Maria Knilli (* 19. April1959 in Graz) ist eine österreichischeAutorin und Regisseurin von Kinofilmen, Fernsehspielen und Dokumentarfilmen. Sie ist auch als Produzentin, Kamerafrau und Editorin tätig. Darüber hinaus arbeitet Knilli für das Theater und den Hörfunk und ist als Hochschul-Dozentin und in der Filmbildung für Kinder und Jugendliche tätig.
Leben und Werk
Maria Knilli ist eine Tochter der Psychotherapeutin Monika Kraker-Rülcker (1933–2015) und des Medienwissenschaftlers Friedrich Knilli (1930–2022). Sie wuchs zusammen mit ihren beiden Schwestern, der Neurologin Judith Knilli und der bildenden Künstlerin Lena Knilli, in Westberlin auf. Maria Knilli studierte an der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF). Seit 1980 ist sie freiberufliche Filmschaffende für Spiel- und Dokumentarfilme. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet, so gewann sie unter anderem für den Kurz-Spielfilm Spätvorstellung (1983) und den Spielfilm Lieber Karl (1985) jeweils den Bundesfilmpreis. Darüber hinaus war Knilli als Moderatorin der TV-Sendungen Da schau her (ARD, 1983–1986) und Kino Kino (BR, 1985–1987) tätig. 1993 begann sie, auch am Theater zu inszenieren (Markgrafentheater Erlangen, Schauburg in München). Sie lehrt Drehbuch, Regie und Schnitt an der HFF München und der Filmakademie Baden-Württemberg.
Maria Knilli ist mit dem Kameramann Volker Tittel verheiratet, die beiden haben zusammen eine Tochter (* 1998) und leben in München. 2006 gründeten Maria Knilli und Volker Tittel die Tittel & Knilli Filmproduktion. Seit 2022 veröffentlicht sie die Kolumne Knilli – Filmempfehlungen für Kinder und Jugendliche in der Zeitschrift Erziehungskunst. Maria Knilli ist Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und der Deutschen Filmakademie.
Film (Auswahl)
1981: Fehlanzeige
1982: Vom Kopf zur Leinwand, Regisseur Laslo Benedek erzählt
2010: Konfliktbearbeitung mit Teams und Organisationen
2010: Guten Morgen, liebe Kinder – Die ersten drei Jahre in der Waldorfschule
2013: Eine Brücke in die Welt – Vierte bis sechste Klasse in der Waldorfschule
2017: Auf meinem Weg – Siebte und achte Klasse in der Waldorfschule
2019: Die Klassenlehrerzeit an der Waldorfschule – Filmmaterial für Lehre und Forschung
2020: Reden wir von Leben und Tod – Zwölftklässler einer Waldorfschule im Gespräch
2020: Nachgefragt – Rückblicke auf unsere zwölf Jahre Waldorfschule
Theater (Auswahl)
1993: Fälle, Groteskes Spektakel nach Daniil Charms, Theater Garage Erlangen, AZ-Stern der Woche
1993: Die Reise nach Brasilien nach Daniil Charms, Markgrafentheater Erlangen
1996: Der die Ohrfeigen bekommt nach Leonid Andrejew, Markgrafentheater Erlangen
1997: Der Vater eines Mörders nach Alfred Andersch, Schauburg München, Bayerische Theatertage 1997
1998: Biedermann und die Brandstifter von Max Frisch, Schauburg München, Bayerische Theatertage 1998
2001: Mein Vater Che Guevara von Suzanne von Lohuizen, Schauburg München
2002: Der gewissenlose Mörder Hasse Karlsson von Henning Mankell, Schauburg München
Radio (Auswahl)
2023: Das letzte gemeinsame Projekt – Maria Knilli verabschiedet sich von ihrem Vater] (von Grace Yoon), Sendung vom 15. Februar 2023
2023: Das Schallspiel entsteht, wenn Drähte klingen – Friedrich Knilli und sein Medienbegriff, von Maria Knilli, SWR 2 Essay/100 Jahre Radio, Ursendung 29. Oktober 2023
Texte (Auswahl)
2022: Waldorfpädagogik und Hochbegabung. Die Klassengemeinschaft als Schutzraum für Begabungsentfaltung, Interview mit der Filmemacherin Maria Knilli, Info3 Verlagsgesellschaft, Frankfurt am Main
2023: Radio in Mind – A Conversation with Friedrich Knilli, von Maria Knilli, Zeitschrift Interfacecritique
2025: Radio im Kopf, Buch von Maria Knilli, Friedrich Knilli, Siegfried Zielinski, Passagen Verlag, Wien
Auszeichnungen
1983: Bundesfilmpreis Kurzfilm für Spätvorstellung; Österreichischer Förderpreis für Filmkunst für Fehlanzeige und Spätvorstellung
1985: Bundesfilmpreis für Regie; Filmpreis der Stadt München; Sonderpreis Max Ophüls-Preis Wettbewerb; Regiepreis Festival International du Jeunesse Laval für Lieber Karl