
Als Maroons (Singular: Maroon, französisch und niederländisch: Marron, von spanisch cimarrón) werden seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts Bevölkerungsgruppen überwiegend afrikanischer Herkunft bezeichnet, die sich der Sklaverei in den britischen, französischen und niederländischen Kolonien Amerikas durch Flucht oder auch aktiven Widerstand entziehen konnten. In den spanischen Kolonien wurde die Bezeichnung Cimarrón verwendet.
Maroon und Marron sind korrumpierte Formen des spanischen Adjektivs cimarrón ‚verwildert, wild, nicht domestiziert‘. Auch wenn die Etymologie von cimarrón nicht eindeutig geklärt ist, wird die Ableitung von cima ‚Berggipfel‘ weitgehend akzeptiert.
Im hispanoamerikanischen Sprachraum bezieht sich cimarrón meist auf verwilderte Kulturpflanzen und entlaufene, wild lebende Haustiere oder deren Wildformen. Somit charakterisiert der Begriff in seiner Grundbedeutung pflanzliche und tierische Ressourcen, deren Verwertbarkeit für den Menschen durch ihren schwer zugänglichen Lebensraum oder die Wehrhaftigkeit einer Spezies eingeschränkt wird. So wird z. B. das Wildschwein in Spanien als jabalí bezeichnet, in Lateinamerika jedoch als cerdo cimarrón, also Tiere, die von verwilderten, im 16. Jahrhundert aus Europa in die Neue Welt eingeführten Hausschweinen (spanisch cerdo) abstammen.
Die ursprüngliche Bedeutung von cimarrón wurde von den spanischen Eroberern zu Beginn des 16. Jahrhunderts auch auf die „menschlichen Ressourcen“ der Neuen Welt übertragen, zunächst auf die indigenen Ureinwohner, die den Spaniern nicht nur als „ungezähmte Wilde“ erschienen, sondern sich deren Herrschaftsansprüchen auch durch Rückzug in schwer zugängliche Regionen oder unter Anwendung von Waffengewalt widersetzten.
Mit den indios cimarrones erfuhr die Bezeichnung durch die Anwendung auf Vertreter der menschlichen Spezies eine Bedeutungserweiterung, die einerseits den Aspekt der Flucht aus einem Herrschaftsverhältnis beinhaltete, andererseits aber auch die Bereitschaft eines Geflohenen, die bestehenden Herrschaftsverhältnisse durch Schaffung eigener Siedlungen, durch Koalitionen mit anderen marginalisierten Bevölkerungsgruppen und notfalls auch durch gewaltsamen Widerstand zu verändern. Dieser Sinngehalt wurde im weiteren Verlauf der amerikanischen Kolonisation auch auf flüchtige afrikanische Sklaven (negros cimarrones) übertragen und fand in der substantivierten Wortform cimarrón, m. (Plural: cimarrones) unter Wegfall der ersten Silbe als maroon oder marron Eingang in die Sprachen anderer europäischer Kolonialmächte. Bei den Fluchtvorgängen (auch: cimarronaje) wurde zwischen petit marronage (Einzelausbrüche) und grand marronage (Gruppenausbrüche und bandenmäßiges Auftreten) unterschieden.

Auf Jamaika vermischten sich die Maroons mit den indigenen Völkern der Arawaks und der Miskitos. Die von den Sklavenhändlern für die Zuckerrohr-Plantagen verschleppten Afrikaner kamen vor allem aus dem heutigen Ghana und der Elfenbeinküste. Diese Sklaven sprachen überwiegend Akan, wie die Fante und Aschanti. Durch ihre gemeinsame Sprache konnten sie Kommunikationslinien zur Vorbereitung der Flucht von den Plantagen unterhalten und Allianzen bilden.
Nach der Volkszählung vom November 1877 lebten auf Jamaika 226.432 Sklaven, 18.347 Weiße, 9.405 freie Schwarze und 1.326 Maroons, insgesamt 255.510 Menschen.
Bis heute sind die Maroons auf Jamaika autonom und haben eine eigene Kultur bewahrt. Sie leben hauptsächlich im Cockpit Country, einer schwer zugänglichen Karstlandschaft im Landesinneren. Accompong in den Bergen von Saint Elizabeth, im Südwesten der Insel hat ca. 600 Einwohner. Am 6. Januar wird hier jährlich ein großes Fest zum Gedenken an die Unterzeichnung des Friedensvertrages mit den Briten gefeiert. Insgesamt leben etwa 7.000 Maroons in Jamaika. Die Maroon-Kultur in Moore Town wurde 2008 in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.
Die Trelawny-Maroons wurden 1795 trotz gegenteiliger Versprechen auf drei Schiffen unter militärischer Aufsicht nach Nova Scotia deportiert, mit 25.000 jamaicanischen Pfund als Reparation. Der Gouverneur, John Wentworth, hoffte, sie als billige Arbeitskräfte und militärische Verbündete einsetzen zu können. Prinz Edward und Wentworth ließen die Maroons an Land bringen, ohne auf eine Anordnung aus London zu warten und setzen sie beim Ausbau der 1783 teilweise zerstörten Festung Citadel Hill ein, da ein französischer Angriff befürchtet wurde. Die Mehrzahl der Verbannten waren Frauen und Kinder. Einige der Deportierten waren bereits auf den Schiffen verstorben. Wentworth ließ Schulen und Kirchen einrichten, die Mission machte jedoch wenig Fortschritte. 1797 reichten die Maroons mit Hilfe örtlicher Abolutionisten und Militärs eine erste Petition ein, in der sie eine Ansiedlung in einer wärmeren Gegend forderten. Sie wurden schließlich im Jahr 1800 nach Sierra Leone verschifft, nachdem klar geworden war, dass sie sich nicht ohne weiteres bekehren und assimilieren ließen.

