
Melitta Schmideberg (geboren als Melitta Klein, 19. Januar 1904 in Ružomberok, Österreich-Ungarn; gestorben 10. Februar 1983 in London) war eine österreichisch-britische Psychoanalytikerin und Tochter von Melanie Klein.
Melitta Klein war das erste von drei Kindern des österreichischen Ingenieurs Arthur Stevan Klein und der Psychoanalytikerin Melanie Klein. Sie wurde am Wohnort ihrer Großmutter Libussa Reizes in der Slowakei, im ungarischen Reichsteil Österreich-Ungarns, geboren und wuchs in Budapest auf. Ihre Mutter zog nach der Trennung des Ehepaares 1917 wieder nach Ružomberok, wo Melitta 1921 das Gymnasium abschloss. Ihre Mutter zog nach Berlin und bildete sich zur Psychoanalytikerin fort und hatte großen Einfluss auf die Berliner Psychoanalytiker und ab 1924 auf die Psychoanalytiker in Großbritannien. Melitta Klein zog ebenfalls nach Berlin, um an der Friedrich-Wilhelms-Universität Medizin zu studieren und sich am Berliner Psychoanalytischen Institut auszubilden. Sie traf dort den austroamerikanischen Psychoanalytiker Walter Schmideberg (1890–1954, auch Schmiedeberg), dessen Familie mit Sigmund Freud befreundet war. Sie heirateten 1924. Im Jahr 1927 schloss sie das Medizinstudium an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin ab und wurde 1929 promoviert. Sie begann eine Lehranalyse bei Karen Horney und wurde 1931 außerordentliches Mitglied der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV).

1932 zog sie nach London und wurde britische Staatsbürgerin. Sie setzte ihre Lehranalyse zunächst bei Ella Freeman Sharpe fort. In einem Brief, wahrscheinlich Ende des Sommers 1934, formulierte die Tochter gegenüber ihrer Mutter, Melanie Klein das Bedürfnis sich aus dem Zustand einer neurotischen Abhängigkeit von ihr zu lösen. Ausdruck war hierzu auch, dass sie eine Lehranalyse bei Edward Glover, einem Kontrahenten von Melanie Klein, begann. Sie setzte ihre Lehranalyse bei Edward Glover fort und wurde alsbald Lehranalytikerin der British Psychoanalytical Society. In ihren Arbeiten zur Kinderanalyse wandte sie sich öffentlich von den Theorien ihrer Mutter ab, denen sie die empirische Grundlage absprach.
Ab 1945 lebte sie in New York City, engagierte sich in der Sozialarbeit für Gefängnisinsassen und gründete die Association for the Psychiatric Treatment of Offenders, ihre praktische Tätigkeit als Psychoanalytiker gab sie auf. Sie war Mitgründerin der Zeitschrift International Journal of Offender Therapy and Comparative Criminology. 1959 wurde sie auch US-amerikanische Staatsbürgerin. Schmideberg lebte ab 1960, nach dem Tod ihrer Mutter Melanie Klein, wieder in London und arbeitete auch dort in der Behandlung und Resozialisierung von Strafgefangenen.
Friederike Kammer spielte 1995 an der Seite von Erika Pluhar die Melitta Schmiedeberg in dem Spielfilm Mrs. Klein, die Vorlage war ein Theaterstück von Nicholas Wright.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schmideberg, Melitta |
| ALTERNATIVNAMEN | Klein, Melitta (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichisch-britische Psychoanalytikerin und Tochter von Melanie Klein |
| GEBURTSDATUM | 19. Januar 1904 |
| GEBURTSORT | Ružomberok, Österreich-Ungarn |
| STERBEDATUM | 10. Februar 1983 |
| STERBEORT | London |