Marienfried ist eine Gebetsstätte nahe Pfaffenhofen an der Roth im Landkreis Neu-Ulm in Bayern. An der Gebetsstätte befinden sich die Gnadenkapelle, die Marienfriedkirche, die Pilgerheime Haus Marienfried, Haus Bethanien und Haus Tabor, eine Lourdes- und Fátima-Grotte, ein Rosenkranz- und Immaculata-Weg und ein Kreuzweg.

Die Pfarrei St. Martin in Pfaffenhofen legte mit ihrem Pfarrer Martin Humpf (1907–1996) im Kriegsjahr 1944 folgendes Gelübde ab: „Wenn die Pfarrgemeinde von den Kriegsschäden verschont bleibt, bauen wir der Gottesmutter zum Dank eine Kapelle.“ Dieses Gelöbnis wurde von einer Gruppe der Schönstatt-Mädchenjugend aufgegriffen. Ab 1944 wird von Auditionen, 1946 von kirchlich nicht anerkannten Visionen des Gruppenmitglieds Barbara „Bärbl“ Rueß (1924–1996), einer Nichte Hermann Köhls (1888–1938), berichtet, bei denen ihr die Gottesmutter Maria erschienen sein und ihr „Botschaften“ übermittelt haben soll. Rueß war 1944 an einer für sie lebensbedrohlichen Hirnhautentzündung erkrankt. Zwei Jahre nach den angeblichen Erscheinungen (1948) soll die stigmatisierte „Seherin“ in der Karwoche nicht nur Opfer einer Entführung und Nötigung, bei der ihr Tod billigend in Kauf genommen wurde, sondern auch Zeugin eines vermeintlich jüdischen Hostienfrevels geworden sein. Mit solchen Gerüchten wurde nicht nur an mittelalterliche antijudaistische Legenden angeknüpft, einzelne Erzählformen (Aussehen der Männer, Geld zählen) erinnern auch stark an die nationalsozialistischen Stereotypen über jüdische Menschen. Um das Gelöbnis einzulösen, wurde eine der „Dreimal Wunderbaren Mutter und Mittlerin der Gnaden“ gewidmete Gnadenkapelle, auch Marienfriedkapelle genannt, erbaut und am 18. Mai 1947 mit bischöflicher Genehmigung benediziert.
Am 23. Juni 1972 benedizierte der damalige Augsburger Weihbischof Rudolf Schmid eine erste, provisorische Kirche („Große Marienfriedkirche“), die aber ein gutes Jahr später, in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1973, vollständig niederbrannte. Einzig der Korpus des gekreuzigten Christus soll als Torso erhalten geblieben sein. Eine neue, zweite „Notkirche“ wurde am 5. Oktober 1974, zusammen mit dem Marienfriedhaus, von Bischof Josef Stimpfle geweiht. Am 4. Juli 1995 verlieh Diözesanbischof Viktor Josef Dammertz der Gebetsstätte den Titel „Maria, Mutter der Kirche“ und errichtete Marienfried als Kirchenstiftung. In den Jahren 2010 und 2011 wurde die Marienfriedkirche dann grundlegend um- und neugebaut und am 23. Oktober 2011 von Bischof Konrad Zdarsa geweiht.
1974 wurde im südwestlichen Waldwinkel eine Fatima-Grotte geschaffen. Die Lourdes-Grotte entstand ebenfalls 30 Jahre nach dem Gelübde, 1974; sie wurde 2014 in den Gebetspark integriert. Auf der Festwiese wurde 2000 der große Freialtar errichtet. Der Kreuzweg – von der Gnadenkapelle in Richtung Süden – ist ein Werk des Bildhauers Wolfgang Klein (* 1931), errichtet in den Jahren 2000 bis 2002.
Neben regelmäßigen Gottesdiensten und Lichterprozessionen finden in Marienfried Gebets- und Einkehrtage sowie Exerzitien statt. Die Jugendbewegung Jugend 2000 führte dort gelegentlich eines ihrer internationalen Prayerfestivals durch, zuletzt 2020.
Koordinaten: 48° 21′ 4,7″ N, 10° 10′ 35,2″ O