Meral Alma

Meral Alma ist eine deutsche Künstlerin, die in Düsseldorf lebt und arbeitet. Im Zentrum ihrer großformatigen figurativen Malerei stehen Figuren und deren Geschichten, die sie in vielteiligen Bildräumen zusammenführt. Einzelne wiederkehrende Bildfiguren führt sie über mehrere Medien hinweg fort, etwa Der kleine König von der Malerei über die Bronzeskulptur bis zu einer mittels Künstlicher Intelligenz erzeugten Hologramm-Variante.

Leben

Alma ist in Deutschland geboren und wuchs in Hochneukirch auf, ihre Familie hat arabisch-türkische Wurzeln. Sie lernte Arabisch, Türkisch sowie Deutsch im Kindergarten, später besuchte sie eine katholische Grundschule. 2003 begann Alma ein Studium in den Fächern Germanistik und Soziologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. 2010 nahm sie ein Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf auf, das sie 2017 als Meisterschülerin von Siegfried Anzinger und 2018 mit dem Akademiebrief abschloss. Parallel zum Kunststudium beendete sie 2012 ihr Germanistik- und Soziologiestudium mit dem Magister. Im Anschluss nahm Alma ein Promotionsstudium an der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf auf.

Während ihres Studiums wurde sie zweimal mit dem Förderpreis der Kunstakademie Düsseldorf ausgezeichnet und erhielt erste Einladungen zu Ausstellungen. 2021 wurde ihr als erster Frau der Preis für bildende Kunst der Düsseldorfer Jonges zugesprochen. Im selben Jahr wurde sie in den Beirat der Freunde und Förderer der Düsseldorfer Kunstakademie gewählt.

Werk

Almas Malerei umfasst großformatige Arbeiten in Acryl- und Ölfarbe; sie verwendet darin phosphoreszierende und fluoreszierende Farbpigmente, wodurch einzelne Werke unter veränderten Lichtverhältnissen abweichende Bildwirkungen zeigen. Zu diesen gehören großflächige Malereien, Collagen und Porträtgemälde. Neben Leinwand und PVC arbeitet Alma auch auf Glas. In der seit 2023 entstehenden Bilderserie Lebenslandschaften und urbane Welten trägt sie neben Acryl- und Ölfarbe auch Vulkanerde, Quarzsand und Ton auf die Leinwand auf.

Ein seit 2018 entstandener Bilderzyklus trägt den Titel Zirkus des Lebens und besteht Stand 2024 aus fünf großflächigen Gemälden.

Ab 2023 erweiterte Alma ihr bis dahin malerisches Werk um Bildhauerei und digitale Medien. Ihre wiederkehrende Bildfigur Der kleine König überführte sie in eine Bronzeskulptur und ergänzte die Werkgruppe um eine mittels Künstlicher Intelligenz auf Betrachter reagierende Hologramm-Variante.

Rezeption

Der Kunsthistoriker und Kurator Robert Fleck charakterisierte Almas Malerei 2015 als „Panorama, eine kleine Enzyklopädie zeitgenössischer Gefühlslagen“.

Die Kunsthistorikerin Christiane Hoffmans verortete Almas Malweise 2021 in ihrer Laudatio zur Verleihung des Jonges-Preises in der Tradition der Jungen Wilden der 1980er Jahre und verglich ihre an teilweise am Boden liegenden Leinwänden ausgeführte Arbeitsweise mit der Jackson Pollocks. Im Kontext monumentaler Malerei durch Frauen nannte sie Alma neben Katharina Grosse sowie den amerikanischen Expressionistinnen Helen Frankenthaler, Joan Mitchell und Lee Krasner.

Die Kunstwissenschaftlerin Brigitte Descœudres-Sutter ordnete das großformatige Gemälde Zirkus des Lebens (2020, Acryl und Öl auf PVC, 310 × 800 cm) in ihrer Dissertation Bild-Poesie. Eine philosophisch-kunstwissenschaftliche Annäherung (2024) als Beispiel einer zeitgenössischen Bild-Poesie ein.

Laut dem Kunstmarktökonomen Magnus Resch steche Alma heraus auf einem Markt, der übersättigt sei von Künstlern.

