Melk

Stadtgemeinde
Melk
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Melk
Melk (Österreich)
Melk (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Niederösterreich Niederösterreich
Politischer Bezirk: Melk
Kfz-Kennzeichen: ME
Fläche: 25,70 km²
Koordinaten: 48° 14′ N, 15° 21′ OKoordinaten: 48° 13′ 37″ N, 15° 20′ 38″ O
Höhe: 213 m ü. A.
Einwohner: 5.826 (1. Jän. 2026)
Bevölkerungsdichte: 227 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3390
Vorwahlen: 0 27 52
Gemeindekennziffer: 3 15 24
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Rathausplatz 11
3390 Melk
Website: www.melk.gv.at
Politik
Bürgermeister: Patrick Strobl (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2025)
(29 Mitglieder)
17
4
4
4
17 4 4 4 
Insgesamt 29 Sitze
Lage von Melk im Bezirk Melk
Lage der Gemeinde Melk im Bezirk Melk (anklickbare Karte)BerglandArtstetten-PöbringBischofstettenBlindenmarktDorfstettenDunkelsteinerwaldEmmersdorf an der DonauErlaufGolling an der ErlaufHofamt PrielHürmKilbKirnberg an der MankKlein-PöchlarnKrummnußbaumLeibenLoosdorfMankMarbach an der DonauMaria TaferlMelkMünichreith-LaimbachNeumarkt an der YbbsNöchlingPersenbeug-GottsdorfPetzenkirchenPöchlarnPöggstallRaxendorfRuprechtshofenSt. Leonhard am ForstSt. Martin-KarlsbachSt. OswaldSchollach (Niederösterreich)Schönbühel-AggsbachTexingtalWeitenYbbs an der DonauYspertalZelking-MatzleinsdorfNiederösterreich
Lage der Gemeinde Melk im Bezirk Melk (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Rathaus
Rathaus
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Die niederösterreichische Stadtgemeinde Melk liegt am rechten Ufer der Donau und wird in Fließrichtung gesehen als „das Tor zur Wachau“ bezeichnet. Teile der Stadt, wie das Stift Melk, sind Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Wachau. Melk ist die Bezirkshauptstadt des gleichnamigen Bezirks.

Geographie

Stift Melk über dem gleichnamigen Fluss
Mariä-Himmelfahrt-Kirche (Melk)

Die Stadt Melk liegt zwischen den kleinen von rechts in die Donau mündenden Flüssen Melk und Pielach an einem Donaualtarm. Das Stift liegt auf einem Berg, der zur Donau nach Norden hin steil abfällt. Das Stadtzentrum zieht sich den vergleichsweise flachen Westhang hinunter.

Gemeindegliederung

Die Stadtgemeinde Melk besteht aus zehn Ortschaften bzw. Katastralgemeinden (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2026):

Nachbargemeinden

Klimatabelle für Melk (Mittelwerte 2009–2025)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Mittl. Temperatur (°C) 0,2 1,8 5,8 10,6 14,4 19,0 20,5 20,0 15,3 10,0 5,1 1,6 ⌀ 10,4
Mittl. Tagesmax. (°C) 2,8 5,4 11,2 16,7 19,8 24,7 26,6 26,3 20,9 14,6 8,2 4,2 ⌀ 15,2
Mittl. Tagesmin. (°C) −1,8 −0,8 1,8 5,6 9,7 13,8 15,2 15,0 11,3 6,9 3,0 −0,4 ⌀ 6,6
Niederschlag (mm) 24,3 17,2 20,9 34,4 80,5 80,7 86,0 83,8 45,8 40,5 22,9 20,2 Σ 557,2
Sonnenstunden (h/d) 1,9 3,4 5,2 7,1 6,9 8,5 8,6 8,1 6,3 4,1 2,3 1,8 ⌀ 5,4
Regentage (d) 6,4 4,8 5,2 6,4 11,3 8,7 10,2 9,5 6,5 7,2 4,6 5,8 Σ 86,6
Luftfeuchtigkeit (%) 85 80 72 68 72 70 70 73 79 84 87 87 ⌀ 77,2
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
2,8
−1,8
5,4
−0,8
11,2
1,8
16,7
5,6
19,8
9,7
24,7
13,8
26,6
15,2
26,3
15,0
20,9
11,3
14,6
6,9
8,2
3,0
4,2
−0,4
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Klimadaten der GeoSphere-Austria-Station Melk (ID 189), Mittelwerte 2009–2025, aufbereitet von Tauernwetter Forschung

Geschichte

Aufgrund diverser Funde wird seit dem 19. Jahrhundert am Standort des heutigen Stift Melk ein römisches Kastell (Namare?) vermutet. Die Befestigung konnte aber bis dato archäologisch nicht nachgewiesen werden. Die Lage auf einem, in der Nähe des Donauufers gelegenen, ca. 60 Meter hohen, Felsrücken lassen das Vorhandensein einer römischen Limesbefestigung an diesem Platz als zumindest wahrscheinlich erscheinen.

Im Jahr 831 scheint Melk erstmals urkundlich als Medilica auf. Auch im Nibelungenlied wird der Ort mit dem mittelhochdeutschen Namen Medelike erwähnt. Der Ortsteil Pielach wird 823 in der Urkunde Confirmatio Ludovici Pii genannt, in welcher König Ludwig der Fromme den Ort an das Bistum Passau übergibt.

Leopold I., 976 mit dem Gebiet des heutigen Südwestens Niederösterreichs als Markgraf belehnt, machte die Burg in Melk zu seiner Residenz und seine Nachfolger statteten sie mit wertvollen Schätzen und Reliquien aus.

Adalbert der Siegreiche, Markgraf von Österreich, residierte in der Babenbergerburg Melk, wo er am 26. Mai 1055 starb. 1089 übergab Markgraf Leopold II. die Burg Benediktinern aus dem Stift Lambach. Seither leben und wirken im Stift Melk bis heute in ununterbrochener Folge Mönche nach der Regel des hl. Benedikt. Schon seit dem 12. Jahrhundert ist eine Schule mit dem Kloster verbunden und in der Bibliothek wurden wertvolle Handschriften gesammelt und angefertigt.

Melk erhielt 1227 Marktrecht. Zur Zeit der Melker Reform im 15. Jahrhundert war das Stift Ausgangspunkt einer der bedeutendsten mittelalterlichen Klosterreformen und unterhielt enge Verbindungen zu den Humanisten an der Wiener Universität.

Am 14. Dezember 1805 kam es zu einem Brand im Stift Melk. Dabei starben etwa zwei- bis dreihundert russische Kriegsgefangene. Das Denkmal an der B 1 zwischen Melk und Winden erinnert bis heute an diesen Vorfall.

1873, nach Schleifung der Befestigungsanlagen, kam es zu einer Stadterweiterung in Richtung des seit 1856 bestehenden Bahnhofs. Es wurde einerseits 1885 der Stadtpark angelegt, andererseits in den 1890ern das Melker Cottage, ein repräsentatives Villenviertel. Der Grund wurde vom Stift Melk unter Abt Karl zu günstigen Bedingungen übereignet, die Hauptachse des Viertels wurde daher Abt-Karl-Straße benannt.

1898 wurde Melk zur Stadt erhoben.

Vom 21. April 1944 bis zur Evakuierung am 15. April 1945 bestand auf dem Gelände der Freiherr-von-Birago-Kaserne das Konzentrationslager Melk, ein Außenlager des KZ Mauthausen, in dem die Steyr Daimler Puch AG Kugellager produzieren ließ. Etwa 5.000 Menschen – diese Zahl entspricht ungefähr der Einwohnerzahl von Melk selbst – kamen durch Zwangsarbeit beim Bau einer Stollen-Halle während des einjährigen Bestehens des Konzentrationslagers um. Das Krematorium des Lagers ist heute eine Gedenkstätte.

Das Heimatmuseum Melk grub Ende der 1980er Jahre auf dem Wachberg den Teil eines Hofes mit Kuppelöfen und Webstuhlgewichten aus. Der Wachberg gilt jetzt mit etwa 40 vollständigen Tongefäßen und ebenso vielen Webgewichten als die bedeutendste Fundstelle Österreichs der fundarmen Mödling-Zöbing/Jevišovice-Gruppe.

Bevölkerungsentwicklung

Melk: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026
Jahr  Einwohner
1869
  
2.595
1880
  
2.639
1890
  
2.828
1900
  
3.203
1910
  
3.945
1923
  
4.186
1934
  
4.356
1939
  
4.670
1951
  
4.321
1961
  
4.716
1971
  
5.117
1981
  
5.062
1991
  
5.139
2001
  
5.222
2011
  
5.254
2021
  
5.536
2026
  
5.826
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

2026 lebten sogar schon 5826 Menschen in Melk.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Mit Dezember 2013 wurde die Altstadt von Melk als Ensemble unter Denkmalschutz gestellt.

Kulturelle Vereine in Melk
  • Jazzclub
  • Musikverein
  • Singverein
  • Stadtkapelle
  • Theatergruppe
  • Verein zur Förderung der Bierkultur
  • Volkstanzgruppe
  • Kultur- und Museumsverein
  • Verein der Freunde der Festspiele Melk

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Seit 1451 wird alljährlich am 13. Oktober der Kolomanikirtag, benannt nach dem Schutzpatron von Stadt und Stift Melk, gefeiert.
  • Jeden Faschingsdienstag findet der Faschingsumzug statt.
  • Im Juli und August finden die Melker Sommerspiele in der Donauarena statt.
  • In der dritten Juliwoche findet das zweitägige Melker Höfefest in der Altstadt statt.
  • Im Stift Melk finden zu Pfingsten die internationalen Barocktage mit zahlreichen Konzerten statt.
  • Im Advent findet jährlich der „Adventdorf“ am Hauptplatz statt.

