Maryanthe Malliaris

Maryanthe Elizabeth Malliaris ist eine US-amerikanische Mathematikerin, die sich mit Modelltheorie befasst, und Hochschullehrerin an der University of Chicago.

Leben

Maryanthe Malliaris ist die Tochter der Informatikprofessorin Mary Malliaris und des Wirtschaftsprofessors A. G. (Tassos) Malliaris, die beide an der Loyola University Chicago arbeiten. Sie studierte an der Harvard University mit dem Bachelor-Abschluss (A.B.) 2001 und wurde 2009 bei Thomas Scanlon an der University of California, Berkeley, promoviert (Persistence and Regularity in Unstable Model Theory). Als Post-Doktorandin war sie an der Universität Chicago und der Hebräischen Universität Jerusalem. Sie ist Associate Professor an der Universität Chicago.

Sie befasst sich insbesondere mit der Klassifikation von Theorien im Rahmen der Modelltheorie, wobei sie eine Klassifikation von Howard Jerome Keisler über Ultraprodukte von 1967 wieder aufgriff. Die Theorie galt vor der Arbeit von Malliaris lange als schwierig zu behandeln vom Standpunkt der Stabilitätstheorie von Saharon Shelah. Sie schuf auch Verbindungen von der Modelltheorie zur Graphentheorie.

2017 erhielt sie mit Saharon Shelah die Hausdorff Medal der European Set Theory Society. Sie erhielten den Preis für den Beweis zweier lange offener grundlegender Probleme in Mengenlehre und Modelltheorie:

Malliaris und Shelah bewiesen auch, dass Keislers Klassifizierung unendlich viele Klassen enthält (etwas, was von Keisler schon vermutet worden war).

2017 ist sie am Institute for Advanced Study. Für 2018 ist sie eingeladene Sprecherin auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Rio (Model theory and ultraproducts).

Sie war Sloan Fellow und Gödel Research Prize Fellow.

Schriften (Auswahl)

Außer den in den Fußnoten zitierten Arbeiten

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. ↑ Homepage of Mary Malliaris, accessed 16.04.19
  2. ↑ Widmung von A. G. Malliaris in seinem Buch Economic Uncertainty, Instabilities and Asset Bubbles, World Scientific 2005
  3. ↑ Angabe in ihrer Dissertation
  4. ↑ Maryanthe Malliaris im Mathematics Genealogy Project (englisch)
  5. ↑ Teilweise veröffentlicht in: Malliaris, The characteristic sequence of a first-order formula, J Symb Logic, Band 75, 2010, S. 1415–1440
  6. ↑ ESTS, Hausdorff Preis 2017
  7. ↑ Malliaris, Shelah, General topology meets model theory, on p and t. Proc. Natl. Acad. Sci. USA, Band 110, 2013, S. 13300–13305
  8. ↑ Malliaris, Shelah, Cofinality spectrum theorems in model theory, set theory, and general topology. J. Amer. Math. Soc., Band 29, 2016, S. 237–297, Arxiv
  9. ↑ Es lassen sich viele verschiedene Kardinal-Charakteristiken (Invarianten) des Kontinuums definieren. Sie liegen in ihrer Kardinalität zwischen der der natürlichen und reellen Zahlen (beide eingeschlossen) und dienen der Untersuchung von Eigenschaften die Mengen haben müssten, die die Kontinuumshypothese verletzen würden.
  10. ↑ Der Schnitt von jeweils zwei Mengen aus F ist unendlich und keine unendliche Teilmenge A der natürlichen Zahlen ist in allen Mengen aus F vollständig enthalten. Bei gibt es die Zusatzeinschränkung, dass die Mengen geordnet werden können.
  11. ↑ Kevin Hartnett, Von Unendlichkeit zu Unendlichkeit, Spektrum.de, 13. Oktober 2017
  12. ↑ Eintrag am IAS
  13. ↑ Arxiv 2018
Personendaten
NAME Malliaris, Maryanthe
ALTERNATIVNAMEN Malliaris, Maryanthe Elizabeth (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanische Mathematikerin
GEBURTSDATUM 20. Jahrhundert