Die Maroons von Suriname (Schreibweise in der ehemaligen niederländischen Kolonie: Marrons) sind Nachkommen von geflohenen Sklaven. Sie stammen ursprünglich überwiegend aus den heutigen Ländern Ghana, Benin, Togo und Angola. Sie lebten und leben nach wie vor Seite an Seite mit den indigenen Einwohnern des Landes. Im Landesinneren bilden sie verschiedene Gemeinschaften und sind stammesmäßig organisiert. Die beiden größten Gruppen sind die Ndyuka (auch: Aukaner) und die Saramaccaner (auch: Saamaka). Die anderen vier Gruppen sind die Aluku (auch: Boni), die Kwinti, die Matawai und die Paramaccaner.
Bei der Volkszählung im Jahre 2012 gaben 117.567 Personen (21,7 % der Bevölkerung) an, zu einer dieser Gruppen zu gehören.
Im kolumbianischen Dorf Palenque de San Basilio bei Cartagena sprechen Maroons noch heute eine bantu-spanische Kreolsprache, das Palenquero.
In Brasilien leben Maroons („Quilombolas“) heute unter anderem in den Siedlungen Quilombos und Palmares.

Maroons sind vor allem aus Virginia, North Carolina und Alabama belegt. Im Marschland Great Dismal Swamp von Virginia und North Carolina siedelten die Great Dismal Swamp Maroons unter schwierigen Verhältnissen. Auch in South Carolina gab es Maroons.
Gracia Real de Santa Teresa de Mose (Fort Mose), nördlich von St. Augustine, Florida, wurde 1738 von geflohenen Sklaven aus Carolina in damals spanischem Gebiet gegründet. Es wurde Teil der spanischen Befestigungsanlagen in Florida. Die Kultur der Bewohner war eine Mischung aus spanischen und afrikanischen Elementen.
Die Schwarzen Seminolen waren ein Stamm, der aus entkommenen Sklaven und Angehörigen der lokalen indianischen Bevölkerung bestand, die als Seminolen bezeichnet wurden.
Zusammen mit weiteren Maroons aus Jamaika, dem Aufseher Georg Ross und 45 invaliden Soldaten erreichte die Asia am 30. September 1800 mit 551 Maroons aus Nova Scotia an Bord Freetown. Die ersten 538 Maroons siedelten vom jamaikanischen Trelawny im Jahr 1800 als befreite Sklaven an die Küste von Sierra Leone über. Dort lebten bereits 1200 schwarze Loyalisten, die 1792 mit Unterstützung der Sierra Leone Company ins Land gekommen waren. Sie fanden ein Zuhause vor allem in der Maroon Town, einem heutigen Stadtteil der Hauptstadt Freetown. Besonders bekannt ist die St. John’s Maroon, eine nach ihnen benannte Kirche. Die Volkszählung von 1802 verzeichnete 891 Siedler aus Nova Scotia, 515 Maroons aus Jamaika und 27 Europäer, sowie 90 Kru aus Liberia und 58 Leute von Dalla Moodoo (Dalamodiya).
Nach dem Ende der Sklaverei im Britischen Reich kehrten einige Maroons aus der Kolonie und Protektorat Sierra Leone ab 1851 als Vertragsarbeiter nach Jamaika zurück.