Marie Glassl

Marie Glassl (* 1991) ist Dramaturgin, Übersetzerin und Verlegerin.

Der Fokus ihrer Arbeit liegt auf Materialitäten und Materialisierungen von Sprache sowie der frühen feministischen Tradition Italiens.

Werdegang und Tätigkeit

Nach dem Studium der Literaturwissenschaft, Philosophie und Politikwissenschaft in Frankfurt am Main und Venedig und einer langjährigen Kooperation mit der Biennale di Venezia arbeitete sie eng mit interdisziplinären Kunstschaffenden aus Tanz, Theater und Performance wie Constanza Macras (Dorky Park), Emma Waltraud Howes und Miller de Nobili sowie internationalen Festivals und Institutionen wie der Volksbühne Berlin, dem Goethe-Institut oder den Kunstfestspielen Hannover, zusammen.

Nach einer engen Zusammenarbeit übernahm Glassl 2026 nach dem Tod des Gründers und Verlegers Michael Heitz die Leitung des mehrsprachigen unabhängigen Verlags Diaphanes. Dort gibt sie auch die übersetzten Werke der italienischen Autorin Alice Ceresa und die Reihe aktion_fiktion heraus, eine Serie poetisch-performativer Interventionen, die kollektive und aktivistische Dimensionen von Sprache in den Blick nimmt.

Sie ist Vorsitzende der Scuola di Proteo, einem gemeinsam mit Michael Heitz initiierten Ausstellungs- und Diskursort in Murano/Venedig. Dort entwickelt sie in Kooperation mit einem internationalen Board sowie Kunstschaffenden, Forschenden, Autoren und einem kritischen Publikum mehrjährige Themenstellungen und disziplinübergreifende Projekte zwischen ästhetischen und gesellschaftspolitischen Fragen, wie bspw. 2024–2027 das Ausstellungs- und Rechercheprojekt On Wasted Grounds.

Glassl übersetzt literarische, poetische Texte und politische Theorie aus dem Englischen und Italienischen und ist Mitherausgeberin des Magazin Diaphanes, in dem sie auch eine Reihe von Interviews und Gesprächen mit aktuellen Akteuren aus Kunst und Diskurs präsentiert. Sie schreibt zu literaturwissenschaftlichen und ästhetischen Fragestellungen und war Beitragende bei zahlreichen Konferenzen, Lectures und Festivals zwischen Kunst und Wissenschaft.

Übersetzungen und Publikationen (Auswahl)

Nachweise

  1. ↑ Volksbühne | Maria Luisa Glassl. Abgerufen am 18. Januar 2026.
  2. ↑ Album/The Pose: Santiago a Mil 2021 | GAM. Abgerufen am 18. Januar 2026 (spanisch).
  3. ↑ Constanza Macras | DorkyPark. Abgerufen am 18. Januar 2026.
  4. ↑ „Memory is Fragile“ – Constanza Macras und Dorky Park beim Henschel Verlag. 24. Januar 2023, abgerufen am 18. Januar 2026.
  5. ↑ Emma Waltraud Howes: Bang Bang Baroque (live-excerpt). Abgerufen am 18. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).
  6. ↑ Portfolio – Miller de Nobili. 16. Dezember 2025, abgerufen am 18. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).
  7. ↑ DIAPHANES Berlin. Abgerufen am 18. Januar 2026.
  8. ↑ Emma Waltraud Howes:Language and Other Body PartsAusstellung, Berlin2. Dezember 2023 – 21. Januar 2024. Abgerufen am 18. Januar 2026.
  9. ↑ Marie Glassl über Alice Ceresa: "Kleines Wörterbuch der weiblichen Ungleichheit". deutschlandfunk.de, 13. November 2025, abgerufen am 18. Januar 2026.
  10. ↑ Alice Ceresa: Der Tod des Vaters - Perlentaucher. Archiviert vom Original am 20. Dezember 2024; abgerufen am 18. Januar 2026.
  11. ↑ aktion_fiktion. Abgerufen am 18. Januar 2026.
  12. ↑ On Wasted Grounds Festival in Berlin – Studio Julian Hetzel. julian-hetzel.com, abgerufen am 18. Januar 2026 (britisches Englisch).
  13. ↑ Magazin. Abgerufen am 18. Januar 2026.
  14. ↑ Marie Glassl, Eyal Weizman, Ines Weizman: »In der Lücke zwischen den Bildern«. Eyal und Ines Weizman im Gespräch mit Marie Glassl. Aus: Vorher und Nachher. Die Architektur der Katastrophe. Abgerufen am 18. Januar 2026.
  15. 1 2 Marie Glassl, Sophie Lewis: Surrogate Abolition. Sophie Lewis in Conversation with Marie Glassl. Abgerufen am 18. Januar 2026.
  16. ↑ wie an der Akademie der Künste Berlin, Bolzano Danza, dem Royal College of Arts London, der HFK Bremen und Löwenbräukunst Zürich
  17. 1 2 Alice Ceresa: La mort du père. Abgerufen am 18. Januar 2026.
  18. ↑ Das Glossar (German edition). Abgerufen am 18. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).
  19. ↑ Alenka Zupančič: Antigones Parallaxe. Abgerufen am 18. Januar 2026.
  20. ↑ Alice Ceresa: Kleines Wörterbuch der weiblichen Ungleichheit. Abgerufen am 18. Januar 2026.
  21. ↑ Eyal Weizman, Ines Weizman: Before & After. The Architecture of Disaster. Abgerufen am 18. Januar 2026.
  22. ↑ Memory is fragile – Constanza Macras | Dorky Park. In: Verlagsgruppe Seemann Henschel. Abgerufen am 18. Januar 2026.
  23. ↑ Tania; Crivelli A cura di: Collani: Alice Ceresa, tradotta e traduttrice. 2025, abgerufen am 18. Januar 2026 (englisch).
  24. ↑ Marie Glassl (Hg.): Bildbeschreibung. Abgerufen am 18. Januar 2026.
  25. ↑ Eyal Weizman, Ines Weizman: Vorher und Nachher. Die Architektur der Katastrophe. Abgerufen am 18. Januar 2026.
  26. ↑ Alice Ceresa, Marie Glassl (Hg.): Der Tod des Vaters. Abgerufen am 18. Januar 2026.
Personendaten
NAME Glassl, Marie
KURZBESCHREIBUNG Dramaturgin, Übersetzerin und Verlegerin
GEBURTSDATUM 1991