Melodic Illusions for Sextet

Melodic Illusions for Sextet
Studioalbum von Kasper Tranberg

Veröffent-
lichung

2026

Aufnahme

2025

Label(s)

ILK Music

Format(e)

CD, Download

Genre(s)

Jazz, Neue Improvisationsmusik

Titel (Anzahl)

7

Länge

55:02

Besetzung

Studio(s)

Rytmisk Musikkonservatorium, Kopenhagen

Chronologie
Nobody’s Heart
(2023)
Melodic Illusions for Sextet —

Melodic Illusions for Sextet ist ein Musikalbum von Kasper Tranberg. Die am 20. und 21. Mai 2025 im Rytmisk Musikkonservatorium in Kopenhagen entstandenen Aufnahmen erschienen am 29. April 2026 auf ILK Music.

Hintergrund

Melodic Illusions for Sextet „erforscht die Melodie als kollektiven, sich wandelnden Raum durch intensive Interaktion im Ensemble“, hieß es in den Liner Notes des Albums. Der Trompeter Kasper Tranberg tat dies mit fünf Musikern der europäischen Improvisationsszene, Maria Faust – Altsaxophon, Philip Zoubek – Piano & Keyboards, Carl Ludwig Hübsch – Tuba & Stimme, Anja Jacobsen – Schlagzeug & Stimme und Oliver Steidle – Schlagzeug & Perkussion.

Titelliste

  1. Mirage 4:55
  2. Eidolon 8:19
  3. Assemblages 10:43
  4. Phantoms 9:44
  5. Apparition 2:30
  6. South Sound Spectre 10:10
  7. Stella Maris 8:41

Die Kompositionen stammen von Kasper Tranberg.

Rezeption

Kasper Tranberg (2018)

Nach Ansicht von Franpi Barriaux, der das Album in „Citizen Jazz“ rezensierte, falle es schwer, dieses Projekt des dänischen Trompeters Kasper Tranberg nicht mit dem Titel zusammenzufassen, der sein Sextett-Album „Melodic Illusions for Sextet“ eröffnet. „Mirage“ sei – sowohl in Tranbergs äußerst atmosphärischem Trompetenspiel als auch im fast flüssig klingenden Klavier von Philip Zoubek und dem farbenreichen Schlagzeugspiel von Oli Steidle, einem langjährigen Weggefährten Tranbergs – „mehr als nur ein Bekenntnis: Es ist eine Verkörperung“. Mit diesem Sextett-Album stelle Tranberg sein großes kompositorisches Talent unter Beweis, biete aber auch Einblicke in sein innerstes Verständnis, das er zudem in einem eng damit verbundenen Soloalbum, „12 Melodic Illusions for Solo Improvisor“, weiterentwickelt habe.

Es sei [schnell] klar: Die Illusion habe die Oberhand, und wie er in unserem Interview erklärt, habe der Trompeter ein Idiom geschaffen – ein Mittel, um es auszudrücken, so Barriaux weiter. Es gehe hier nicht „um Scheinheiligkeit, sondern vielmehr um Beharrlichkeit und akustische Halluzinationen“, die das Sextett auf dem treffend betitelten „Phantoms“ wunderbar zur Geltung bringe, wo das Tutti der Bläser (Maria Faust am Altsaxophon und Carl Ludwig Hübsch an der Tuba zusammen mit Tranberg) alle möglichen Verschiebungen und Stürme ermögliche. In diesem Stück würde viel plötzliche und geballte Energie stecken, so wie in einem Ventilauf dieser Platte, auf der jedes noch so kleine Detail unter die Lupe genommen und ausgenutzt, ja sogar durch Schichten der Klangbearbeitung weiterverarbeitet werde. Tranberg zeichne sich durch eine subtile Kompositionsweise aus, die genügend Freiraum lasse, damit seine Mitmusiker gemeinsam mit ihm eine Illusion erschaffen könnten, die aus den Unruhen der Stille entstehe – tiefgründig und grundlegend psychotrop –, die die Zeit stillstehen lasse, ein Konzept, das zwangsläufig im Zentrum dieser globalen Reflexion stehe. Das würde besonders deutlich, wenn in „South Sound Spectre“ die Stimme auftauche, ein fernes Singen im Wind. In Hübschs Tuba wie auch in Anja Jacobsens sehr an Edgar Varèse angelehnter Perkussionsarbeit finde sich „eine Vorstellung von Zeitdehnung, von abgebrochenen Synkopen und klanglichen Trugbildern, die dem Ganzen eine sehr philosophische Dimension verleihen“.

Einzelnachweise

  1. 1 2 Franpi Barriaux: Kasper Tranberg: Melodic Illusions for Sextet. In: Citizen Jazz. 11. Oktober 2026, abgerufen am 21. Oktober 2026 (französisch).