Mario Visintini (* 26. April 1913 in Parenzo, Istrien, im heutigen Kroatien; † 11. Februar 1941 bei Keren, Eritrea; eigentlich ven. Mario Visentin) war ein italienischer Jagdflieger des Zweiten Weltkriegs. Ihm wurden je nach Quelle 16, 17 oder 20 persönliche Luftsiege zugesprochen.
Nach Abschluss seiner Schulausbildung wollte Visintini eine Offiziers- und Pilotenlaufbahn bei der Regia Aeronautica einschlagen, er wurde jedoch beim Auswahlverfahren aus medizinischen Gründen abgelehnt. Nachdem er 1936 bei Mailand eine zivile Pilotenlizenz erworben hatte, nahm ihn die italienische Luftwaffe als Offizieranwärter auf Zeit an und erteilte ihm nach einer entsprechenden Ausbildung in Grottaglie eine militärische Pilotenlizenz. Danach kam er zum 4º Stormo, einem Jagdgeschwader, das seinerzeit im norditalienischen Görz beheimatet war.
Visintini nahm 1937/38 mit dem auf Seiten der spanischen Nationalisten kämpfenden italienischen Freiwilligenkorps Corpo Truppe Volontarie (CTV) am Spanischen Bürgerkrieg teil. Während seines Spanieneinsatzes, Visintini diente in der 25. Jagdstaffel (25ª Squadriglia), gelang es ihm mindestens zwei gegnerische beziehungsweise republikanische Jagdflugzeuge, je eine Polikarpow I-15 und eine Polikarpow I-16, abzuschießen.
Anfang 1940 wurde Visintini als Berufsoffizier übernommen und nach Italienisch-Ostafrika versetzt. Dort kämpfte er nach dem Eintritt Italiens in den Zweiten Weltkrieg ab Juni 1940 mit bereits veralteten CR.42-Doppeldeckern gegen britische und Commonwealth-Streitkräfte, wobei er vermutlich 15 oder 16 bestätigte Luftsiege erzielte, weitere wurden entsprechend der Vorgehensweise der italienischen Luftwaffe „kollektiviert“, also seiner Einheit zuerkannt.
Seinen ersten Luftsieg auf diesem Kriegsschauplatz errang er am 14. Juni 1940 über Massaua, als er zwei Wellesley-Bomber des 14. Geschwaders der Royal Air Force (No. 14 Squadron RAF) abfangen und eine der beiden Maschinen abschießen konnte. Ein weiterer Abschuss eines Wellesley-Bombers, erneut eine Maschine des 14. RAF-Geschwaders, gelang Visintini am 3. Juli 1940 nahe Dekemhare. Darüber hinaus schoss Visintini am 13. Oktober 1940 zwei Blenheim-Bomber des 45. RAF-Geschwaders (No. 45 Squadron RAF) etwa 15 Kilometer östlich von Dekemhare ab.
Am 12. Dezember 1940 nahm Visintini mit seiner Staffel an einem Angriff auf den Flugplatz von Gaz Regeb teil, in dessen Verlauf sein Staffelkapitän notlanden musste. Visintini landete neben ihm und nahm ihn in seiner einsitzigen CR.42 mit zurück nach Asmara. Wenige Tage später erhielt Visintini als Hauptmann das Kommando über die Staffel (412ª Squadriglia). Weitere Angriffe auf feindliche Flugplätze folgten, wobei etliche britische Flugzeuge am Boden zerstört wurden.
Anfang 1941 nahm Visintini mit seiner Staffel an der Schlacht von Keren teil. Nachdem am 11. Februar 1941 einige italienische Piloten in der Nähe der Stadt wegen eines Unwetters notgelandet waren, kehrte Visintini zum Ort des Geschehens zurück, um sie zu ihrem Stützpunkt zu begleiten. Wahrscheinlich kam er wegen des starken Windes vom Kurs ab und flog bei schlechter Sicht in den Mount Nefasit. Er wurde posthum mit dem höchsten italienischen Militärorden ausgezeichnet. Der Militärflugplatz Rivolto bei Udine ist nach Visintini benannt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Visintini, Mario |
| ALTERNATIVNAMEN | Visentin, Mario |
| KURZBESCHREIBUNG | italienischer Pilot im Zweiten Weltkrieg |
| GEBURTSDATUM | 26. April 1913 |
| GEBURTSORT | Parenzo |
| STERBEDATUM | 11. Februar 1941 |
| STERBEORT | Eritrea |