Markus Goessi

Markus Goessi während der Performance a dog, a king and a lot of spiciness im Salon Mondial, Münchenstein

Markus Goessi (geboren am 13. März 1966 Frauenfeld) ist ein Schweizer Performancekünstler und Fotograf, der in Basel lebt und arbeitet. Bekannt ist er für seine experimentellen Performances, in denen er alltägliche Materialien und den eigenen Körper in den Mittelpunkt stellt. Seine Arbeit wurde 2025 mit dem Performancepreis Schweiz ausgezeichnet.

Werdegang

Markus Goessi machte von 1983 bis 1987 eine Ausbildung zum Augenoptiker, besuchte 1998–2000 die Gestaltungsschule Farbmühle in Luzern mit einem Performancestudium bei Monika Günther und Ruedi Schill, das er von 2000 bis 2004 an der HGK Basel, mit Muda Mathis als Performance-Dozentin, weiterführte. Seit 2004 arbeitet er als Bildender Künstler, Performer und Veranstalter in den Bereichen Fotografie und Performance Art. Ein wichtiger Teil seiner künstlerischen Praxis ist das Zusammentreffen und die Zusammenarbeit mit anderen Kunstschaffenden. In Jamsessions entstehen gemeinschaftliche, oft ungeplante Performances, oft im öffentlichen Raum oder in der Landschaft, bei denen das Zusammenspiel und der Prozess im Vordergrund stehen. Kunst im öffentlichen Raum, Performancedokumentation, Videoperformance und Videokunst kamen so im Verlauf seiner Performancepraxis als Schwerpunkte dazu.

Markus Goessi war mehrere Jahre als Kurator und Mitorganisator in verschiedenen Kontexten der Schweizer Performancekunst aktiv. Im Kaskadenkondensator Basel war er von 2006 bis 2008 für die Programmgestaltung und die Durchführung von Performance-Reihen mitverantwortlich. Bei der Performance-Reihe Neu-Oerlikon in Zürich wirkte Goessi wiederholt als Kurator und Organisator, insbesondere im Rahmen von Open-Air-Performances und spartenübergreifenden Projekten im öffentlichen Raum. Seine kuratorische Tätigkeit zeichnet sich durch die Förderung von kollaborativen, internationalen und interdisziplinären Ansätzen innerhalb der Performancekunst aus. Er engagiert sich auch beim Performance Netzwerk Schweiz PANCH für den Austausch zwischen Künstlern und die Sichtbarmachung von Performance als eigenständige Kunstform.

Seine Arbeit wurde durch zahlreiche Einladungen zu internationalen Festivals international sichtbar, darunter Events in China, Mexiko, Chile und Indien. Markus Goessi wurde 2005 mit dem Performancepreis des Kunstkredits Basel-Stadt ausgezeichnet. Die Jury des Performancepreises Schweiz 2024 betonte in ihrer Würdigung zu dem Swiss Performance Award 2024 zudem Goessis langjährige, eigenständige Position innerhalb der Schweizer Performanceszene.

Swiss Performance Art Award 2024 in der Gessnerallee Zürich

Markus Goessis Performance «Zisch, Blubber, Hot & Pot» beim Performancepreis verband körperliche Präsenz mit Elementen aus Modenschau und Kochsendung und griff dabei deren gesellschaftliche Codes auf. Durch improvisierte, teils chaotische Aktionen wie überkochende Milch, durch den Raum fliegendes Popcorn, das Schneiden von Paprika und spritzender Tomatensauce entstand eine Atmosphäre der Überforderung und Verschwendung. Goessi entkleidete sich, schwitzte und brachte sich an seine körperlichen Grenzen, während parallel eine Skulptur einer männlichen Faust langsam in einem Topf schmolz. Begleitet wurde das Geschehen von einer KI-Stimme, die Texte vortrug, in denen persönliche Erinnerungen und gesellschaftliche Themen aufgegriffen wurden. Das Ergebnis war eine vielschichtige, sinnliche Inszenierung, die Sprache, Klänge, Gerüche und Bilder miteinander verwob und die Unvollkommenheit feierte. Die Jury lobte die starke Bühnenpräsenz, intuitive Herangehensweise, sinnliche Ästhetik und die prägnante Dramaturgie. Weiterhin die Verbindung von Slapstick und Popkultur, die Inszenierung der eigenen queeren Identität und des alternden Körpers sowie Goessis kontinuierliche, eigenständige Praxis als wichtiger Vertreter der Schweizer Performancekunst.

