Medlitz Markt Rattelsdorf | |
|---|---|
| Koordinaten: | 50° 3′ N, 10° 53′ O |
| Höhe: | 253 (246–264) m ü. NHN |
| Einwohner: | 237 (30. Sep. 2023) |
| Eingemeindung: | 1. Juli 1972 |
| Postleitzahl: | 96179 |
| Vorwahl: | 09547 |


Medlitz (fränkisch: Melz) ist ein Gemeindeteil des Marktes Rattelsdorf im oberfränkischen Landkreis Bamberg in Bayern. Die Gemarkung Medlitz hat eine Fläche von 4,930 km². Sie ist in 716 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6886 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Hilkersdorf und Speiersberg.
Das Pfarrdorf Medlitz liegt auf freier Flur am Unteren Kreuzbach, einem linken Zufluss der Itz, in dessen Talgrund sich der Ort noch befindet. Die Bundesstraße 4 führt nach Speiersberg (1,6 km nördlich) bzw. nach Rattelsdorf (3,6 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Birkach zur Kreisstraße LIF 25 (2,6 km nordöstlich) bzw. nach Zaugendorf (0,7 km westlich). Durch den Ort verläuft der Fränkische Marienweg.
Im Jahr 1057 wurde Medlitz mit dem Namen „Metilici“ zusammen mit dem dortigen Zentgericht des Bistums Würzburg genannt. Der Ortsname ist slawischen Ursprungs, die genaue Bedeutung kann heute nicht mehr ermittelt werden.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Medlitz aus 37 Anwesen. Das Hochgericht hatte teils das bambergische Centamt Döringstadt, teils das würzburgische Centamt Medlitz. Centgrenze ist der Untere Kreuzbach. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das bambergische Dompropsteiamt Döringstadt aus. Grundherren waren das Dompropsteiamt Döringstadt (17 Güter, 2 Häuser) und das Kloster Michelsberg (1 Hof, 16 Güter, 1 Wirtshaus).
Im Jahre 1802 kam Medlitz an das Kurfürstentum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1812 der Steuerdistrikt Medlitz gebildet. Zu diesem gehörten Hilkersdorf, Speiersberg und Ziegenmühle. 1818 entstand die Ruralgemeinde Medlitz, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Seßlach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ebern. Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Staffelstein (1939 in Landkreis Staffelstein umbenannt) für die Verwaltung zuständig und ab 1866 das neu gebildete Rentamt Staffelstein für die Finanzverwaltung (1919 in Finanzamt Staffelstein umbenannt, ab 1929 Finanzamt Bamberg-Land). Die Gerichtsbarkeit lag ab 1862 beim neu gebildeten Landgericht Staffelstein (1880 in Amtsgericht Staffelstein umbenannt, 1956 aufgelöst, bis 1972 Amtsgericht Lichtenfels). Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 4,947 km².
Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde Medlitz im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Rattelsdorf eingemeindet.
In Medlitz gibt es 11 Baudenkmäler:
In der Gemarkung Medlitz gibt es zwei Bodendenkmäler.
Gemeinde Medlitz
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 296 | 362 | 372 | 369 | 405 | 392 | 373 | 359 | 384 | 337 | 323 | 327 | 308 | 310 | 315 | 321 | 311 | 306 | 327 | 416 | 416 | 405 | 313 | 320 |
| Häuser | 59 | 69 | 68 | 65 | 66 | 64 | 62 | 64 | ||||||||||||||||
| Quelle |
Ort Medlitz
| Jahr | 1818 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 | 2023 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 187 | 280 | 247 | 211 | 210 | 202 | 290 | 213 | 212 | 199 | 237 |
| Häuser | 39 | 42 | 43 | 45 | 43 | 45 | 52 | ||||
| Quelle |
Medlitz ist römisch-katholisch geprägt und war ursprünglich nach St. Sebastian (Mürsbach) gepfarrt, seit dem 19. Jahrhundert war die Pfarrei St. Peter und Paul (Rattelsdorf) zuständig, in den 1910er Jahren wurde die Filialkirche in Medlitz zur Kuratie erhoben.
In Medlitz gab es bis zum Jahre 1986 die Brauerei Schwarzer Adler.
Medlitz hatte vom 1. Oktober 1913 bis 28. September 1975 einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Breitengüßbach–Dietersdorf.