Sport

Der Finne Jussi Kynsilehto mit seinem Singer Chamois Sport beim Rallycross-EM-Lauf des Jahres 1978 auf dem damaligen Leruring
Sportvereine

Wirtschaft und Infrastruktur

Landesklinikum Mostviertel Melk
Kraftwerk Melk
Donaubrücke Melk – Emmersdorf

Verkehr

Die Stadt Melk liegt direkt an der Westautobahn und an der Westbahn. Eine Donaubrücke führt in den nördlichen Teil des Bezirkes und in das Waldviertel. An der Donau befinden sich Anlegestellen für Donaukreuzfahrtschiffe, am Nebenarm liegt die Anlegestelle für die Donauausflugsschiffe, die hier den Endpunkt der Wachaufahrten haben. In der Donau westlich der Stadt liegt die Staustufe Melk mit dem Kraftwerk Melk und einer Doppelschleuse für die Schifffahrt.

Bildung

In Melk befinden sich drei Kindergärten, eine Volksschule, eine Polytechnische Schule, eine Hauptschule und das Stiftsgymnasium Melk; weiters ein Sonderpädagogisches Zentrum, eine Musikschule, eine Volkshochschule und eine Bücherei. Große Bedeutung hat auch die Melker Stiftsbibliothek.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 29 Mitglieder.

Bürgermeister

Gemeindepartnerschaften

Sonstiges

Wappen und Wahlspruch der Nibelungia Melk

In Melk ist die K.Ö.St.V. Nibelungia Melk im Mittelschüler-Kartell-Verband ansässig.

Am 13. Februar 1993 ereignete sich beim Bahnhof Melk ein schweres Zugunglück. Ein Güterzug und ein Eilzug stießen frontal zusammen, es gab 3 Tote und rund 20 Verletzte.

Die Stadt ist immer wieder von Hochwassern betroffen, zuletzt in den Jahren 2002 und 2013.

Im 1980 erschienenen Roman Der Name der Rose von Umberto Eco erzählt die Hauptfigur Adson von Melk die Geschichte und erwähnt dabei häufig das Benediktinerkloster Melk.

Persönlichkeiten, die mit Melk verbunden sind

chronologisch nach Geburtsjahr geordnet

Literatur

Commons: Melk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Melk – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. ↑ Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2026 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2026), (ODS, 500 KB)
  2. ↑ David Kaufmann: Klimadaten Niederösterreich – aufbereitete Klimamittel von GeoSphere-Stationen (Gemeinde-Datensätze). Zenodo, 2026, doi:10.5281/zenodo.21274855 (zenodo.org).
  3. ↑ Namare: Tabula Peutingeriana, Segmentum III, 5
  4. ↑ Dehio Niederösterreich südlich der Donau 2003, S. 1429ff
  5. ↑ Quarz Roggendorf: Quarz B9 Roggendorf. Abgerufen am 8. November 2017.
  6. ↑ BürgerInneninformationsveranstaltung des Bundesdenkmalamtes, der Kulturabteilung des Landes NÖ und der Stadt Melk zur Ensemble-Unterschutzstellung der Melker Altstadt Stadt Melk und Andreas Lehne, Renate Madritsch, Gorazd Živkovic vom BDA, 15. März 2012
  7. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 1995 in Melk. Amt der NÖ Landesregierung, 30. März 2000, abgerufen am 25. Oktober 2019.
  8. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2000 in Melk. Amt der NÖ Landesregierung, 4. Februar 2005, abgerufen am 25. Oktober 2019.
  9. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2005 in Melk. Amt der NÖ Landesregierung, 4. März 2005, abgerufen am 25. Oktober 2019.
  10. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2010 in Melk. Amt der NÖ Landesregierung, 8. Oktober 2010, abgerufen am 25. Oktober 2019.
  11. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Melk. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 25. Oktober 2019.
  12. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Melk. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2020, abgerufen am 31. Januar 2025.
  13. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2025 in Melk. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2025, abgerufen am 31. Januar 2025.
  14. ↑ Interview mit Mag. Helmut Sommer auf www.club-carriere.com, abgerufen am 16. März 2023.
  15. 1 2 orf.at: Patrick Strobl neuer Bürgermeister in Melk. Artikel vom 13. Juli 2018, abgerufen am 14. Juli 2018.