Margarete Jung

Margarete „Marga“ Jung geborene Loose (* 12. Mai 1898 in Berlin; † 30. November 1979 in Ost-Berlin) war eine deutsche kommunistische Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus, Häftling im KZ Ravensbrück, Mitglied des Hauptausschusses der Opfer des Faschismus und Mitarbeiterin im Bundesvorstand des Demokratischen Frauenbundes Deutschlands (DFD).

Leben

Looses Vater war Ofensetzer. Jung besuchte die Volksschule und absolvierte anschließend eine Handelsschule, die sie als Buchhalterin abschloss.

An ihrem ersten Arbeitsplatz, in der AEG – Turbine GmbH, wurde sie im November 1918 in den Angestelltenrat gewählt. 1919 wurde sie Mitglied der KPD. Im selben Jahr wechselte sie zur Vereinigung internationaler Verlagsanstalten, einige Jahre später zur PEUVAG, beide waren Wirtschaftsunternehmen der KPD. Jung trat 1918 dem Spartakusbund bei und wurde 1919 Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). In der Zeit der Weimarer Republik engagierte sie sich gegen den aufkommenden Nationalsozialismus.

Nach der Machtübertragung an die NSDAP 1933 setzte sie ihre antifaschistische Arbeit illegal fort. 1933 heiratete sie den Buchdrucker Paul Jung. Ab 1934 arbeitete das Ehepaar in einer kleinen Druckerei in der Chausseestraße Nr. 125 in Berlin, die sie mit finanzieller Unterstützung der KPD eingerichtet hatten. Für einen NS-Verlag wurden Druckaufträge wie SA-Handbücher, SA-Liederbücher und ähnliches ausgeführt. Parallel dazu verwendeten sie die Umschlagseiten der Druckschriften als Tarnung für illegale Schriften, die sie in Auflagen zu 5.000 Stück heimlich verteilten. 1936 wurde sie verhaftet und 1937 vom Volksgerichtshof zu einer fünfjährigen Zuchthausstrafe verurteilt, die sie in den Zuchthäusern von Jauer und Waldheim verbrachte. In Waldheim wurde sie als „Arbeitsälteste“ eingesetzt und nutzte diese Kontrollfunktion, indem sie die geleistete Arbeit der inhaftierten Frauen so abrechnete, dass schwächere Arbeitsleistungen nicht auffielen und Erhöhungen des Arbeitspensums möglichst vermieden wurden. 1942 wurde sie in das KZ Ravensbrück deportiert. Dort arbeitete sie ab Sommer 1943 zusammen mit Friederike Furch und Dora Landahl in der Finanz- und Betriebsbuchhaltung des SS-Betriebes „Gesellschaft für Textil- und Lederverwertung m.b.H.“ Furch berichtete später: Wir hatten [...] in unserer Abteilung mit Marga Jung und Dora Landahl eine schöne Zeit zusammen, so gut es unter diesen Umständen möglich war. Wir waren ’die Buchhaltungsfamilie‘. Ich habe von Marga Jung nicht nur beruflich viel gelernt, sie blieb mir ein Vorbild in menschlicher und politischer Hinsicht.

Als die Herrschaft der Nationalsozialisten beseitigt war, arbeitete sie von 1945 bis 1947 im Hauptausschuss der Opfer des Faschismus. 1946 trat sie in die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) ein, wurde Mitglied des SED-Kreisvorstands Berlin-Prenzlauer Berg sowie der SED-Bezirksleitung Berlin. Am 27. Oktober 1951 wurde sie in den Zentralvorstand der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) der DDR berufen. Sie gehörte auch dem Bundesvorstand des DFD an und wurde dessen Beauftragte im Komitee der Antifaschistischen Widerstandskämpfer. Sie engagierte sich ehrenamtlich und war zwanzig Jahre lang Schöffin am Stadtbezirksgericht Prenzlauer Berg, als Mitglied in der Leitung der Lagerarbeitsgemeinschaft Ravensbrück und im Internationalen Ravensbrück-Komitee tätig.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Todesanzeige, In: Neues Deutschland, 18. Dezember 1979, S. 8
  2. ↑ Margarete (Marga) Jung geb. Loose. In: Internationales Ravensbrück Komitee. Abgerufen am 30. September 2026.
Personendaten
NAME Jung, Margarete
ALTERNATIVNAMEN Loose, Margarete (Geburtsname)
KURZBESCHREIBUNG sozialistische Politikerin (SED) und DFD-Funktionärin
GEBURTSDATUM 12. Mai 1898
GEBURTSORT Berlin
STERBEDATUM 30. November 1979
STERBEORT Ost-Berlin