakas, Manousos Ioannou; Μανούσακας, Mανούσος Ιωάννου (griechisch)
KURZBESCHREIBUNG griechischer Byzantinist und Neogräzist
GEBURTSDATUM 3. Dezember 1914
GEBURTSORT Rethymno
STERBEDATUM 16. Juli 2003