Max Cremer

Heinrich Huber Max Cremer (* 11. März 1865 in Uerdingen; † 22. Mai 1935 in München) war ein deutscher Mediziner, Physiologe und Hochschullehrer.

Leben

Max Cremer, Sohn von Josepha und Wilhelm Gustav Cremer stammte aus einer Kaufmannsfamilie aus der Nähe von Düsseldorf und studierte zuerst Medizin. Nach Erreichen der Doktorwürde 1887 und der Approbation als Arzt 1888 studierte er noch weitere acht Semester Mathematik und Naturwissenschaften zur Vorbereitung für den Beruf des Physiologen. Darauf folgend war er Assistent am Physiologischen Institut in München, habilitierte sich dort 1893, und wurde 1901 zum Professor ernannt. Es folgten Berufungen 1909 nach Köln und 1911 nach Berlin, wo er 1933 emeritiert wurde. Im Jahr 1909 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt.

Max Cremer war verheiratet mit Elsbeth Cremer, geborener Rothmund. Seine Kinder wurden ebenfalls bedeutende Naturwissenschaftler; die Tochter Erika Cremer Professorin für physikalische Chemie an der Universität Innsbruck, der Sohn Hubert Cremer Professor für Mathematik und Großrechenanlagen an der RWTH Aachen und der Sohn Lothar Cremer Professor für Technische Akustik an der Technischen Hochschule Berlin.

Cremer war Alter Herr der Münchener Burschenschaft Franco-Bavaria und der Burschenschaft Adelphia Würzburg.

Werk

Von Bedeutung ist sein Beitrag an der Entwicklung der Glaselektrode, da er 1906 die Grundlagen zur Entwicklung des pH-Meters legte, als er beobachtete, dass an Glasmembranen in Abhängigkeit von der Acidität der inneren bzw. äußeren Lösung eine Spannung wie bei einer galvanischen Zelle besteht. Darauf aufbauend entwickelten Fritz Haber und Zygmunt Klemensiewicz 1909 die Glaselektrode, führten damit Säure/Base-Titrationen durch und veröffentlichten am 28. Januar ihre Ergebnisse.

Einzelnachweise

  1. ↑ www.deutsche-biographie.de.
  2. ↑ Sterbemeldung in der Zeitschrift nature (englisch)
  3. 1 2 W. Trendelenburg: Nachruf auf Max Cremer. In: Ergebn. Physiol., Biol. Chemie u. Experim. Pharmakol. 37, Nr. 1, 1936, S. 1–11. doi:10.1007/BF02320713
  4. ↑ www.deutsche-biographie.de.
  5. ↑ Cremer, Lothar. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 197.
  6. ↑ Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934, S. 1082.
  7. ↑ Todesanzeige: A. H. Dr. med. vet. Dr. phil. h. c. Max Cremer, ord. Professor emerit. d. Universität Berlin, gest. 22. Mai 1935, Franco-Bavaria-München. In: Burschenschaftliche Blätter, 49. Jahrgang (Juni 1935), H. 9, S. 252.
  8. ↑ Unsere Toten. In: Burschenschaftliche Blätter, 49. Jahrgang (Juli 1935), H. 10, S. 280.
  9. ↑ M. Cremer: Über die Ursache der elektromotorischen Eigenschaften der Gewebe, zugleich ein Beitrag zur Lehre von polyphasischen Elektrolytketten. In: Z. Biol. 47:, 1906, S. 542
  10. ↑ Romuald Piosik, Renate Peper, Walter Jansen: 100 Jahre Glaselektrode. In: CHEMKON. 17, 2010, S. 19, doi:10.1002/ckon.201010107.
Personendaten
NAME Cremer, Max
ALTERNATIVNAMEN Cremer, Heinrich Hubert Max (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Physiologe
GEBURTSDATUM 11. März 1865
GEBURTSORT Uerdingen
STERBEDATUM 22. Mai 1935
STERBEORT München