Markus Hauser (Prediger)

Markus Hauser (* 5. Mai 1849 in Trasadingen, Kanton Schaffhausen; † 12. Dezember 1900 in Zürich) war ein Schweizer Prediger und Seelsorger, er gehörte zu den bekannten Persönlichkeiten der Heiligungs- und Erweckungsbewegung.

Markus Hauser

Leben

Markus Hauser, der Sohn eines Küfers und späteren Dorfweibels und dessen Ehefrau Maria Glinz, verbrachte die frühe Kindheit im Elternhaus. Aufgrund der Ehescheidung kam er im Alter von 10 Jahren in das Kinderheim „Friedeck“ in Buch SH. Nach einer Phase der gefühlten Wertlosigkeit und Depressionen bis hin zu Selbstmordgedanken erlebte er seine Bekehrung, worüber er selbst schrieb: „Die Nacht war vorüber, die Sünden getilgt, ... der Herr trocknete meine Tränen. Meine Gebete waren erhört. Jesus lebt, Jesus liebt mich, das stand mir nun fest.“ Nach der Schule arbeitete er eine Zeitlang in einer Gärtnerei in Basel, dann in einer Buchhandlung. In Basel bewarb er sich als Zögling bei der Pilgermissionsanstalt St. Chrischona. Nach der Probezeit wurde er wegen seines schwachen Augenlichtes entlassen, aber aufgrund der Fürsprache von Inspektor Carl Heinrich Rappard durfte er dann doch bleiben.

Bethelkapelle der Chrischona Pilgermission in Zürich

Nach vierjähriger Ausbildung zum Prediger und Evangelisten begann er 1872 in Mattwil bei Sulgen im Kanton Thurgau seinen Verkündigungsdienst, ein Jahr später konnte im Dorf eine Kapelle eingeweiht werden. 1878 wurde Hauser nach Reinach im Kanton Aargau versetzt, wo im Jahr zuvor eine Kapelle erbaut wurde. Dort wuchs die Chrischona-Gemeinde unter seiner Leitung stark an, bei seinem Abschlussgottesdienst 1878 waren gegen 600 Besucher anwesend. 1887 begann Hauser auf Beschluss der Pilgermission einen siebenjährigen Dienst in der Station Frauenfeld, wo weniger Menschen angezogen und nicht so viel Frucht sichtbar wurde.

1894 zog Hauser mit seiner Familie nach Zürich, wo er erneut eine rege Vortrags- und Predigttätigkeit entfaltete. Mit dem Globus-Gründer Heinrich Burkhardt-Schuppisser verband ihn eine Freundschaft, gemeinsam mit Samuel Zeller gründeten sie einen eigenen Verein, der im Oktober 1899 die sogenannte Bethelkapelle mit einem Saal für 1600 Personen einweihte.

Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich ab Februar 1900 und zwang den erst 51-jährigen, die Arbeit ganz niederzulegen. Am 12. Dezember 1900 verstarb Hauser. Die von ihm gegründete Kirche wuchs auch danach weiter, so dass die Gemeindeglieder in Oberstrass 1911 die Emmauskapelle errichten konnten.

Hauser wirkte nicht nur durch seine Predigten und Vorträge, sondern auch durch Artikel und Bücher, die bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts nachgedruckt wurden.

Schriften (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 Albert Jung-Hauser: Markus Hauser Ein Hoffnungsleben. Brunnen-Verlag, Giessen-Basel 1952, S. 16 f.
  2. ↑ Jung-Hauser: Markus Hauser Ein Hoffnungsleben. Brunnen-Verlag, Giessen und Basel 1952, S. 11.
  3. ↑ Viva Kirche Schweiz: Unsere Geschichte, Website chrischona.ch (abgerufen am 8. März 2023)
  4. ↑ INV-REI921 Chrischona-Vereinshaus, 1877 (Dossier (Bauinventar)), Online-Inventar der Kantonalen Denkmalpflege Aargau (abgerufen am 24. August 2018)
  5. ↑ Heiliger Geist − Erfüllt vom Geist, Predigtscript vom 31. Januar 2021, Website chrischonazuerich.ch (als pdf abgerufen am 13. Dezember 2025)
  6. ↑ chrischonazuerich.ch (Memento des Originals vom 15. August 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., abgerufen am 24. August 2018
  7. ↑ Geschichte, Website Viva Kirche Zürich (2025, abgerufen am 12. Dezember 2025)
  8. ↑ Stephan Holthaus: Heil, Heilung, Heiligung. Die Geschichte der deutschen Heiligungs- und Evangelisationsbewegung (1874-1909). Brunnen Verlag, Giessen 2005. ISBN 3-765-5948-57. (= Kirchengeschichtliche Monographien; 24), S. 278f.
  9. ↑ Andachten zu biblischen Büchern – Markus Hauser, Verlag Jürgen Beck, Website Jazzybee (24. Mai 2024, abgerufen am 12. Dezember 2025)
  10. ↑ Albert Jung-Hauser: Ein Hoffnungsleben, 1952, Website info2.sermon-online.com (abgerufen am 12. Dezember 2025)