Marie Franzos, genannt Mizi oder Mizzi (geboren am 17. September1870 in Wien; gestorben am 6. August1941 ebenda), war eine österreichische Frauenrechtlerin, Schriftstellerin und Übersetzerin, insbesondere aus den skandinavischen Sprachen, sowie Bibliothekarin des im Jahr 1900 gegründeten „Wiener Frauenklubs“. Sie veröffentlichte ihre Übersetzungen teilweise unter dem Pseudonym „Francis Maro“ (Frances Maro).
Leben
Franzos entstammte einer deutsch-jüdischen Familie. Sie war die Tochter des Advokaten Max Franzos (* 5. Juli 1826 oder 1835–31. Juli 1893) und dessen am 20. Juni 1869 geheirateten Frau, der Übersetzerin Berta (geborene Ostersetzer, 9. Oktober 1850–23. August 1932), sowie eine Nichte des Schriftstellers Karl Emil Franzos. Sie hatte auch einen jüngeren Bruder Emil Franzos (1874–28. Februar 1928), der Rechtsanwalt wurde.
Sie schrieb aber auch eigene Novellen und Aufsätze oder hielt Vorträge über die skandinavische Literatur. Franzos engagierte sich auch als Frauenrechtlerin. Sie wurde Mitglied und Bibliothekarin im Allgemeinen Österreichischen Frauenverein, aus dem sie aufgrund von inneren Spannungen gemeinsam mit 24 weiteren Frauen, darunter Marianne Hainisch, am 28. April 1906 austrat. Für den Wiener Frauenclub war sie ebenfalls als Bibliothekarin tätig und war 1913 außerordentliches Mitglied im Wiener Verein der Schriftstellerinnen und Künstlerinnen. Im Jahr 1938 wurde ihr aufgrund ihrer jüdischen Abstammung die weitere Tätigkeit als Übersetzerin untersagt. Am 6. August 1941 beendete Franzos ihr Leben, da ihr die Ausreise in die Schweiz verweigert wurde. Sie lebte und arbeitete in der Gumpendorfer Straße Nr. 25 im 6. Gemeindebezirk Mariahilf.
Susanne Blumesberger: Wien 1938 – Das Ende zahlreicher Karrieren. Am Beispiel der Übersetzerin Marie Franzos (1870–1941). Dezember 2006 (services.phaidra.univie.ac.at PDF).
Giada Brighi: Das Leben und Werk der Marie Franzos: bio-bibliographische Recherche zu einer österreichischen Übersetzerin. Mainz 2016.
↑Gustaf Ruben Gustafsson:Franzos [fra’ntsås], 2. Marie (Mizi) F. In: Theodor Westrin (Hrsg.): Nordisk familjebok konversationslexikon och realencyklopedi. 2. Auflage. Band8: Feiss–Fruktmögel. Nordisk familjeboks förlag, Stockholm 1908, Sp.1234 (schwedisch, runeberg.org– Hier ist als Geburtsjahr 1873 angegeben und sie wird als Tochter von Karl Emil Franzos bezeichnet, was ibn den Nachträgen zu Nichte schwedischbrorsdatter korrigiert wurde).
↑Laut Todesanzeige starb er im Alter von 58 Jahren.