Max Zenger – er galt als „grimmiger Wagnerhasser“ – komponierte mehrere Opern, Musiken zu Werken von Goethe und Schiller, ein Oratorium, zwei Symphonien sowie Lieder, Chor- und Orchesterwerke. Er betätigte sich auch als Musikschriftsteller und -kritiker. Als seine Schüler werden genannt: Hermann Gura (1870–1944), Bariton, Georg Weinschütz (1871–1949), Instrumentalist, Frida Felser, Sopranistin, und Max Weinschütz (vor 1894–nach 1929), Komponist und Unterhaltungskünstler.
Max Zenger heiratete 1872 in Karlsruhe Maria Holzer (1851–1888), Elevin des Großherzoglich badischen Hoftheaters. 1892 ging er in München eine zweite Ehe mit Susanna Reißner, Wachtmeisters- und Kasernhausmeisterstochter (*1870) ein. Die drei Kinder dieser Ehe verstarben im Kindesalter.
Max Zenger starb 1911 im Alter von 74 Jahren in München.
Die Grabstätte von Max Zenger befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 12 – Reihe 2 – Platz 55, Standort48.12766666666711.565694444444).
Namensgeber für Straße
Nach Max Zenger wurde 1919 in München im Stadtteil Bogenhausen (Stadtbezirk 13 - Bogenhausen) die Max-Zenger-Straße benannt (Umbenennung vorher nur Zengerstraße). Lage48.140556711.6209499
Werke (Auswahl)
Die Foscari, tragische Oper mit Ballet in drei Aufzügen von Gustav Gans zu Putlitz (frei nach Giuseppe Verdis Oper „I due Foscari“). 1859/61; Uraufführung: München, 11. Januar 1863; Dirigent: Franz Lachner
Ruy Blas, Oper in 4 Aufzügen von Carl Theodor von Heigel frei nach dem Drama von Victor Hugo (Manuskript), 1863/64; Uraufführung 4. Juni 1868 Hoftheater Mannheim; Dirigent: Vinzenz Lachner
Wieland der Schmied, Oper in 4 Akten von Philipp Allfeld nach Karl Simrock, 1873–1879; Uraufführung München 1881, revidiert auf 3 Akte, München 1895
3 Ballette für Separatvorstellungen Ludwigs II., 1880/81: 1. Auf Schloß Bellevue (Ballettmeister: Franz Fenzl), München 1881; 2. Les Plaisiers de l'île enchantée, München 1881; 3. Amor und Psyche. Ein Hoffest Ludwigs XIV., München 1882
Kain, nach George Gordon Noel Byrons „Mysterium“ frei bearbeitet von Theodor Heigel; für Solostimmen, Chor und Orchester [1866/67], Druck: Siegel, Leipzig ca. 1872
Eros und Psyche. Fünf Lieder für Sopran mit Begleitung des Pianoforte., op. 28, Kistner, Leipzig; Erstausgabe. Adelina Patti gewidmet
Wo goldener Wein im Becher blinkt, Komposition für Männerchor (Text von Julius Wolff), 1904
Die Kraniche des Ibykus, Melodram (nach Friedrich Schiller), op. 80: nicht aufgeführt
Schriften
Grundriss der Musikgeschichte. C. Wolff & Sohn, München 1894.
Max Zenger. Eine Selbstschau. Zu seinem 70. Geburtstag. In: Allgemeine Zeitung München, 1. Februar 1907, S. 2–4
Geschichte der Münchener Oper. Nachgelassenes Werk hrsg. von Theodor Kroyer, München 1923.
Literatur
Arthur Seidl: Eros und Psyche. In: A. S.: Die Wagner-Nachfolge im Musik-Drama. Skizzen und Studien zur Kritik der modernen Oper. Schuster, Berlin 1901.
Friedrich Jansa (Hrsg.): Deutsche Tonkünstler. 1911 (Foto).
Hermann von der Pfordten: Max Zenger †. In: Münchner Neueste Nachrichten. Nr. 541, 19. November 1911, S. 2.
Biographisches Jahrbuch und Deutscher Nekrolog. 17, 1915.
Das Bayerland. Älteste bayerische Zeitschrift für Kultur und Tradition, Zeitgeschehen, Wirtschaft und Technik, Kunst, Umweltfragen, Landesentwicklung und Fremdenverkehr 23, Pfaffenhofen a. d. Ilm 1912, S. 179 (Foto).
Karl Bosl (Hrsg.): Bosls bayerische Biographie. 8000 Persönlichkeiten aus 15 Jahrhunderten. Pustet, Regensburg 1983.
Deutsches Theater-Lexikon. Biographisches und bibliographisches Handbuch von Wilhelm Kosch, fortgeführt von Ingrid Bigler-Marschall. De Gruyter, 38./39. Lieferung: Zeller-Zyset, Berlin 2011, S. 3751.