Maria Peskoller (* 5. Dezember 1902 in Görtschach bei Dölsach als Maria Greil; † 23. Dezember 1944 in Graz) war eine österreichische kommunistische Widerstandskämpferin und Opfer der NS-Justiz.
Maria Greil wurde am 5. Dezember als Tochter des Bauern Josef Greil und dessen Ehefrau Anna (geborene Lederer) in eine Bauernfamilie (vulgo Greilbauer) in Görtschach Nr. 2 geboren und noch am selben Tag auf den Namen Maria getauft. Nach ihrer Schulausbildung arbeitete sie als Köchin an verschiedenen Tiroler Arbeitsstellen. Am 17. Juli 1928 heiratete sie den konfessionslosen Eisenbahner Josef Peskoller († 1977) und hatte mit ihm die beiden Töchter Helga, geboren 1928 und Roswitha, geboren 1932. Im gleichen Jahr zog die Familie von Lienz nach Villach. Ihr Ehemann war seit seiner Jugend SPÖ-Mitglied und wurde 1934 wegen seiner Teilnahme am Februaraufstand auf der Seite des republikanischen Schutzbundes zu drei Monaten Haft verurteilt und in einen „zeitlich begrenzten Ruhestand“ versetzt. Er wurde 1934 Mitglied der KPÖ und wegen illegaler kommunistischer Aktivitäten 1935/1936 zu einer achtmonatigen Haftstrafe im Anhaltelager Wöllersdorf verurteilt. Im Juni 1940 wurde Josef Peskoller wegen Vorbereitung „hochverräterischer Unternehmen“ und „Beeinflussung der Massen“ in Villach erneut verhaftet und im Februar 1942 zu einer zwanzigmonatigen Haftstrafe verurteilt. Im Sommer 1944 war er erneut Opfer einer Gestapo-Verhaftungswelle und blieb bis Kriegsende in Klagenfurt in Haft.
Während dieser Zeit musste Maria Peskoller mit Haushalts- und Schneiderarbeiten die Existenz ihrer Familie sichern und begann ab 1942, Kontakte zum weit verzweigten Kärntner Widerstandsnetz aufzubauen. Dieses bestand unter anderem in Bunkern im Wald in der Gegend um Villach lebenden Partisanen aus Slowenien und Leoben-Donawitz unter der Führung von Max Muchitsch sowie entflohenen Zwangsarbeiter, Wehrmachtsdeserteuren, Kriegsdienstverweigerern und Widerstandsgruppen der Deutschen Reichsbahn. Unter ihrem Decknamen „Anna“ sorgte sie zusammen mit anderen Genossinnen aus Villach und Umgebung wie Rosa Eberhard, Margarete Jessernigg, Valentin Clementin, Maria Jenne und Milan Jelič für die Kommunikation unter den verschiedenen Gruppen und die Weitergabe politisch relevanter Informationen und Flugblätter.
Im Jahr 1944 gewährte sie dem aus Lienz stammenden und verwundeten Deserteur Erich Ranacher Unterschlupf und pflegte diesen gesund. Am 11. November 1944 wurde Maria Peskoller mit ihren Töchtern Helga und Roswitha verhaftet und in das Gestapo-Gefängnis in Villach gebracht; ihre Tochter Roswitha wurde kurze Zeit später wieder entlassen. Maria Peskoller und ihre damals 16-jährige Tochter Helga wurden einige Zeit später in das Landesgerichtsgefängnis nach Klagenfurt überstellt. Am 17. und 18. November 1944 wurden ihr und einigen Partisanen vom Volksgerichtshof unter dem Vorsitzenden Roland Freisler der Prozess gemacht und die Angeklagten am 18 bzw. 21. Dezember 1944 zum Tod verurteilt. Die Tochter kam bereits davor wieder frei. In der Urteilsbegründung heißt es:
In ihrem Abschiedsbrief am Tage ihrer Hinrichtung schrieb Maria Peskoller:
Maria Peskoller wurde am 23. Dezember 1944 im Landesgericht Graz hingerichtet und ihre sterblichen Überreste in einem anonymen Grab am Zentralfriedhof Graz beerdigt.
Nach 1945 fungierte Josef Peskoller als KPÖ-Gemeinderat in Villach.

Auf der westlichen Seite des Befreiungsdenkmals in Innsbruck ist ihr Name eingraviert. 1973 wurde das Kinderland-Ferienheim am Gösselsdorfer See in Kärnten nach ihr benannt.
1999 wurde vom Verein „Erinnern Villach“ ein Denkmal für die NS-Opfer des Bezirks Villach enthüllt, darunter auch Maria Peskoller. Die Glastafeln des Denkmals wurden bisher mindestens 17 Mal mutwillig zerstört und mussten jedes Mal erneuert werden.
Im Dokumentarfilm Wilde Minze von Jenny Gand und Lisa Rettl aus dem Jahr 2009 erinnert sich ihre Tochter Helga Emperger an Maria Peskoller.
2013 wurde vor dem Landesgericht Kärnten in Klagenfurt ein Denkmal aus einem 2,30 Meter hohen Serpentinstein errichtet, der ein Fallbeil darstellen soll, darunter auch der Name von Maria Peskoller.
Am 1. November 2014 wurde im ehemaligen Hinrichtungsraum der Justizanstalt Graz die ursprünglichen Tafel mit fehlerhaften Inschriften gegen eine neue, um zahlreiche Personen erweiterte Tafel ausgetauscht. Auf der neuen Tafel ist der Name von Maria Peskoller eingraviert.
2019 wurde auf Initiative der Villacher Bürgermeisters Günther Albel die Benennung einer Straße im Villacher Stadtteil St. Ruprecht vom Gemeinderat einstimmig beschlossen. Die Straße wurde am 18. Jänner 2020 enthüllt.
Im Herbst 2022 wurde durch den Verein „Erinnern Villach“ ein Park am Ende des Mangartweges in Villach nach ihr benannt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Peskoller, Maria |
| ALTERNATIVNAMEN | Greil, Maria (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichische kommunistische Widerstandskämpferin und NS-Opfer |
| GEBURTSDATUM | 5. Dezember 1902 |
| GEBURTSORT | Görtschach bei Dölsach, Österreich-Ungarn |
| STERBEDATUM | 23. Dezember 1944 |
| STERBEORT | Graz, Österreich |