Meno Reiche

Meno Reiche (* 25. August 1651 in Lübeck; † 2. Juli 1691 ebenda) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Geistlicher.

Leben

Meno Reiche stammte aus einer Pastorenfamilie. Sein Vater Johannes Reiche war seinem gleichnamigen Vater als Pastor der Lübecker Ägidienkirche nachgefolgt. Seine Mutter Elisabeth war eine Tochter des Superintendenten Menno Hanneken. Auch seine Onkel Wilhelm Verpoorten und Philipp Ludwig Hanneken waren lutherische Geistliche. Johannes Reiche (1659–1696) war sein jüngerer Bruder.

Er besuchte das Katharineum zu Lübeck. Ab 1669 studierte er, zusammen mit Bartholomäus Botsack, Philosophie und Evangelische Theologie an der Universität Gießen, wo sein Onkel Philipp Ludwig Hanneken als Professor lehrte. 1671 war er Respondent einer Disputation über Meeresströme unter Vorsitz von Friedrich Nitzsch. 1672 graduierte er mit Aphorismi Philosophici unter Vorsitz von Heinrich Phasian (1633–1697) zum Magister. Gemeinsam mit ihm graduierten Botsack sowie der spätere radikale Pietist Johann Wilhelm Petersen. 1673 war er dann selber Präses einer Disputation von Johann Gregor Lebleu.

Anschließend unternahm er eine Studienreise, die ihn erst nach Königsberg, Kopenhagen und Kiel, dann mit Justus Christoph Schomer in die Niederlande, nach Belgien und Großbritannien führte. 1677 ging er mit Schomer kurzzeitig an die Universität Rostock.

1679 kehrte er nach Lübeck zurück und wurde als Nachfolger des verstorbenen Adam Laurentius Nicolai zum Diaconus (Prediger) an der Jakobikirche berufen. 1690 stieg er zu ihrem (Haupt)-Pastor auf, starb aber schon im folgenden Jahr.

Meno Reiche hatte einen 1681 geborenen Sohn Johannes Reiche, der 1713 zum Prediger der Aegidienkirche berufen wurde, 1718 Archidiaconus wurde und 1720 starb.

Werke

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Siehe die Gratulationsschrift Honores Philosophicos Viris Iuvenibus Clarissimis Ac Doctissimis Dn. Bartoldo Botsacco, Dn. Joh. Wilhelmo Petersen, Dn. Menoni Reichio Patriae suae Civibus dilectissimis atque honoratissimis felices eße iubent Amici Lubecenses. Gießen 1672 Digitalisat
  2. ↑ De Sortitione. Gießen 1673
  3. ↑ 122338359 Zu ihm siehe Johann Henrich von Seelen: Athenae Lubecenses. Band 2. Petrus Boeckmann, Lübeck 1720, S. 218. und die Trauerschrift: Der rühmlich geführte Lebens-Lauff, Des Weyland Wol-Ehrwürdigen ... Johannis Reich, Hochverdienten Archi-Diaconi zu St. Aegidien, Als Derselbe Anno 1720 den 7 Octobr. diese Zeitlichkeit geseegnet ... Lübeck 1720 Digitalisat