In der Westkirche bildete sich im Frühmittelalter der Zyklus der wichtigsten Marienfeste im Kirchenjahr heraus. Seit dem 7. Jahrhundert feierte die Kirche in Rom vier Marienfeste:
Mariä Lichtmess: Bei Zusammenfall mit einem Sonntag wird das jeweilige Sonntagsproprium durch das Lichtmess-Proprium ersetzt. Ausnahme dabei ist der letzte Sonntag nach Epiphanias. In diesem Fall wird Lichtmess auf einen Werktag verlegt.
Verkündigung des Herrn: Kann nicht an einem Sonntag gefeiert werden. Fällt der Tag auf Okuli, Lätare oder Judika, kann er am Vortag oder an einem Werktag der Folgewoche gefeiert werden. Fällt er auf einen Tag zwischen Palmsonntag und Ostermontag, kann er an einem Werktag der mit Quasimodogeniti beginnenden Woche gefeiert werden.
Mariä Heimsuchung: Kann auf einen Sonntag verlegt werden und soll gefeiert werden, wenn es auf einen Sonntag fällt.
Auch das Evangelische Gesangbuch enthält im bayrischen und thüringischen Regionalteil die Feste
In älteren Ausgaben ist auch Mariä Heimsuchung für den 2. Juli enthalten.
Auch der 15. August wird von manchen evangelischen Kirchen mit Maria verbunden. Da der Gedanke einer leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel mit der evangelischen Theologie nicht vereinbar ist, gilt der Tag schlicht als Todestag und damit Gedenktag der Maria, der offiziell in den Heiligenkalendern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika und der Lutherischen Kirche – Missouri-Synode sowie der anglikanischen Kirchen geführt wird. Vor der Einführung des Evangelischen Namenkalenders fand sich dieses Datum unter Namen wie „Mariä Verscheiden“ auch in regionalen evangelischen Kalendern des deutschsprachigen Raumes.
12Éric Palazzo, Ann-Katrin Johansson: Jalons liturgiques pour une histoire du culte de la vierge dans l’Occident latin (Ve-XIe siècle). In: Dominique Iogna-Prat, Éric Palazzo, Daniel Russo (Hrsg.): Marie. Le culte de la Vierge dans la société médiévale. Beauchesne, Paris 1996, ISBN 2-7010-1338-0, S. 15–43, hier S. 17.
↑Vgl. Ergänzungsheft zum Messbuch. Eine Handreichung. Hrsg. von den Liturgischen Instituten Deutschlands, Österreichs und der deutschsprachigen Schweiz. VzF Deutsches Liturgisches Institut, Trier 5. Auflage 2023, S. 65