Martin Meschede

Martin Meschede (* 6. April 1957 in Lathen) ist ein deutscher Geologe und war Präsident der DGGV (2022–2024). Bis zu seinem Ruhestand hielt er den Lehrstuhl für Regionale Geologie und Strukturgeologie der Universität Greifswald inne.

Martin Meschede 2014 im Grand Canyon

Leben und Wirken

Meschede besuchte bis 1975 die Tellkampfschule in Hannover. Im Anschluss studierte er an der Leibniz-Universität Hannover Geologie und Paläontologie und schloss sein Studium 1982 mit dem Diplom ab. An der Universität Tübingen promovierte er 1986 zum Thema „Die Geochemie der Vulkanite und die sedimentäre Entwicklung des Biscaya-Synklinoriums in Nordspanien während der Mittel- und Oberkreide“. 1994 habilitierte er in Tübingen am Lehrstuhl von Wolfgang Frisch und wurde 2002 Professor an der Universität Greifswald (Institut für Geographie und Geologie), wo er den Lehrstuhl für Regionale und Strukturgeologie bis zu seinem Ruhestand innehatte.

Meschede veröffentlichte mit Wolfgang Frisch ein deutschsprachiges Lehrbuch der Plattentektonik, das 2011 (2. Auflage 2022) auch in einer englischen Version erschien (Plate Tectonics). An mehreren Geologischen Führern in der Sammlung Geologischer Führer (Borntraeger) ist er als Co-Autor beteiligt: Elba, Korsika und Nordost-Oman. Daneben befasste er sich mit regionaler Geologie und geodynamischen Prozessen unter anderem in Norddeutschland, in den Ostalpen, Spanien, Mexiko und Zentralamerika, der Karibik und dem pazifischen Raum. 2018 publizierte er in der zweiten Auflage (1. Auflage 2015) außerdem ein Lehrbuch zur Geologie Deutschlands. Zusammen mit Laurence Warr wurde 2019 die englische Version dieses Lehrbuchs publiziert. 2021 publizierte er das Geologische Wörterbuch, das er in der 13. Auflage von Wilhelm Meyer, Universität Bonn, übernommen und vollständig überarbeitet und vielfältig ergänzt hat.

Er hat mehrfach an Ausfahrten mit Forschungsschiffen teilgenommen: 1990 und 1996 mit der RV JOIDES Resolution (International Ocean Discovery Program, IODP), 1999 und 2004 auf dem Forschungsschiff Sonne, 2008 auf der RV Yokosuka mit dem Tiefseetauchboot Shinkai 6500 (JAMSTEC), 2010 auf der Meteor und 2019 auf der Polarstern.

1995 erhielt er den Hermann-Credner-Preis der DGG. Er war 2009 bis 2014 stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften und 2015 im Beirat der Nachfolgeorganisation Deutsche Geologische Gesellschaft - Geologische Vereinigung (DGGV). 2015 wurde er zum Präsidenten des neugegründeten Dachverbandes der Geowissenschaften gewählt und für die erste reguläre Wahlperiode 2017/2018 wiedergewählt. Von 2016 bis 2021 war er stellvertretender Vorsitzender der DGGV und von 2022 bis 2024 deren Präsident.

Schriften

Einige Aufsätze:

Einzelnachweise

  1. ↑ Frisch, Wolfgang, Meschede, Martin: Plattentektonik und Gebirgsbildung, Wissenschaftliche Buchgesellschaft/Primus Verlag, 6. Auflage 2021 (Memento des Originals vom 5. Oktober 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
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  3. ↑ Frisch, Wolfgang, Meschede, Martin, Kuhlemann, Joachim: Elba: Geologie, Struktur, Exkursionen und Natur: Sammlung geologischer Führer, Gebr. Borntraeger, Berlin, Stuttgart 2008
  4. ↑ Kuhlemann, Joachim, Frisch, Wolfgang, Meschede, Martin: Korsika - Exkursionsführer. - Sammlung geologischer Führer, Gebr. Borntraeger, Berlin, Stuttgart 2009
  5. ↑ Hoffmann, Gösta, Meschede, Martin, Zacke, Anne, Al Kindi, Mohammed: Field Guide to the Geology of Northeastern Oman. 15. September 2016, abgerufen am 9. Juni 2017 (englisch).
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  7. ↑ Meschede, Martin, Warr, Laurence N.: The Geology of Germany. A Process Oriented Approach, Springer, 2019
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  9. ↑ Yokosuka
  10. ↑ Shinkai 6500
  11. ↑ Preisträgerliste Credner Preis, pdf