Marcela Cubillos

Marcela Cubillos Sigall (* 2. Februar 1967 in Viña del Mar) ist eine chilenische Rechtsanwältin und Politikerin. Sie gehörte früher der konservativen Unión Demócrata Independiente (UDI) an und bekleidete während der zweiten Regierung von Präsident Sebastián Piñera mehrere Regierungsämter. 2018 war sie Umweltministerin und anschließend von 2018 bis 2020 Bildungsministerin.

2021 wurde Cubillos in den chilenischen Verfassungskonvent gewählt, der mit der Ausarbeitung einer neuen Verfassung beauftragt war. Dort gehörte sie zu den prominenten Vertretern der politischen Rechten.

Sie vertrat unter anderem marktwirtschaftliche Positionen und sprach sich für die Beibehaltung des chilenischen Einheitsstaates aus. Damit stand sie verschiedenen von der politischen Linken im Konvent vertretenen Konzepten, insbesondere einem plurinationalen Staatsmodell, ablehnend gegenüber.

Biografie

Cubillos wurde am 2. Februar 1967 in Viña del Mar als Tochter des ehemaligen Marineoffiziers und Diplomaten Hernán Cubillos und Marcela Sigall Ortúzar geboren. Sie besuchte das Colegio La Maisonette in Viña del Mar.

Anschließend studierte sie Rechtswissenschaften an der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile (PUC).

Politische Laufbahn

Anfänge und Abgeordnetenmandat

Cubillos begann ihr politisches Engagement in der Jugendorganisation der Unión Demócrata Independiente (UDI). Später wurde sie für den Wahlkreis 21 in die chilenische Abgeordnetenkammer gewählt, der sie von 2002 bis 2010 angehörte.

Ministerin

Am 11. März 2018 wurde Cubillos zu Beginn der zweiten Regierung von Präsident Sebastián Piñera zur Umweltministerin ernannt. Dieses Amt übte sie bis zum 9. August 2018 aus. Im Zuge einer Kabinettsumbildung wechselte sie an diesem Tag an die Spitze des Bildungsministeriums und löste Gerardo Varela als Bildungsministerin ab.

Als Bildungsministerin unterstützte Cubillos die als Aula Segura bezeichnete Politik, mit der Schulen größere Befugnisse bei disziplinarischen Maßnahmen erhalten sollten. Das Vorhaben stieß insbesondere bei Teilen der Schüler- und Lehrerschaft auf Widerstand.

Am 28. Februar 2020 trat Cubillos als Bildungsministerin zurück.

Verfassungskonvent

Bei der Wahl zum chilenischen Verfassungskonvent 2021 kandidierte Cubillos im Wahlkreis 11 im Rahmen des Mitte-rechts-Bündnisses Chile Vamos und wurde in den Verfassungskonvent gewählt.

Im Verfassungskonvent gehörte sie zu den Vertretern des konservativen politischen Spektrums und kritisierte insbesondere Vorschläge zur Ausgestaltung Chiles als plurinationalen Staat. Sie argumentierte, dass entsprechende Regelungen die nationale Einheit beeinträchtigen könnten.

Der vom Verfassungskonvent ausgearbeitete Entwurf wurde beim Verfassungsreferendum in Chile 2022 im September 2022 von der Mehrheit der Abstimmenden abgelehnt. Danach blieb Cubillos im politischen und akademischen Bereich aktiv.

Einzelnachweise

  1. 1 2 Marcela Cubillos asume como Ministra de Medioambiente. Gobierno de Chile, 9. August 2018, abgerufen am 19. Juli 2021 (spanisch).
  2. 1 2 Enroque: Marcela Cubillos llega a Educación tras un breve pero intenso paso por Medio Ambiente. La Tercera, 9. August 2018, abgerufen am 19. Juli 2021 (spanisch).
  3. ↑ Carolina Schmidt regresa al gabinete: asumirá como nueva ministra de Medio Ambiente. La Tercera, 9. August 2018, abgerufen am 19. Juli 2021 (spanisch).
  4. 1 2 3 Activists, politicians and TV hosts jostle to rewrite Chile's constitution. Reuters, 14. Mai 2021, abgerufen am 6. Juli 2025 (englisch).
  5. 1 2 The “Buried Mirror”: History and Chile's New Constitution. Public History Weekly, 2023, abgerufen am 6. Juli 2025 (englisch).
  6. ↑ Marcela Cubillos – Law graduate from PUC. IMDb, abgerufen am 6. Juli 2025 (englisch).
  7. ↑ Constitutional Convention members: Marcela Cubillos. Marca Chile, abgerufen am 6. Juli 2025 (englisch).
Personendaten
NAME Cubillos, Marcela
ALTERNATIVNAMEN Cubillos Sigall, Marcela
KURZBESCHREIBUNG chilenische Rechtsanwältin und Politikerin
GEBURTSDATUM 2. Februar 1967
GEBURTSORT Viña del Mar, Chile