Many Too Many

Many Too Many
Genesis
Veröffentlichung 7. April 1978 (Album)
16. Juni 1978 (Single)
Länge 3:31
Genre(s) Pop, Softrock
Autor(en) Tony Banks
Produktion Tony Banks, Phil Collins, David Hentschel, Mike Rutherford
Label Charisma Records
Album … And Then There Were Three …

Many Too Many ist ein Lied der britischen Rockband Genesis, das erstmals im April 1978 auf ihrem neunten Studioalbum … And Then There Were Three … erschien und schließlich knapp zwei Monate später als zweite Single aus diesem Album ausgekoppelt wurde.

Entstehung und Veröffentlichung

Das Lied wurde gemeinsam von Genesis-Keyboarder Tony Banks im Alleingang geschrieben. Produziert wurde es von den Genesis-Mitgliedern Banks, Phil Collins und Mike Rutherford, unterstützt durch David Hentschel.

Die Erstveröffentlichung des Liedes erfolgte am 7. April 1978 auf Genesis’ Album … And Then There Were Three …, als Single wurde der Titel schließlich am 16. Juni des gleichen Jahres ausgekoppelt. Auf der B-Seite der Single sind die beiden Non-Album-Tracks The Day the Light Went Out und Vancouver enthalten.

Trotz des moderaten Charterfolgs der Single wurde Many Too Many von Genesis nie bei ihren Konzerten gespielt, da Banks die komplexe Keyboard-Schichtung ohne zusätzlichen Live-Keyboarder kaum reproduzieren konnte.

Inhalt und Musikalisches

Many Too Many ist das letzte Lied in der gesamten Karriere von Genesis, auf dem ein Mellotron zu hören ist. Das elektromechanische Tasteninstrument, das Tonbänder mit echten Streicher- und Chor-Aufnahmen abspielte war seit den frühen 1970er-Jahren prägend für den klassischen Progressive-Rock-Sound der Band. Nach 1978 verbannte Keyboarder Tony Banks das Mellotron endgültig aus dem Studio sowie von der Konzertbühne und stieg komplett auf modernere Synthesizer um.

Obwohl oft vermutet wurde, Genesis nutzten für Many Too Many ein echtes Orchester oder einen damals hochmodernen Polymoog-Synthesizer, verriet Tony Banks in einem späteren Interview, dass er den klassischen Streichersound des Mellotrons mit einem Roland RS-202 String-Synthesizer kombinierte. Banks erklärte, dass das Mellotron dem glatten elektronischen Sound des Roland-Synthesizers eine „raue, unperfekte Kante“ gab. Zusätzlich mischte er die integrierte Bläser-Einstellung des Roland-Synthesizers leise im Hintergrund dazu, wodurch im Zusammenspiel ein täuschend echter Orchester-Sound entstand.

Die Ballade, die von Tony Banks eigentlich als recht simpler Liebestext geschrieben worden war, enthält im Refrain die flehenden Zeilen „Oh mama, please would you find the key...“. Laut eines Interviews überredete Banks Sänger Phil Collins dazu, das Wort „Mama“ in den Refrain zu integrieren, weil Stevie Wonder dieses Wort in seinen Liedern regelmäßig benutzte, um emotionaler zu klingen. Der Ausdruck „Mama“ sollte schließlich für Genesis fünf Jahre später im Jahr 1983 bei ihrem gleichnamigen Singlehit eine noch monumentalere und düstere Rolle spielen.

Musikvideo

Während eines Soundchecks der Band Ende Juli 1978 im Amphitheater Merriweather Post Pavilion in Columbia (Maryland), wo Genesis im Rahmen ihrer And Then There Were Three Tour zwei Konzerte gaben, entstand unter der Regie von Ken O’Neill das offizielle Musikvideo zu Many Too Many, das die Band dabei zeigt, wie sie auf der Bühne (ohne Publikum) das Lied darbietet. Dabei sieht man Sänger Phil Collins sowohl singend am Mikrofonständer, als auch in anderen Szenen am Schlagzeug spielend.

In späteren Interviews blickte die Band oft selbstironisch auf die Musikvideos dieser Phase zurück. Phil Collins bezeichnete die Clips aus den mittleren und späteren 1970er-Jahren (darunter auch Many Too Many) schlicht als auf Sparflamme produziert („on the cheap“). Collins: „Es gab keine Storyline, keine Schauspieler und keine Effekte. Das Konzept hieß schlicht: ‚Stellt die Band auf die Bühne, lasst sie so tun als ob, und filmt das Ganze aus drei Perspektiven!‘“

Chartplatzierungen

Many Too Many konnte den Erfolg der vorherigen Single aus dem Album, Follow You Follow Me, nicht wiederholen und verzeichnete eher moderate Erfolge in den britischen und deutschen Charts.

Chartplatzierungen
ChartsChartplatzierungenHöchst­platzie­rungWo­chen
 Deutschland (GfK)41 (6 Wo.)6
 Vereinigtes Königreich (OCC)43 (5 Wo.)5

Einzelnachweise

  1. ↑ Steffen Hung: Genesis - Many, Too Many. Abgerufen am 23. Oktober 2026.
  2. ↑ genesis-movement.org
  3. ↑ Happy Anniversary: Genesis, “Many Too Many”. Abgerufen am 23. Oktober 2026 (englisch).
  4. ↑ Planet Mellotron Album Reviews: Genesis. Abgerufen am 23. Oktober 2026.
  5. ↑ What's making this Genesis sound? 1. April 2016, abgerufen am 23. Oktober 2026 (amerikanisches Englisch).
  6. ↑ BillFilm: GENESIS: Trick / Wind & Wuthering / ATTW3 / Duke / Abacab 𝗜𝗻𝘁𝗲𝗿𝘃𝗶𝗲𝘄𝘀. 21. Januar 2023, abgerufen am 23. Oktober 2026.
  7. ↑ imdb.com
  8. ↑ Ryan ReedRyan Reed: All 32 Genesis Music Videos Ranked Worst to Best. 6. Juli 2021, abgerufen am 23. Oktober 2026 (englisch).
  9. ↑ Genesis – Many Too Many. In: offiziellecharts.de. Abgerufen am 23. Oktober 2026.
  10. ↑ Genesis – Many Too Many. In: officialcharts.com. Abgerufen am 23. Oktober 2026 (englisch).