Maximalfunktionen treten in vielen Formen in der harmonischen Analysis auf und spielen eine bedeutende Rolle beim Verständnis der Differenzierbarkeitseigenschaften von Funktionen, singulären Integralen und partiellen Differentialgleichungen. Oft bieten sie einen tieferen und vereinfachten Ansatz zum Verständnis von Problemen in diesen Bereichen, im Vergleich zu anderen Methoden.
Sei ein Banachraum, ein gerichtetes Netz und ein Maßraum. Mit wird die Menge der messbaren Funktionen auf bezeichnet. Sei der Operator gegeben durch
wobei ein sublinearer Operator und eine messbare Funktion für und ist. Sei weiterhin
für alle . Existiert außerdem eine dichte Teilmenge von , so dass für alle die Folge einen Grenzwert für fast alle hat und gilt weiterhin
Dann ist die Grenzfunktion der Folge für alle messbar und der Operator linear. Außerdem konvergiert für eine Folge mit die Folge dem Maß nach gegen .
Die Funktion aus diesem Satz wird Maximalfunktion genannt. Der Operator heißt gelegentlich auch Maximaloperator.
Die Hardy-Littlewood-Maximalfunktion ist eine der wichtigsten Maximalfunktionen. Sie findet in vielen Bereichen Verwendung, wobei die wichtigsten Anwendungen in den Beweisen des Lebesgue-Differentiationssatzes, des Satzes von Fatou sowie in der Theorie der singulären Integraloperatoren liegen.
Für ist die Hardy-Littlewood-Maximalfunktion definiert durch
wobei das -dimensionale Volumen der Kugel um mit Radius bezeichnet.
Die nicht-tangentiale Maximalfunktion nimmt eine Funktion , die auf der oberen Halbebene
definiert ist, und erzeugt eine Funktion , die auf definiert ist, gemäß der Darstellung:
Hierbei ist zu beachten, dass für ein festes die Menge ein Kegel in ist, mit Scheitelpunkt bei und einer Achse, die senkrecht zur Grenze von steht. Der nicht-tangentiale Maximaloperator nimmt somit einfach das Supremum der Funktion über einen Kegel mit Scheitelpunkt an der Grenze von an.
Eine besonders wichtige Form von Funktionen , bei denen die Untersuchung der nicht-tangentialen Maximalfunktion relevant ist, ergibt sich aus der Annäherung an die Identität. Dafür fixiet man eine integrierbare, glatte Funktion auf , die folgende Bedingung erfüllt
und definiert
für . Anschließend setzt man
Somit kann man nun zeigen, dass
woraus folgt, dass in für alle gegen konvergiert.
Dieses Resultat kann verwendet werden, um zu zeigen, dass die harmonische Fortsetzung einer Funktion aus in der oberen Halbebene nicht-tangential gegen diese Funktion konvergiert. Allgemeinere Ergebnisse können erzielt werden, indem der Laplace-Operator durch einen elliptischen Operator ersetzt wird.
Darüber hinaus kann man unter geeigneten Bedingungen an zeigen, dass
wobei eine Konstante ist.
Für eine lokal integrierbare Funktion auf wird die Funktion durch
definiert, wobei das Supremum über alle Kugeln gebildet wird und das Mittelwertintegral von über die Kugel bezeichnet. In der englischen Literatur heißt die Funktion Sharp function oder Sharp maximal function. Diese Funktion definiert eine Halbnorm auf der Menge alle Funktionen, für die beschränkt ist.
Diese Maximalfunktion kann verwendet werden, um punktweise Ungleichungen in Bezug auf Singularintegrale abzuleiten. Angenommen man habe einen Operator , der auf beschränkt ist, sodass für alle glatten und kompakt getragenen Funktionen gilt:
Weiterhin sei als Faltung mit einem Kern realisierbar, in dem Sinne, dass für glatte und mit disjunktem Träger
gilt. Zusätzlich nimmt man noch eine Größen- und Glattheitsbedingung für den Kern durch
für an.
Dann gilt für ein festes :
für alle .
Sei ein Wahrscheinlichkeitsraum und ein maßtreuer Endomorphismus von . Die Maximalfunktion einer Funktion ist dann definiert als:
Die Maximalfunktion erfüllt hierbei eine schwache Abschätzung, die der Hardy-Littlewood-Maximalfunktion analog ist:
was eine Umformulierung des maximalen Ergodensatzes darstellt, welcher verwendet wird, um den punktweisen Ergodensatz zu beweisen.
Wenn eine Martingalfolge ist, kann die Martingal-Maximalfunktion wie folgt definiert werden:
Falls existiert, gelten viele Ergebnisse, die im klassischen Fall bekannt sind (z. B.: Beschränktheit in für und die schwache -Ungleichung), auch für und .