Martigues

Martigues
Martigues (Frankreich)
Martigues (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Provence-Alpes-Côte d’Azur
Département (Nr.) Bouches-du-Rhône (13)
Arrondissement Istres
Kanton Martigues
Gemeindeverband Métropole d’Aix-Marseille-Provence
Koordinaten 43° 24′ N, 5° 3′ OKoordinaten: 43° 24′ N, 5° 3′ O
Höhe 0–187 m
Fläche 71,44 km²
Einwohner 48.298 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 676 Einw./km²
Postleitzahl 13500
INSEE-Code
Website www.ville-martigues.fr

Hafen in Martigues
Luftansicht auf Martigues

Martigues (okzitanisch Lo Martegue) ist eine südfranzösische Gemeinde und Hafenstadt. Auf einer Fläche von rund 71 Quadratkilometern leben 48.298 Einwohner (Stand 1. Januar 2023). Damit ist Martigues die viertgrößte Gemeinde des Départements Bouches-du-Rhône. Die Einwohner nennen sich Martégaux.

Geographie

Die Gemeinde liegt etwa 30 km westlich von Marseille, auf einem schmalen Landstreifen zwischen dem Golfe du Fos und dem Étang de Berre. Der Canal de Caronte, die Verbindung des Étang de Berre mit dem Mittelmeer, zerschneidet die Gemeinde in zwei Teile. Martigues ist eine Stadt des Wassers und wird in Südfrankreich auch Venedig der Provence genannt.

Geschichte

In der Antike hieß die Stadt an dieser Stelle Maritima.

Der Ort Martigues entstand 1581 aus den drei Orten L’Isle (alter Ortskern), Jonquières und Ferrières.

In Martigues befand sich das von den Deutschen Besatzern eingerichtete und bewachte Camp de Caronte l'Avera, ein Lager für Zwangsarbeiter, die in der GTE 212 zusammengefasst worden waren. Bei den Arbeitskräften handelte es sich um ausländische Juden und Spanische Republikaner, die zwischen Ende September 1943 und Anfang Mai 1944 für die Organisation Todt beim Bau des Südwalls mitarbeiten mussten.

Auf dem Gebiet von Martigues befindet sich das Viaduc de Caronte, eine 943 Meter lange Eisenbahnbrücke, die im Oktober 1915 mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie Marseille–Miramas in Betrieb genommen worden war. Diese Brücke wurde im August 1944 von den Deutschen gesprengt und zwischen 1952 und 1954 nach dem Vorbild der alten Brücke wieder aufgebaut.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts partizipierte die Stadt an der von Charles de Gaulle geförderten Industrialisierung des Gebiets östlich der Rhône-Mündung (Fos-sur-Mer). Um die Stadt von dem dadurch zugenommenen Verkehr zu entlasten, wurde die Autoroute A 55 gebaut und 1972 der Viaduc de Martigues eröffnet. Das Stadtbild zeichnet sich durch seine modernistische Wohnhausarchitektur aus.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr19621968197519821990199920062017
Einwohner21.51527.94538.37342.03742.67843.49746.31848.188
Quellen: Cassini und Insee

Wappen

Wappenbeschreibung: In Rot ein silberner gemauerter Zinnenturm mit zwei offenen Fenstern und einem Torbogen von je einem pfahlgestellten silbernen Schlüssel mit Kreuzeinschnitt im nach außen zeigenden Bart und einer Vierpassreite begleitet.

Sehenswürdigkeiten

L’Isle bei Nacht

Verkehr

Martigues hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Miramas–L’Estaque (Ligne de la Côte Bleue).

Persönlichkeiten

Commons: Martigues – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Christian Eggers: Unerwünschte Ausländer. Juden aus Deutschland und Mitteleuropa in französischen Internierungslagern 1940 – 1942, Metropol Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-932482-62-X, S. 396
  2. ↑ Le rôle de Vichy dans la Shoah à Martigues et à Port de Bouc (1940–1944) auf der Webseite der Fondation Mémorial de la Shoah
  3. ↑ Comité Régional de Tourisme Provence-Alpes-Côte d'Azur: Viaduc ferroviaire de Caronte