Eine Besiedlung in der Bronzezeit wurde durch die Ausgrabung einer Wallanlage auf dem Buchberg nachgewiesen. Auf dem Eichberg wurden Graburnen, Ziergefäße, Münzen und Fibeln aus der Römerzeit gefunden.
Am 29. April 998 wird Maria Anzbach als Amizinesbach erstmals urkundlich erwähnt.
Erster Türkensturm
Den ersten Türkensturm erlebte der Ort im Jahr 1529, dabei wurde auch die Kirche großteils zerstört.
Zweiter Türkensturm und Pestzeit
1683 brachte der zweite Türkensturm wieder große Zerstörung in den Ort, dabei wurden u.a. Mühlen, Bräuhaus und die Burg Wasen zur Gänze zerstört. Die Kirche blieb dank einer erloschenen Fackel, die in die hölzerne Kanzel flog, unbeschadet. Die erloschene Fackel ist in der Kirche in einem Glaskästchen zu sehen. Infolge des Türkensturms brach die Pestzeit an, dabei starb über Jahrzehnte das Gebiet um Maria Anzbach fast aus. Nach der Pest wurde das Gebiet von Ansiedlern aus Bayern, Oberösterreich, Salzburg und aus der Pfalz neu besiedelt.
Im Jahr 1933 bei der Markterhebungsfeier bekam der Ort Anzbach den Beinamen Maria. Dieser Namenszusatz wurde in Anbetracht der Jahrhunderte alten Tradition als Wallfahrtsort gewählt. Seit dem Jahr 1683 findet in ununterbrochener Folge aus den Orten Langenrohr und Ollern zu Maria Himmelfahrt (15. August) eine Wallfahrt statt. Im Jahr 1933 war dies, wie auf einer in der Kirche angebrachten Steintafel zu lesen ist, die 250.Wallfahrt. So wurde aus Anzbach Maria-Anzbach. Das Wappen enthält seither das Bild der Mutter Gottes.
Einwohnerentwicklung
Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 2621 Einwohner. 2018 hatte die Marktgemeinde 3055 Einwohner, 1991 2562, 1981 2151 und im Jahr 1971 1808 Einwohner.
Grafenhaus: Das Grafenhaus soll der Sitz der „Hochfreien von Amizinesbach“ gewesen sein, die von 1090 bis 1203 die Herrschaft in Maria Anzbach hatten. Seit 1923 ist dieses Anwesen im Besitz der Familie Walderdorff.
Schmiede: An der Fassade der Schmiede befindet sich ein aus der Türkenzeit stammendes Relief eines Türkenkopfes. Im Keller der Schmiede war früher ein unterirdischer Gang, der vermutlich zur Kirche führte.
Schönbeck-Mühle: In der Mühle wurde in den 1910er Jahren der erste elektrische Strom für den Ort produziert. Heute befinden sich darin ein Heimatmuseum und ein Restaurant.
Annunziatakloster: Das am 4. August 1898 gegründete und zur Gemeinde Maria Anzbach gehörige, unter Denkmalschutz stehende Annunziatakloster „Am Stein“ in der Klosterstraße5 nördlich von Furth – die erste Niederlassung der Franziskanerinnen Missionarinnen Mariens in Österreich – stellte Ende März 2011 den Betrieb ein. Zuvor wurde am 19. Juni 2010 das 100-Jahr-Jubiläum der Weihe der im neugotischen Stil des Späthistorismus ab 1899 erbauten Klosterkirche – ein Werk des k.u.k. Hofbaumeisters Josef Schmalzhofer – gefeiert. Es wurde im Juni 2012 um 2,3Mill. Euro an eine Investorengruppe verkauft. Geplant war ein Seniorenrefugium und leistbares Wohnen. Nach Scheitern der Pläne wurde das Areal 2015 an eine burgenländische Investorenfirma weiterverkauft. Über die Schließung des Klosters hat Regisseur Helmut Manninger 2013 den Kinofilm Die große Reise geschaffen.
Ludovikaheim: Pflegeheim St. Louise in Meierhöfen, ehemals Landwirtschaft, wurde 1898 von den Barmherzigen Schwestern erworben. 1931 wurde das Haus umgebaut und dient bis heute als Altersheim. 2015 wurde das Pflegeheim erweitert.
