Marienfeste sind Feste und Gedenktage im Kirchenjahr, die der Verehrung Mariens dienen. Marienfeiertage werden vor allem in Ländern mit überwiegend römisch-katholischer Bevölkerung und in den orthodoxen Kirchen in besonderer Weise begangen. Außerdem gibt es auch Marienfesttage im Kirchenjahr der anglikanischen Gemeinschaft und der lutherischen Kirchen.
Im Saarland, in Bayern und Österreich sind einige Marienfeste auch staatliche Feiertage.
In der Westkirche bildete sich im Frühmittelalter der Zyklus der wichtigsten Marienfeste im Kirchenjahr heraus. Seit dem 7. Jahrhundert feierte die Kirche in Rom vier Marienfeste:
Diese Feste ergänzten das ursprünglich einzige Marienfest: das Hochfest der Gottesmutter am 1. Januar.
Traditionell ist der Mai Marienmonat, der Oktober Rosenkranzmonat.
Die beiden Feste
wurden wegen ihres engen Bezuges zu Maria früher den Marienfesten zugeordnet, sind jedoch Herrenfeste (Feste des Herrn Jesus Christus).
Evangelisch-lutherische Kirchen begehen drei Herrenfeste mit marianischem Aspekt, die heute vor allem in der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche gottesdienstlich begangen werden.
Diese drei Tage sind auch im Evangelischen Gottesdienstbuch der Union Evangelischer Kirchen in der EKD und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands vorgesehen. Dabei gelten folgende Anregungen, entscheidend sind lokale Regelungen:
Auch das Evangelische Gesangbuch enthält im bayrischen und thüringischen Regionalteil die Feste
In älteren Ausgaben ist auch Mariä Heimsuchung für den 2. Juli enthalten.
Auch der 15. August wird von manchen evangelischen Kirchen mit Maria verbunden. Da der Gedanke einer leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel mit der evangelischen Theologie nicht vereinbar ist, gilt der Tag schlicht als Todestag und damit Gedenktag der Maria, der offiziell in den Heiligenkalendern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika und der Lutherischen Kirche – Missouri-Synode sowie der anglikanischen Kirchen geführt wird. Vor der Einführung des Evangelischen Namenkalenders fand sich dieses Datum unter Namen wie „Mariä Verscheiden“ auch in regionalen evangelischen Kalendern des deutschsprachigen Raumes.
Die orthodoxen Kirchen feiern auch das Fest der Niederlegung der Muttergottesgewänder am 2. Juli