
Marat Arkadjewitsch Kambolow (russisch Марат Аркадьевич Камболов, englisch Marat Arkadyevich Kambolov, wiss. Transliteration Marat Arkad'evič Kambolov; ossetisch Марат Аркадийы фырт Хъамболты, Marat Arkadijy fyrt Qambolty; geb. 2. Januar 1965 in Chasnidon, Rajon Iraf, Nordossetien-Alanien) ist ein südossetischer Beamter. Seit dem 30. September 2026 ist er Präsident der Republik Südossetien.
Marat Kambolow wurde am 2. Januar 1965 im Dorf Chasnidon geboren, im Irafsky District, damals Nordossetische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik. Er erwarb Abschlüsse am Gorsky Agricultural Institute (Горский государственный аграрный университет, 1988) in Wladikawkas und am Moscow State Social University (Российский государственный социальный университет) und der Russischen Akademie für Volkswirtschaft und Öffentlichen Dienst.
Kambolow war von 2010 bis 2014 stellvertretender russischer Bildungsminister, bevor er leitende Positionen am Kurtschatow-Institut innehatte, wo er von 2021 bis 2025 als Direktor tätig war. Er arbeitete auch für den Föderalen Kartelldienst (Федеральная антимонопольная служба России, ФАС России).
Am 25. Mai 2026 unterzeichneten die Russische Föderation und die Republik Südossetien einen Vertrag zur Vertiefung der Integration. Dieser sah unter anderem vor, dass jeder russische Staatsbürger in Südossetien ein gewähltes Amt bekleiden kann und umgekehrt. Der amtierende südossetische Präsident Alan Gaglojew war seit seinem Amtsantritt immer wieder mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert. Ihm und seinem ehemaligen Ministerpräsidenten Konstantin Dschussow wird vorgeworfen, rund drei miar. Rubel (~ 39 Mio. US-Dollar) russischer Finanzhilfe für Südossetien veruntreut zu haben, was am 21. Januar 2026 zu Dschussows Entlassung führte.
Gaglojew ernannte daraufhin am 27. Mai Kambolow zu seinem Berater für die Umsetzung des Integrationsabkommens zwischen Südossetien und Russland. Am 8. Juni 2026 entließ der amtierende südossetische Ministerpräsident Dsambolat Tadtajew auf Gaglojews Wunsch sein Kabinett und trat zurück. Gaglojew erklärte, ihn durch Kambolow ersetzen zu wollen. Tadtajew Stellvertreter, Konstantin Muratowitsch Dschiojew, übernahm die Funktion des Übergangs-Premierministers bis das Südossetische Parlament am 16. Juni zustimmte Kambolow als Premierminister zu wählen.
Kambolows erste Amtshandlung als Ministerpräsident war eine Rede vor dem Parlament der Republik Südossetien, in der er erklärte, er werde seine neuen Kabinettsmitglieder nach demografischen Gesichtspunkten auswählen. Er argumentierte, der rapide Bevölkerungsrückgang Südossetiens sei das größte Problem der Republik. Rechtswissenschaftler wiesen darauf hin, dass Südossetien seine Verfassung trotz der Ratifizierung des Vertrags durch beide Seiten nicht geändert habe und dass der Premierminister weiterhin zehn Jahre im Land gelebt haben müsse – eine Bedingung, die Kambolow nicht erfülle.
Um Kambolows Aufstieg zu vollenden, trat Gaglojew am 23. Juni 2026 als Präsident zurück, um Berater des russischen Präsidenten Wladimir Putin zu werden. Gemäß der Verfassung Südossetiens fungierte Premierminister Kambolow bis zur Abhaltung von Neuwahlen als amtierender Präsident. Die nächsten Präsidentschaftswahlen waren für den 18. September 2026 angesetzt. Voraussetzung für die Kandidatur war ein ständiger Wohnsitz in Südossetien in den zehn Jahren vor dem Registrierungsdatum. Dies hätte Kambolow von der Kandidatur ausgeschlossen, doch er wurde von allen wichtigen südossetischen Parteien unterstützt, die 25 der 34 Sitze im südossetischen Parlament innehaben: Nykhas, Iugond Ir (Vereinigtes Ossetien), Kommunistische Partei Südossetiens, Volkspartei von Ossetien (Chussar Irystony Adӕmon parti) sowie durch die früheren Präsidenten Ludwig Alexejewitsch Tschibirow, Leonid Charitonowitsch Tibilow und Anatoli Bibilow.
Kambolow gewann die Wahl mit Leichtigkeit; ersten Ergebnissen zufolge erhielt er laut der Zentralen Wahlkommission Südossetiens rund 85 % der Stimmen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kambolow, Marat Arkadjewitsch |
| ALTERNATIVNAMEN | Марат Аркадьевич Камболов, Marat Arkad'evič Kambolov, Marat Kambolov, Марат Аркадийы фырт Хъамболты, Marat Arkadijy fyrt Qambolty |
| KURZBESCHREIBUNG | Politiker in Südossetien |
| GEBURTSDATUM | 2. Januar 1965 |
| GEBURTSORT | Chasnidon, Irafsky District, Nordossetische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik |