Martin Illert

Martin Illert (* 1967 in Kiel) ist ein deutscher lutherischer Theologe und Hochschullehrer.

Leben

Er studierte von 1989 bis 1994 Theologie in Kiel, Marburg und Oxford. Von 1994 bis 1995 lehrte er als Gastlektor für deutsche Sprache an der Orthodoxen Theologischen Fakultät der Universität Sofia. Nach der Promotion (1995–1997) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel bei Reinhart Staats zum Thema Johannes Chrysostomos und das syrische Mönchtum absolvierte er von 1997 bis 1999 das Vikariat in Kiel. Von 1999 bis 2000 war er Auslandsvikar an der St. Anne’s Lutheran Church in der Londoner City. Von 2000 bis 2002 war er Pastoralassistent für die deutschsprachige Gemeinde London-Ost. Von 2002 bis 2003 war er Pastor für die deutsche Gemeinde Sofia. Von 2003 bis 2006 war er Referent des Leitenden Geistlichen Dienstes an der Hauptkirche Sankt Jacobi (Hamburg).

Von 2006 bis 2012 war er Gemeindepastor am Hamburger Michel. Von September 2012 bis Februar 2019 war er im Referat für Orthodoxie, allgemeine Ökumene und Stipendien im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland tätig. Von März 2019 bis Juni 2020 arbeitete er für den Bereich Theologie beim Wissenschaftsverlag Ferdinand Schöningh | Brill Deutschland GmbH. Seit Juli 2020 leitete er das Referat Mittel-, Südost- und Osteuropa im Kirchenamt der EKD. Seit August 2024 ist er als Programme Executive für die Kommission Faith and Order des Weltrates der Kirchen in Genf tätig. Seit Ende 2025 lehrt er als Professor für "Ecumenical Social Ethics" und seit März 2026 als Academic Vice-Dean am ökumenischen Institut in Bossey. Von 2014 bis 2019 war er Mitherausgeber der Ökumenischen Rundschau. Seit 2015 ist er Fachgebietsleiter für den Bereich „Orthodoxe Kirchen“ des Handbuchs der Religionen (HdR), seit Sommer 2020 auch Mitherausgeber der bei Brill Deutschland erscheinenden Reihe „Eastern Church Identities“. Seit dem Wintersemester 2014/2015 hatte er Lehraufträge an der Theologischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). Nach der Habilitation im Dezember 2015 unterrichtete er im Fach Ostkirchenkunde an der MLU zum Thema Dialog – Narration – Transformation. Die bilateralen theologischen Dialoge der EKD und des BEK mit orthodoxen Patriarchaten seit 1959. Gutachter: Reinhard Thöle (Erstgutachter), Jörg Ulrich (Zweitgutachter), Assaad Elias Kattan (auswärtiger Gutachter) lehrt er seit Sommersemester 2016 als Privatdozent an der Theologischen Fakultät Halle. Im Juni 2016 war er im Stab der Ratsvorsitzenden der EKD auf der panorthodoxen Synode auf Kreta. Im November 2016 im Rahmen einer akademischen Partnerschaft mit der Lemberger Theologischen Akademie wurde er dort zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Von 2021 bis 2026 wirkte er an der Universität Halle als außerplanmäßiger Professor.

Die Äthiopische Orthodoxe Kirche verlieh ihm 2016 das Priesterkreuz und die Serbische Orthodoxe Kirche 2016 das Priesterkreuz. Die Staatliche Universität Jerewan verlieh ihm 2017 die Goldmedaille for the considerable contribution in recognition and condemnation of the Armenian Genocide.

Nachdem Martin Illert 2021 eine Monographie zur altbulgarischen Rede des Presbyter Kosma „Gegen die Bogomilen“ (10. Jh.) erarbeitete, die in der Reihe Byzantios. Studies in Byzantine History and Civilisation (SBHC) (Brepols Publishers) erschien, gab er 2022 mit Andriy Mykhaleyko einen ersten Sammelband Perspektiven der Ostkirchenkunde mit zwanzig Skizzen zu Leben und Werk katholischer und evangelischer Ostkirchenkundlerinnen und Ostkirchenkundler heraus. 2025 erschien ein zweiter Band mit weiteren 20 Skizzen. 2023 veröffentlichte er eine Monographie zu den makarianischen Homilien im Bild des deutschen Protestantismus.

Seit Dezember 2023 wirkt Martin Illert am auf drei Jahre angelegten akademischen Projekt „Bogomilism in history and in the present daye“ (Ltg. Iwan Christow, Universität Sofia) mit, das vom Bildungsministerium der Republik Bulgarien gefördert wird. Im Rahmen des Projektes veröffentlichte er eine Monographie zu protestantischen Bogomilismus-Diskursen seit der Reformation.

Auszeichnungen

Die Universität „Aurel Vlaicu“ in Arad (Rumänien) zeichnete ihn 2023 mit der Ehrenplakette aus.

Schriften (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ BuchMarkt Verlag K. Werner GmbH: Martin Illert übernimmt Fachbereich Theologie und Religion bei Verlag Ferdinand Schöningh. In: BuchMarkt. 28. März 2019, abgerufen am 28. März 2019.
  2. ↑ Faith and Order Commission | World Council of Churches. Abgerufen am 26. August 2024.
  3. ↑ Beyond Boundaries December 2026, p. 2. World Council of Churches, 18. Dezember 2025, abgerufen am 18. Dezember 2025 (englisch).
  4. ↑ The Ecumenical Institute Bossey | World Council of Churches. Abgerufen am 12. August 2026.
  5. ↑ The Ecumenical Institute Bossey | World Council of Churches. Abgerufen am 6. September 2024.
  6. ↑ Eastern Church Identities. Abgerufen am 5. Dezember 2020.
  7. ↑ Theologische Fakultät. Abgerufen am 18. Februar 2021.
  8. ↑ Hisatsugu Kusabu: ByzRev 07.2025.034: Martin Illert, Presbyter Kozma, Gegen die Bogomilen: Orthodoxie und Häresie auf dem mittelalterlichen Balkan (Βyzantioς: Studies in Byzantine History and Civilization 18). Turnhout: Brepols 2021. In: The Byzantine Review. Band 7, 18. Mai 2025, ISSN 2699-4267, S. 240–244, doi:10.17879/byzrev-2025-6844 (uni-muenster.de [abgerufen am 19. Mai 2025]).
  9. ↑ Byzantioς. Studies in Byzantine History and Civilization (SBHC). Abgerufen am 17. Dezember 2020.
  10. ↑ Perspektiven der Ostkirchenkunde: Ausgewählte Ansätze evangelischer und katholischer Ostkirchenkundler. Brill Schöningh, 2022, ISBN 978-3-657-79525-3 (schoeningh.de [abgerufen am 26. September 2022]).
  11. ↑ Perspektiven der Ostkirchenkunde II. Ausgewählte Ansätze evangelischer und katholischer Ostkirchenkundler. Abgerufen am 18. Dezember 2025.
  12. ↑ Gerhard Bode: Review: Makarios. In: Journal of Ecclesial History. Cambridge University Press, 19. März 2026, abgerufen am 8. August 2026 (englisch).
  13. ↑ 10. Окончателно класиране ФИ Хуманитарни науки 2023.pdf. Abgerufen am 25. Dezember 2023.
  14. ↑ Martin Illert: Die Bogomilen. Ein protestantischer Ostkirchendiskurs 1595-2007. In: Brill Publishers. De Gruyter Brill, 10. August 2026, abgerufen am 14. August 2026 (deutsch).
  15. ↑ Tiberiu Ardelean: Conferințe internaționale la Facultatea de Teologie Ortodoxă din Arad. 4. Mai 2023, abgerufen am 4. Mai 2023 (rumänisch).
Personendaten
NAME Illert, Martin
KURZBESCHREIBUNG deutscher lutherischer Theologe
GEBURTSDATUM 1967
GEBURTSORT Kiel