Marzahner Promenade

Marzahner Promenade
Wappen
Straße in Berlin
Marzahner Promenade, November 1987
Basisdaten
Ort  Berlin
Ortsteil  Marzahn
Angelegt  ab 1970
Neugestaltet  ab 2011
Hist. Namen 
Name erhalten 
Anschluss­straßen 
Querstraßen  Märkische Allee,
Raoul-Wallenberg-Straße,
Franz-Stenzer-Straße
Plätze  Victor-Klemperer-Platz
Nummern­system 
Bauwerke  Le Prom, Eastgate, Freizeitforum Marzahn
U-Bahn-Stationen
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr, Straßenbahn
Technische Daten
Straßengestaltung
Länge 1600 Meter

Die Marzahner Promenade gilt als Zentrum des Berliner Ortsteils Marzahn. Es handelt sich um eine doppelt geführte Straße, in großen Teilen parallel zur Straßenbahntrasse entlang der Landsberger Allee verlaufend. Der südliche Bereich ist eine Kraftfahrzeug-Erschließungsstraße für die Bewohner und dient zur Belieferung und Nutzung der Geschäfte. Der nördliche Bereich – zwischen dem Eastgate und dem Freizeitforum Marzahn – ist eine Fußgängerzone und Ladenstraße, in der kleine Geschäfte im Erdgeschoss der Plattenwohnbauten Dinge des täglichen Lebens und Dienstleistungen anbieten.

Die Promenade von 1972 bis 1990

Marzahner Promenade, 1988

Nach der Entstehung der Großwohnsiedlung Marzahn zu Beginn der 1970er Jahre wurde die Ladenstraße als „gesellschaftlicher Hauptbereich“ vom Kollektiv um den Architekten Wolf-Rüdiger Eisentraut geplant und angelegt. Sie diente als Einkaufs- und Bummelmeile, auch Freizeitangebote wie eine Bowlingbahn und kleine Cafés sorgten für eine Belebung der Straße durch Einwohner und ihre Gäste.

Vom Leerstand zur Sanierung

Nach der politischen Wende entstand durch Auflösung der Handelseinrichtungen wie HO und Konsumgenossenschaft und die daraus resultierende Privatisierung für Geschäftsinhaber sowie durch die schnelle Verbreitung von Lebensmitteldiscountern ein größerer Leerstand in der Ladenzeile.

Seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts, mit der Sanierung der kommunalen Wohnhäuser und der Verdichtung der Einkaufsmöglichkeiten auf das Eastgate anstelle des früheren Kaufhauses Marzahner Tor, gibt es neue Nutzungen der kleinen Geschäfte. Eine glasüberdachte Passage verbindet nun die kleinen Läden zu einer Ladenzeile. Die Gewinnung von Investoren und Interessenten für die Räumlichkeiten lassen die Promenade zu früherer Blüte auferstehen. Sie entwickelt sich zu einem aktiven Ortsteilzentrum.

Zustand der Marzahner Promenade

Ein Stück der Promenade ohne Geschäfte aber mit sanierten Wohnhäusern, 2011

Im Jahr 2009 veranstaltete das Bezirksamt einen landschaftsplanerischen Ideen- und Realisierungswettbewerb „Aktives Stadtzentrum Marzahner Promenade“ mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren. Aus den eingereichten Vorschlägen setzte ein Preisgericht das Projekt des Teams bbzl landschaften städtebau Berlin (Ulrike Böhm, Cyrus Zahiri, Katja Benfer, Rita Leal, Maria Teles, Mara Werner, Miriam Sauer, Anna Vogels, Christina Bös, Pilar Morilla) auf den ersten Platz. Es wird entsprechend der Haushaltslage des Bezirks schrittweise umgesetzt.

Die hügelige Fläche zur Franz-Stenzer-Straße hinunter wurde inzwischen intensiv begrünt, die Wege erneuert und behindertengerecht angelegt. Seit 2011 wird die Promenade selbst ebenfalls restauriert. Dafür erhielt der Verwalter, die Degewo, aus dem obengenannten Förderprogramm des Berliner Senats 4,5 Millionen Euro. Zusätzlich werden die Schaufenster und Eingangsbereiche der Hauseingänge erneuert. Einige der Erdgeschossräume wurden und werden an Künstler vermietet, die bereits rege davon Gebrauch machen – mehr als zehn Ateliers sind eingerichtet.