Ehre und Netzwerke

Festivals

Soloperformance

Ausstellungen

Kollaborationen

Veröffentlichungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Alle Inhalte | SIK-ISEA Recherche. Abgerufen am 1. Juli 2025 (englisch).
  2. ↑ https://kultur.lu.ch/-/media/Kultur/Dokumente/Ausschreibungen/MM_SPAA24_Bekanntgabe_Gewinner_innen.pdf?rev=224786f3cf234ccf9ae2e84513c93bc2
  3. ↑ Bacon And Some Corn (Ausschnitt). Archiviert vom Original am 22. April 2025; abgerufen am 1. Juli 2025 (englisch).
  4. ↑ Primera Bienal Internacional Performance / Arteacción Deformes 2006 - Universidad de Chile. Abgerufen am 9. November 2019.
  5. ↑ Change. Archiviert vom Original am 13. Juni 2025; abgerufen am 2. Juli 2025 (englisch).
  6. ↑ 10. PERFORMANCE REIHE NEU-OERLIKON goes to Mexico City. In: PERFORMANCE REIHE NEU-OERLIKON. 22. Juli 2024, abgerufen am 1. Juli 2025 (deutsch).
  7. ↑ Translocal Performance Art Giswil. In: Translocal Performance Art Giswil. Abgerufen am 15. September 2025 (Schweizer Hochdeutsch).
  8. ↑ Presse-Material. Abgerufen am 2. Juli 2025 (deutsch).
  9. ↑ Programm 2021. In: PERFORMANCE REIHE NEU-OERLIKON. 31. August 2021, abgerufen am 2. Juli 2025 (deutsch).
  10. ↑ blende64: Performance in Progress. 28. August 2007, abgerufen am 2. Juli 2025.
  11. ↑ 4.–6.5.18 • PANCH : Kaskadenkondensator. Abgerufen am 4. Juli 2025.
  12. ↑ Freckly Night – Museum Tinguely Basel. Archiviert vom Original am 19. Juli 2024; abgerufen am 10. April 2025.
  13. ↑ Blatthirsch GmbH: Performance in Progress. In: Haus für Kunst Uri. 28. August 2007, abgerufen am 12. November 2025.
  14. ↑ WITH(OUT) FEAR 2020. Abgerufen am 12. November 2025.
  15. ↑ Visarte | entrée&hommage 2023. Abgerufen am 12. November 2025 (deutsch).
  16. ↑ weltraum.me. Abgerufen am 12. November 2025.
  17. ↑ Performance von Markus Goessi – Saiten. Abgerufen am 12. November 2025 (Schweizer Hochdeutsch).
  18. ↑ Thurgaukultur: Heimspiel in der Kunsthalle Sankt Gallen: Die Macht des Seltsamen. Abgerufen am 12. November 2025.
  19. ↑ «Neoscope 18»: Achtung, fertig, Performance! In: Zofinger Tagblatt. 14. Mai 2018, abgerufen am 4. Juli 2025 (deutsch).
  20. ↑ Substanz No 10: Extra CH! Encuentro Binacional México/Suiza. Abgerufen am 2. Juli 2025 (englisch).
  21. ↑ © Bundesamt für Kultur: Kulturerbe Darstellende Künste 2025. Abgerufen am 2. Januar 2026.
Personendaten
NAME Goessi, Markus
ALTERNATIVNAMEN Gössi, Markus
KURZBESCHREIBUNG Schweizer Künstler, Performer und Fotograf
GEBURTSDATUM 13. März 1966
GEBURTSORT Frauenfeld