Mathilde Huber war die Tochter von Christiane „Nannette“ Kling (ca. 1842–1917) und dem Möbelfabrikanten Anton Huber (1845–1923), seit 1893 Hauptlehrer für Möbelzeichnen und Schreinerarchitektur an der Kunstgewerbeschule Mainz. Anton Huber (1873–1939), Mathilde Clothilde Huber (1874–1875), Patriz Huber (1878–1902) und Else Huber (1883–1950) waren ihre Geschwister. Sie wurde am 4. Juni 1876 in der Johanniskirche in Stuttgart getauft.
Huber ließ sich als Malerin ausbilden und war Schülerin von Friedrich von Keller in Stuttgart.
Nach dem Suizid ihres Bruders Patriz Huber beteiligte sie sich mit dem Vater und den Geschwistern an der Vorbereitung einer Gedächtnisausstellung in Gewerbemuseum Darmstadt.
Mathilde Huber wohnte zuletzt in der Lauterenstraße 11 in Mainz. Sie verstarb mit 51 Jahren. Sie, ihre Eltern sowie der Bruder Patriz und die Schwester Else wurden auf dem Hauptfriedhof Mainz im Feld 47 begraben. Wohl in den 1970er Jahren wurde die Grabstätte aufgegeben und 1988 neu vergeben.
Künstlerisches Schaffen
Die mit ihrer Schwester Else entwickelten Kunststickarbeiten entwickelten sich von durch Pflanzen inspirierten Ornamenten zu abstrahierten, geometrischen Mustern. Mit ihren kunstgewerblichen Textilarbeiten schufen sie sich einen Namen und waren auf deutschlandweiten und internationalen Ausstellungen vertreten. Bei der Louisiana Purchase Exposition 1904 präsentierte Mathilde Huber den Entwurf zu einem Wandteppich sowie ein Wandgemälde.
In späteren Jahren betonte Mathilde Huber ihre Werke als Malerin. Mehrere ihrer Gemälde wurden vom Staat Hessen angekauft.
Rezeption
Ernst Schur stellt in seinem Artikel „Die grosse Berliner Kunstausstellung“, den ornamentalen Charakter der Arbeiten der Schwestern Huber heraus, die aus seiner Sicht zu nah an den zeitgenössischen Kunstströmungen läge: „Die Komposition richtet sich nicht auf naturalistische Wiedergabe, die dekorativ stärker betont wäre. Die Blumenwelt gibt ihnen die Unterlage zu aparten Mustern. Namentlich die Kissen sind mit sicherer und feiner Materialempfindung gearbeitet, wenn auch wenn auch die Ornamentik selbst nicht originell zu nennen ist, sondern sich geschickt an Muster anlehnt, die die moderne Kunst auf diesem Gebiet erprobt.“
Die Berliner Architekturwelt dagegen bewertete die Werke von Mathilde und Else Huber anlässlich der Großen Berliner Kunstausstellung des Jahres 1905 als „in mancher Beziehung geradezu vollendet. Leichte lineare Muster wechseln mit stilisierten feinfaserigen Naturmotiven, wobei jedesmal der geschmackvoll gewählte Kissenbezug als Hintergrund zu entsprechender Wirkung kommt.“
1906: III. Deutsche Kunstgewerbeausstellung Dresden
1923: Gemälde, Kollektiv-Ausstellung im Wiesbadener Kunstverein
Literatur
K. H. O.: Stickereien von Mathilde und Else Huber, in: Alexander Koch (Hrsg.): Deutsche Kunst und Dekoration: illustrierte Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst und künstlerisches Frauen-Arbeiten, Darmstadt, 16/1905, S. 625–628. Digitalisat
123Thieme-Becker 18, 1925 (im Artikel Huber, Anton (1873)).
↑G. Wagner:Patriz Huber, Darmstadt.In:Katalog der Patriz-Huber-Ausstellung: vom 6. April bis 20. Mai 1903 (Darmstadt, 1903).Huber, Patriz [Hrsg.]; Gewerbemuseum [Hrsg.]; Großherzogliche Zentralstelle für die Gewerbe [Hrsg.],1903,abgerufen am 25.Januar 2025.
12Reichskommissar (Hrsg.):Weltausstellung in St. Louis 1904 – Amtlicher Katalog – Ausstellung des Deutschen Reichs. Georg Sticke, Berlin 1904, S.464 (Universitätsbibliothek Heidelberg[abgerufen am 3.Februar 2025]).
↑Patriz Huber und das Eigenhaus.In:Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten (13.1903-1904).Abgerufen am 25.Januar 2025.
↑Huber, Fräulein Mathilde in Mainz: Porträt des Künstlers.In:Katalog der Patriz-Huber-Ausstellung: vom 6. April bis 20. Mai 1903 (Darmstadt, 1903).Huber, Patriz [Hrsg.]; Gewerbemuseum [Hrsg.]; Großherzogliche Zentralstelle für die Gewerbe [Hrsg.],1903,abgerufen am 25.Januar 2025.
↑Reichskommissar (Hrsg.):Weltausstellung in St. Louis 1904 – Amtlicher Katalog – Ausstellung des Deutschen Reichs. Georg Sticke, Berlin 1904, S.472 (Universitätsbibliothek Heidelberg[abgerufen am 3.Februar 2025]).
↑Stickereien; von Mathilde und Else Huber, Mainz. In: Bayerischen Kunstgewerbeverein (Hrsg.): Kunst und Handwerk – Zeitschrift des Bayerischen Kunstgewerbevereins zu München. 57. Jahrg. R. Oldenbourg, München 1907, S.107 (Universitätsbibliothek Heidelberg[abgerufen am 3.Februar 2025]).
↑Stickereien; von Mathilde und Else Huber, Mainz. In: Bayerischen Kunstgewerbeverein (Hrsg.): Kunst und Handwerk – Zeitschrift des Bayerischen Kunstgewerbevereins zu München. 57. Jahrg. R. Oldenbourg, München 1907, S.106 (Universitätsbibliothek Heidelberg[abgerufen am 28.Januar 2025]).
↑Vom Wesen neuzeitlicher Handarbeit.In:Stickerei-Zeitung und Spitzen-Revue: Stickerei-Zeitung und Spitzen-Revue.Alexander Koch,1.Dezember 1911,abgerufen am 25.Januar 2025.
↑Vom Wesen neuzeitlicher Handarbeit.In:Stickerei-Zeitung und Spitzen-Revue: Stickerei-Zeitung und Spitzen-Revue.Alexander Koch,1.Dezember 1911,abgerufen am 25.Januar 2025.
↑Vom Wesen neuzeitlicher Handarbeit.In:Stickerei-Zeitung und Spitzen-Revue: Stickerei-Zeitung und Spitzen-Revue.Alexander Koch,1.Dezember 1911,abgerufen am 25.Januar 2025.
↑Vom Wesen neuzeitlicher Handarbeit.In:Stickerei-Zeitung und Spitzen-Revue: Stickerei-Zeitung und Spitzen-Revue.Alexander Koch,1.Dezember 1911,abgerufen am 25.Januar 2025.