Der Mazzaspitzanhörenⓘ/? (zu rätoromanischmazza für ‚Keule, schwerer Eisenhammer‘) ist ein mächtiges Felsmassiv, das die nördliche Talseite von Juf im Kanton Graubünden in der Schweiz beherrscht. Er hat eine Höhe von 3164mü.M. Er besteht aus einem stattlichen Felsmassiv mit zierlicher Kalotte, die im Frühsommer von Schnee bedeckt ist, während sie im Hochsommer wegen des sie bedeckenden grünen Schiefers in der Sonne förmlich glänzt. Der Mazzaspitz ist ein anspruchsvoller Skitourenberg.
Der Mazzaspitz gehört zur Piz Platta-Gruppe, einer Untergruppe der Oberhalbsteiner Alpen. Über den Gipfel verläuft die Gemeindegrenze zwischen Avers und Surses. Der Mazzaspitz wird im Südwesten durch das Averstal und im Nordosten durch die Val Bercla, einem Seitental der Val Faller, das wiederum ein Seitental des Oberhalbsteins ist, eingefasst.
Die Nordwand bildet, obschon der Kamm vom Jupperhorn durch eine ziemlich tiefe, breite Einsattelung geschieden ist, mit der Jupperhorn-Nordwand einen einzigen Steilabfall. Gegen Osten, zur Westlichen Fallerfurgga, fällt ein mässig steiler Grat ab, der sich nach einem Sättelchen (2973m) nochmals zu einer kleineren Spitze aufschwingt. Der ebenfalls mässig steil nach Süden abfallende Grat teilt sich in der Mitte in einen südwestlichen und einen südöstlichen Arm.
Schwierigkeit: L, bis zum Obera Flüesee als Wanderwegweiss-rot-weiss markiert.
Zeitaufwand: 3¼ Stunden
Erstbegehung: Carl Täuber mit N. Lozza, 7. August 1915.
Durch die Südostwand
Die Route ist wenig bequem für den Aufstieg (Geröll, streckenweise auf plattiger Felsunterlage), bei günstigem Altschnee jedoch für den Abstieg geeignet. Unterhalb der Schuttkalotte des Gipfels befinden sich einige Felsstufen, was aber von oben kaum zu erkennen ist. Zweckmässigerweise orientiert man sich deshalb bereits beim Aufstieg über Verhältnisse und einzuschlagende Linienführung.
Via: Zuerst Richtung Stallerberg, dann Richtung Fallerfurgga bis zum Obera Flüesee (2789m), dann gegen Nordwesten zu einer Rinne und über der Felswand gegen links zum Südgrat.
Schwierigkeit: L, bis zum Obera Flüesee als Wanderwegweiss-rot-weiss markiert
Schwierigkeit: WS, bis kurz vor der Westlichen Fallerfurgga als Wanderwegweiss-rot-weiss markiert.
Zeitaufwand: 1¼ Stunden von der Westlichen Fallerfurgga
3½ Stunden von Juf
5¼ Stunden von Mulegns
Alternative: Den P.2973 auf dem Ostgrat erreicht man von Juf aus rascher aus der grossen Schuttmulde südöstlich des Mazzaspitzes.
Erstbegehung: Martin Cavegn, September 1879.
Winterrouten
Anspruchsvolles Skitourenziel, das neben sicheren Verhältnissen auch Alpinerfahrung voraussetzt. Das Schutzgebiet westlich des Foppaspitz ist zu beachten.
12345Manfred Hunziker: Clubführer, Bündner Alpen. Avers. 1. Auflage. BandIII. Verlag des SAC, 1994, ISBN 3-85902-140-0, S.236.
↑Andrea Schorta:Wie der Berg zu seinem Namen kam. Kleines Rätisches Namenbuch mit zweieinhalbtausend geographischen Namen Graubündens. Terra Grischuna Verlag, Chur und Bottmingen/Basel 1988, ISBN 3-7298-1047-2, S.103.