Mento Deichmann (und Namensvarianten; * 2. Januar 1610 in Steyerberg; † 13. oder 23. November 1649 in Hannover) war ein deutscher Schulleiter und evangelischer Geistlicher.
Mento Deichmann war der Sohn von Christoph Deichmann (oder Christoffer Deichman) und Catharina Silings. Nach seiner ersten Bildung durch die Eltern und an der örtlichen Schule besuchte er die Stadtschule in Hannover. Nach dem frühen Tod seiner Eltern wurde er durch Freunde und Verwandte unterstützt. Eine besondere Förderung erhielt Deichmann durch den Rektor Johann Strube.
Ab 1632 besuchte Deichmann die Universität Wittenberg, an der er vor allem durch den Theologen Jakob Martini unterrichtet wurde. Nach seiner Rückkehr nach Hannover erhielt er durch Melchior Reichard die Stellung des Präzeptors für dessen Sohn Melchior Albrecht Reichard. Gemeinsam mit dem ihm anvertrauten Reichard sowie dem späteren Juristen und Doktor beider Rechte Jacob Türck wurde Deichmann an die Universität Helmstedt gesandt. Dort wurde er insbesondere durch die Theologen Georg Calixt und Conrad Horn unterrichtet, 1638 zum Magister angenommen und las vielbeachtete philosophische „Collegia“.
Nach seinem Theologiestudium wurde Deichmann zum Subconrektor der Lateinschule der Stadt Hannover berufen, dem späteren Ratsgymnasium, wo er rund drei Jahre tätig war. 1641 wurde er Pfarrer und Seelsorger an der Kreuzkirche Hannover und war dort knapp neun Jahre tätig.
Deichmann heiratete am 2. November 1641 Anna Maria Walther, Tochter von Ludolf Walther. Aus der Ehe gingen vier Töchter hervor, von denen drei ihren Vater überlebten.
In seinem letzten Lebensjahr zog sich Deichmann im November 1649 eine wetterbedingte Unterkühlung zu. Er ging dennoch seinen Amtspflichten im örtlichen Waisenhaus nach und versah seinen kirchlichen Dienst. Ihn befiel zusätzlich ein Fieber. Trotz medizinischer Behandlungen verstarb Deichmann zehn Tage nach seiner Erkrankung.
Deichmann starb im November 1649 und wurde am 28. November 1649 in einer Gruft in der Kirche zum Heiligen Kreuz beigesetzt. Die Leichenpredigt hielt Pastor Georg Erythropel.
Aus der Provenienz von Mento Deichmann stammt unter anderem eine philologische Handschrift aus der Zeit um 1630, die später in den Besitz von Gerhard Molanus, Abt des Klosters Loccum, gelangte. Dessen Privatbibliothek wurde später von der Königlichen Bibliothek zu Hannover käuflich erworben, von der ein Teil, darunter die Handschrift, 1734 von der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen gekauft wurde.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Deichmann, Mento |
| ALTERNATIVNAMEN | Deichmann, Mentho; Deichmanus, Mento; Deichmanus, Mentho; Deichmannus, Mentho; Deichman, Mento; Deichman, Mentho |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher lutherischer Theologe, Direktor einer Schule und Autor |
| GEBURTSDATUM | 2. Januar 1610 |
| GEBURTSORT | Steyerberg |
| STERBEDATUM | 13. November 1649 oder 23. November 1649 |
| STERBEORT | Hannover |