Kunst auf und an der Promenade

Innenraum des Hauses der Dienste, am oberen Treppenpodest sind drei der genannten Kunstwerke zu sehen: Köpfe

Das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf hat einen Pavillon am Fuße eines Wohnhochhauses für sein Kunstamt eingerichtet, das hier die Galerie M betreibt.

Überdies laden zahlreiche verschiedenartige Kunstwerke entlang der Promenade zum Betrachten ein. Das reicht von Brunnenanlagen, Fassadenmalerei, Bronze-Statuen bis hin zu Straßenflächengestaltungen und jährlich wechselnden Aktionen. Im Einzelnen handelt es sich um:

Denkmal für die Erbauer Marzahns, etwa in der Mitte des Fußgängerbereichs
Windspiel auf einer Grünfläche

Schließlich sorgen die Mitarbeiter des Bezirksamtes selbst für weitere Anziehungspunkte hier, wofür nach einem jährlichen Wettbewerb jeweils für ein Jahr ein besonderes Kunstprojekt ausgewählt und präsentiert wird.

Aktivitäten

Im Jahr 2012 fand erstmals der vom Berliner Senat initiierte Zentren-Wettbewerb „Mittendrin in Berlin“ statt, für den die Marzahner Promenade zu einem Erlebnisparcours umgestaltet wurde. Eine Wettbewerbsjury schaute sich alle teilnehmenden Straßen an und die Umsetzung der Konzepte, danach gelangte die Marzahner Promenade in die Endausscheidung von insgesamt acht Straßen. Im Oktober 2012 sind die drei besten Projekte ausgezeichnet worden, für die eine Fördersumme von insgesamt 100.000 Euro bereitgestellt wurde. Die Händler und Gewerbetreibenden an der Marzahner Promenade erhielten einen Förderbetrag von 9.000 Euro, für den ab dem Jahr 2013 eine Erweiterung der Aktivitäten erfolgte: unter anderem Laufsportveranstaltungen mit einem Hochhauslauf, die Ausgabe einer entsprechenden Laufkarte für interessierte Besucher der Einkaufsmeile sowie die Fortsetzung des Seniorenaktivtags rund um das Freizeitforum.

Literatur

Commons: Marzahner Promenade (Berlin-Marzahn) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Brock: Berliner Straßen neu entdeckt, S. 123.
  2. ↑ Institut für Denkmalpflege (Hrsg.): Die Bau- und Kunstdenkmale der DDR. Hauptstadt Berlin, II. Henschelverlag, Berlin 1984, S. 246.
  3. ↑ Marzahner Promenade. Auf: stadtentwicklung.berlin.de, abgerufen am 22. Februar 2013
  4. ↑ Der Gestaltungswettbewerb auf dem Architektenportal competitionline.com, abgerufen am 13. November 2021.
  5. ↑ Kunst in der Großsiedlung. Kunstwerke im öffentlichen Raum in Marzahn und Hellersdorf. Eine Dokumentation. Hrsg. vom Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf und erarbeitet von einer Kommission mit den Mitgliedern Thorsten Goldberg, Ellena Olsen, Martin Schönfeld, Andreas Sommerer. Berlin 2008, ISBN 978-3-00-026730-7, S. 132–138.
  6. ↑ Thomas Loy: Der lange Schatten der DDR. Bei: Tagesspiegel Online, 29. Juli 2018
  7. ↑ Wandgemälde von Womacka jetzt beleuchtet. In: Berliner Morgenpost, 13. Februar 2013, abgerufen am 14. November 2021
  8. ↑ Birgitt Eltzel: Positives aus der Platte. Von wegen trist: Marzahn-Hellersdorf zieht Künstler und Touristen an. In: Berliner Zeitung, 14. Februar 2011, S. 21.
  9. ↑ Einkaufsmeile wird zum Läuferparcours für Kunden. In: Berliner Morgenpost, 7. August 2012; abgerufen am 14. November 2021.
  10. ↑ Presseinformation des BA Marzahn-Hellersdorf: 30 Jahre Marzahn-Hellersdorf – Seniorenaktivtag 2009 am 24.6. Abgerufen am 14. November 2021.

Koordinaten: 52° 32′ 41″ N, 13° 33′ 3″ O