Marie Hermann erhielt ihre künstlerische Ausbildung bei der impressionistischen Landschafts- und Blumenmalerin Olga Wisinger-Florian in Wien und dem Tiermaler Viktor Weißhaupt in Dachau. 1896 heiratete sie den deutschen Maler und Universitätszeichner Gustav Keller (* 1860 in München; † 1911 ebenda). Anfang der 1890er Jahre zog sie nach Etzenhausen, wo sie ein Haus besaß (Nr. 44, „Villa Keller“) und den Rest ihres Lebens verbrachte.
Keller-Hermann malte vor allem Blumenstücke in Öl, außerdem Genrebilder und Landschaften. Ihre Blumendarstellungen sind zum Teil minutiös, zum Teil auch flüchtiger und in kräftigen Farben gehalten. Ab 1896 beschickte sie unter anderem Ausstellungen im Münchener Glaspalast. Prinzregent Luitpold von Bayern kaufte mehrere ihrer Werke auf. 1902/1903 stellte sie 20 ihrer Arbeiten im Salon Pisko aus.
Keller-Hermann starb mit 83 Jahren in Utting bei Dachau. Das Grab ihrer Familie befindet sich auf dem Friedhof Etzenhausen. Neben Marie und Gustav Keller ist dort auch ihre Tochter Margarethe (1896–1906) begraben, die noch im Kindesalter starb. Der Sohn Hans Keller war wohl ein in München tätiger Antiquitätenhändler. Die Straße in Etzenhausen, in der Marie Keller-Hermann wohnte, erhielt ihr zu Ehren den Namen Hermannstraße.
Werke (Auswahl)
Großes Blumenstilleben in Glasvase vor dunklem Hintergrund
Ziege, Öl auf Leinwand, 54 × 74 cm, Signatur rechts unten „M. Keller-Hermann“, Gemäldegalerie Dachau
Roter Mohn auf schwarzem Grund, Öl, 65 × 56 cm, Privatbesitz
Schuster-Weigl-Haus in Etzenhausen, Museumsverein Dachau
Am Fensterl, Öl, 1898 Jahresausstellung Münchner Künstlergenossenschaft, Aufkauf Luitpold von Bayern
Dirndls Fenster, Aufkauf Luitpold von Bayern
Märzenbecher (gelbe Blüten in blauem Glas), Herbstobst, Rosenkorb und Altwasser (Landschaft), 1902/1903 Ausstellung Salon Pisko
Großes Blumenstilleben in Glasvase vor dunklem Hintergrund, Öl auf Leinwand, 98 × 77 cm, Signatur rechts unten „M. Keller-Hermann“
Keller-Hermann, Marie. In: Heinrich Fuchs: Die österreichischen Maler des 19. Jahrhunderts: G-K. Wien 1973, S. 105.
Lorenz Reitmeier: Dachau. Ansichten und Zeugnisse aus zwölf Jahrhunderten. Dachau 1976, S. 343 und Dachau 1979, S. 14.
Ottilie Rady: Etzenhausen als Ort der Künstler. 8. Teil: Drei Malerinnen: Emmy Buchka-Lenbach, Marie Keller-Hermann, Margarete Fenner. In: Amperland. Jg. 14, 1978, S. 338–339 (PDF, mit Bild).
(auch in Dachauer Maler: der Künstlerort Dachau von 1801–1946. Verlagsanstalt Bayerland, Dachau 1981, ISBN 3-922394-02-7, S. 180–184.)
Sonja Baranow: Keller-Hermann, Marie (eigentlich Maria Anna). In: Horst Ludwig, Sonja Baranow: Münchner Maler im 19. Jahrhundert. Band 2: Gebhardt – Küstner. Bruckmann, München 1982, ISBN 3-7654-1802-1, S. 295.
Horst Heres: Dachauer Gemäldegalerie. Der Museumsverein, Dachau 1985, S. 84, 247.
↑Barbara Palmbach: Keller, Gustav (1860). In: Allgemeines Künstlerlexikon – Internationale Künstlerdatenbank – Online. Abgerufen am 2. April 2023.
12Sonja Baranow: Keller-Hermann, Marie (eigentlich Maria Anna). In: Horst Ludwig, Sonja Baranow: Münchner Maler im 19. Jahrhundert. Band 2. Bruckmann, München 1982, S. 295.
12Ottilie Rady: Etzenhausen als Ort der Künstler. 8. Teil: Drei Malerinnen: Emmy Buchka-Lenbach, Marie Keller-Hermann, Margarete Fenner. In: Amperland. Jg. 14, 1978, S. 338–339.
↑Horst Heres: Dachauer Gemäldegalerie. Der Museumsverein, Dachau 1985, S. 247.
↑Hans F. Schweers: Gemälde in Museen. Deutschland, Österreich, Schweiz. Band 1. Saur, München 2008, ISBN 978-3-598-24250-2, S. 742.