| Strukturformel | ||||||||||||||||||||||
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| Allgemeines | ||||||||||||||||||||||
| Freiname | Medroxyprogesteronacetat | |||||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C24H34O4 | |||||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
Weißes oder fast weißes kristallines Pulver | |||||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||||||||
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| Arzneistoffangaben | ||||||||||||||||||||||
| ATC-Code | ||||||||||||||||||||||
| Wirkstoffklasse | ||||||||||||||||||||||
| Wirkmechanismus |
Progesteron-Rezeptor-Agonist | |||||||||||||||||||||
| Eigenschaften | ||||||||||||||||||||||
| Molare Masse | 386,52 g·mol−1 | |||||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
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| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||||||||
Medroxyprogesteronacetat (MPA) ist ein synthetischer Abkömmling des natürlich vorkommenden Hormons Progesteron und der Essigsäureester von Medroxyprogesteron. Es wird zur Empfängnisverhütung, in der Behandlung von Wechseljahresbeschwerden und zur symptomatischen Behandlung bestimmter hormonabhängiger Krebserkrankungen eingesetzt. Die Verabreichung erfolgt intramuskulär, subkutan oder oral.
MPA wird zur Empfängnisverhütung von längerer Dauer (3 Monate) eingesetzt und dafür als Depotzubereitung intramuskulär oder subkutan gespritzt („Dreimonatsspritze“). Die Wirkung entsteht durch Unterdrückung des normalen LH-Gipfels vor dem Eisprung, welcher dadurch gehemmt wird (Ovulationshemmung). Zudem kommt es zur Erhöhung der Viskosität des Zervikalschleims, was eine mechanische Barriere für Spermien darstellt. Insbesondere bei jugendlichen Frauen ist die Dreimonatsspritze wegen der nicht auszuschließenden Wirkung auf das Knochenwachstum nur angezeigt, wenn andere Methoden nicht vertragen werden oder wenn orale Kontrazeptiva nicht geeignet sind.
Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die palliative Behandlung bestimmter hormonabhängiger Tumoren, wozu MPA oral gegeben wird (Einnahme). Angezeigt ist es beim hormonabhängigen Mamma- und Endometriumkarzinom, beim inoperablen Prostatakarzinom sowie - wenn alternative Therapien ausgeschöpft sind - beim Nierenzellkarzinom.
In Kombination mit dem Estrogen Estradiolvalerat kann MPA in der Hormonersatztherapie (HRT) zur Anwendung kommen bei Frauen mit intakter Gebärmutter, deren Menopause länger als drei Jahre zurückliegt, wenn Estrogenmangelsymptome auftreten. Weil Estrogene das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) fördern, besteht ein Risiko für Endometriumwucherungen und -karzinome. Die Kombination mit MPA mindert das estrogenbedingte Risiko. Auch zur Vorbeugung vor einer Osteoporose bei postmenopausalen Frauen mit hohem Risiko für Knochenbrüche ist das Kombinationsarzneimittel angezeigt.
Der No Observed Effect Level (NOEL) von Medroxyprogesteronacetat ist 30 μg/Tag/kg Körpergewicht, der Acceptable Daily Intake (ADI) liegt bei 18 μg/Tag/kg Körpergewicht.
Für die Anwendung bei lebensmittelliefernden Tieren ist MPA in der EU nicht zugelassen. Eine gesundheitliche Bewertung möglicher Rückstände in Lebensmitteln nach zootechnischer Anwendung bei Schafen durch die EU führte zu dem Ergebnis, dass für MPA aufgrund der Unbedenklichkeit keine Höchstmenge festgesetzt werden muss, wenn der Einsatz intravaginal und nur für zootechnische Zwecke erfolgt.
Bei Hunden und Katzen kann der Wirkstoff zum Abbruch der Läufigkeit bzw. Rolligkeit und zur Verhinderung einer Trächtigkeit eingesetzt werden.
Im Sommer 2002 wurde bekannt, dass ein Pharmaproduzent industrielle Abfälle, die Medroxyprogesteronacetat enthielten, an eine Umwelttechnologiefirma weitergegeben hatte. Ein Zuckerhersteller wiederum hatte über zwei Jahre hinweg dieses Material in Tierfutter eingearbeitet und auch nach Deutschland verkauft. Rückstände von MPA wurden in Glukosesirup der betroffenen Firma und in Schweinefleisch nachgewiesen.
Depocon (A), Depo-Clinovir (D), Depo-Provera (CH), Farlutal (A, CH), Provera (DK, NL, UK), Sayana (A, D), Generika (D)
Perlutex (A, D), Sedometril (D)