Margot Brinkhaus war die jüngste Tochter des Stellmachers und Wagenfabrikanten Heinrich W. Brinkhaus. Die Schulzeit verbrachte sie in Gladbeck und Weimar. 1945 zog sie nach Römhild, Kreis Hildburghausen, und erlebte dort das Kriegsende. Die Mittlere Reife erhielt sie nach Kriegsende zuerkannt. Sie machte zunächst eine Ausbildung zur ländlichen Hausarbeitsgehilfin auf dem Mönchshof in Römhild unter dem damaligen Besitzer Karl Hamann, zu der Zeit Abgeordneter des Thüringer Landtages. 1946 zog sie wieder in das elterliche Haus in Gladbeck.
1949 begann sie eine Lehre in der Handweberei Maria Schräder in Telgte/Westfalen, die sie 1951 mit der Gesellenprüfung abschloss. Nach einer Tätigkeit in einer Kleiderfabrik in Gladbeck studierte sie von 1953 bis 1955 an der Werkkunstschule Münster in der Abteilung Textil bei Hedwig Klöckner-Triebe. Nach Arbeiten in zwei Paramentenwerkstätten schloss sie ein 1956 ein zweisemestriges Studium an der Werkkunstschule Krefeld, Abteilung „Gewebe“ an und legte anschließend 1957 in Düsseldorf die Prüfung zur Meisterin im Weberhandwerk ab.
1959 begann sie eine prägende Tätigkeit in der Paramentenwerkstatt des Klosters St. Klara in Stans, Kanton Nidwalden/Schweiz. Unter der Leiterin der Werkstatt, Sr. Augustina Flüeler, leitete sie das Webatelier, in dem die Stoffe für die Entwürfe von Sr. Augustina hergestellt wurden.
1965 konnte Helmut Kaldenhoff sie für die Kölner Werkschulen gewinnen. Sie begann dort ihre Tätigkeit als Technische Lehrerin in der Abteilung Textile Künste. In ihre Dienstzeit fiel dort 1971 die Eingliederung der Kölner Werkschulen als Fachbereich Design in die Fachhochschule Köln und 1991 die Umstrukturierung zur Köln International School of Design in der Technischen Hochschule Köln. Dort lehrte sie im Fachbereich Restaurierung und Konservierung von Kunst- und Kulturgut.
1993 schied sie aus dem Dienst aus und richtete sich in ihrem Elternhaus in Gladbeck ein Atelier ein.
Margot Brinkhaus’ Schwestern waren die Silberschmiedin Thea Brinkhaus (1925–2011) und die Keramikerin Irene Griepentrog-Brinkhaus (1924–1991), Ehefrau des Malers Hans Griepentrog. 1989 fand unter dem Titel Kunst und Kunsthandwerk aus einem Haus eine katalogbegleitete Ausstellung zu dieser Künstlerfamilie in der Städtischen Galerie im Rathauspark in Gladbeck statt.
Ausstellungen (Auszug)
1969 ADK Landesausstellung
1975 Ars Sacra ’75. Köln, Paderborn
1976 Herbstausstellung Kölner Kunsthandwerker
1977 Exempla ’77, Handwerk und Kirche. 29. Internationale Handwerksmesse München
1978 Kunsthandwerk in Köln
1978 Liturgische Kleidung, München. Deutsche Gesellschaft für Christliche Kunst e. V.
1981 manu factum ’81, Bielefeld
1981 „Textile Bilder“ im Historischen Rathaus Köln
1996 Angewandte Kunst für den sakralen Raum, Kreishandwerkerschaft Bochum
1997 Angewandte Kunst Köln, Galerie Kunsthandwerk, Handwerkskammer zu Köln
Werke
Pfarrei St. Elisabeth Köln-Höhenberg: Einband eines Evangeliars mit Zeichnungen von Rolf Koller
Museum für Angewandte Kunst Köln
LWL-Museum Textilwerk, Bocholt
Literatur
Margot Brinkhaus: Seidengewebe. In: Textilkunst, Informationen für kreatives Gestalten 6, 1978, S. 31–32
Helmut Schnitzler: Von Geschichte und Sinn der liturgischen Gewandung und Färbung. In: Das Münster, Zeitschrift für christliche Kunst und Kunstwissenschaft 32, 1979, S. 100, 106, 115
Friederike Grünke: Zeitgenössische Textilkunst im Wirkungsgebiet Deutschland – Österreich – Schweiz, Wien 1995, S. 15
↑Winfried Winnicke:Griepentrog-Brinkhaus, Irene (geb. Brinkhaus). In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 62, Saur, München u.a. 2009, ISBN 978-3-598-23029-5, S.54.
↑Kunst und Kunsthandwerk aus einem Haus. In d. Städt. Galerie im Rathauspark, Gladbeck, 24.9.’89 – 29.10.’89; Irene Griepentrog-Brinkhaus, Keramik; Thea Brinkhaus, Metall; Margot Brinkhaus, Textil; Hans Griepentrog, Malerei. (= Kataloge Museum Gladbeck. Nr. 20.) Gladbeck 1989, ISBN 3-923815-18-2.