Buchbergwarte: Die Aussichtswarte auf dem Gipfel des Buchbergs wurde 2004 errichtet und ist 22,5Meter hoch. Seit 2025 gibt es außerdem einen Bronzezeit-Rundweg, der über die dort gewesene größte bronzezeitliche Wallanlage des Wienerwaldes informiert.
Galerie Anzbach bzw. Goldammer Museum, wurde 2018 geschlossen
Galerie 3034
Heimatmuseum Schönbeck-Mühle
Historischer Rundwanderweg um den Ort
Marktplatz Maria Anzbach: 1998 wurde das Ortszentrum neu gestaltet.
Freizeit und Vereine
Neue Sportanlage Maria Anzbach 2018
In der Marktgemeinde gibt es ein großes Angebot an Freizeitgestaltungen. Neben Fußball, Tennis und Eisstockschießen gibt es mehrere Reitmöglichkeiten. Wanderwege und Fahrradstrecken durchkreuzen die Gemeinde und den angrenzenden Wienerwald.
Seit 2017 bietet die neue Sporthalle viele Indoor-Möglichkeiten wie Klettern, Badminton und Fußball.
Es gibt viele Vereine im Ort wie Sportvereine (1. SV Maria Anzbach, TCMaria Anzbach), Theatervereine und einen Musikverein.
Wirtschaft und Infrastruktur
Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 109, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 56. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 1176. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 46,16Prozent. In der Katastralgemeinde Unteroberndorf existiert ein Betriebsgebiet.
In Maria Anzbach werden zehn gastronomische Betriebe geführt und es gibt zwei Unterkunftsmöglichkeiten. Im Zentrum befindet sich das Gemeindeamt, Pfarramt, drei gastronomische Betriebe, ein Ärztezentrum, Kindergarten sowie Volks- und Musikschule. Zentrumsnah befindet sich ein Lebensmittelgeschäft (Unimarkt, ab 2026 ein Spar). In den letzten Jahren mussten u.a. Bank, Postamt, Galerie Anzbach und ein gastronomischer Betrieb im Zentrum geschlossen werden.
Ein Bauernmarkt findet wöchentlich am Samstagvormittag statt. Angeboten werden unter anderem verschiedene Fleisch-, Gemüse- und Käseprodukte.
Außerhalb des Zentrums befinden sich Sportanlage, ÖBB Haltestelle und Einkaufsmöglichkeiten im Ort Maria Anzbach.
Bei Unter Oberndorf befindet sich der Betriebsbahnhof Hutten, welcher aber nicht über einen Personenverkehrshalt verfügt, sondern lediglich als Wendeanlage für die in Eichgraben endenden Züge der S50 verwendet wird.
Mit Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2023 wurden die Haltestellen Hofstatt und Unter Oberndorf aufgelassen. Stattdessen werden stündlich Busse eingesetzt.
Im Jahr 2024 begannen die Bauarbeiten der neuen Bahnhaltestelle Maria Anzbach ungefähr 270Meter östlich der bisherigen Haltestelle mit barrierefreien Zugängen, einer größeren Park&Ride-Anlage und einer Bushaltestelle. Die neuen Bahnsteige liegen nicht mehr in einem Bogen liegen und ermöglichen somit ohne Querneigung ein leichteres Ein- und Aussteigen. Am 9. September 2025 erfolgte die Teilinbetriebnahme mit dem Bahnsteig 2. Am 15. Dezember 2025 wurden auch der Bahnsteig 1, die Unterführung und die nördliche Park&Ride-Anlage eröffnet. Die alte Haltestelle oberhalb des Friedhofs wurde abgerissen.
↑Geschichte der Gemeinde.Gemeinde Maria-Anzbach,abgerufen am 16.November 2021(österreichisches Deutsch).
↑Alfred P. Diry:Die Türken im Wienerwald.In:Der St. Pöltner Bote. Lokalblatt von St. Pölten und dem Kreise O.W.W. / St. Pöltner Bote / St. Pöltner Zeitung. Gegründet als „St. Pöltner Bote“. (Organ des Bauernvereines für das Viertel ober dem Wienerwalde), 1. Februar 1934, S.22 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/dsp