Werkstandorte und Ausstellungen

Almas Werke sind in institutionellen und öffentlich zugänglichen Räumen dauerhaft oder über längere Zeiträume zu sehen. 2020 wurden zwei großformatige Gemälde (je ca. 8 × 3 m) aus dem Werkzyklus Zirkus des Lebens in den gegenüberliegenden Eingangsportalen des 1&1-Gebäudekomplexes am Karlsruher Hauptbahnhof installiert, wo sie vom rückwärtigen Bahnhofsplatz aus auch bei Dunkelheit sichtbar sind. Seit 2021 ist ein weiteres Werk dauerhaft im Selma-Meyer-Hörsaal der Medizinischen Fakultät der Universität Düsseldorf installiert.

Im Sommer 2025 gestaltete Alma im Rahmen ihrer Aktion Don’t Panic den Historischen Uhrenturm an der Grafenberger Allee in Düsseldorf mit übergroßen Notizzetteln.

Ausstellungen ihrer Arbeiten fanden unter anderem im K21 in Düsseldorf, im Haus der Universität Düsseldorf sowie in städtischen Galerien statt. 2024 zeigte das „Museum der Niederrheinischen Seele“ in der Villa Erckens in Grevenbroich Almas Einzelausstellung Aufbruch. Für diese bemalte Alma den Boden eines Ausstellungsraums mit Leuchtfarbe; im abgedunkelten Raum diente die Bodenfläche als Leuchtfläche für das Gemälde Der Punk.

Soziales Engagement

Alma engagiert sich im sozialen Bereich unter anderem als Botschafterin des Kinder- und Jugendhospiz Regenbogenland in Düsseldorf sowie im Vorstand der Stiftung Rechtsmedizin des Landes Nordrhein-Westfalen. Sie entwarf die Bronzetrophäe des „Preis für Kindeswohl“, den die Düsseldorfer Jonges und die Stiftung Kinderhospiz Regenbogenland gemeinsam vergeben. 2022 gestaltete Alma einen Kühlschrank des Herstellers Miele als Kunstwerk und verzichtete auf ihr Honorar; gemeinsam mit dem Unternehmen wurden 40.000 Euro gespendet, je zur Hälfte an die Stadt Düsseldorf für die Unterbringung und Betreuung geflüchteter Menschen aus der Ukraine und an den Düsseldorfer Kunstverein 701.

Auszeichnungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Katja Kraft: Tanz des Lebens. In: Münchner Merkur. 7. Juni 2020, abgerufen am 25. August 2026.
  2. ↑ Auf den Spuren des urbanen Lebens. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. 22. September 2015, abgerufen am 25. August 2026.
  3. 1 2 Brigitte Descœudres-Sutter: Bild-Poesie. Eine philosophisch-kunstwissenschaftliche Annäherung. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2024, ISBN 978-3-7319-1430-3, S. 228–231.
  4. 1 2 3 Gundhild Tillmanns: Kunst in Jüchen: Künstlerin Meral Alma lässt die Bronzezeit wieder auferstehen. In: Rheinische Post. 11. Dezember 2023, abgerufen am 25. August 2026.
  5. 1 2 Gundhild Tillmanns: Livestream aus dem Atelier von Meral Alma: Meral Alma lässt sich live beim Malen filmen. In: Rheinische Post. 7. November 2022, abgerufen am 25. August 2026.
  6. 1 2 3 Meral Alma: Malerin und Doktorandin. In: w/k – Zwischen Wissenschaft & Kunst. 8. März 2020, ISSN 2628-1465 (wissenschaft-kunst.de [abgerufen am 25. August 2026]).
  7. 1 2 Jennifer Wiebking: Künstlerin Meral Alma malt zwei Punks für die F.A.Z. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Abgerufen am 25. August 2026.
  8. 1 2 3 4 5 Die Düsseldorfer Künstlerin Meral Alma wird zur Botschafterin des Kinder- und Jugendhospiz Regenbogenland ernannt. In: Neue-Düsseldorfer-Online-Zeitung. 16. Mai 2022, abgerufen am 25. August 2026.
  9. ↑ Vita. In: Meral Alma. Abgerufen am 25. August 2026.
  10. 1 2 3 Bertram Müller: Kunst in Düsseldorf: Mit Meral Alma im Großstadtdschungel. In: Rheinische Post. 26. Februar 2018, abgerufen am 25. August 2026.
  11. 1 2 3 4 Christiane Hoffmans: Laudatio zur Verleihung des Jonges-Preises für Bildende Künstler 2021 an Meral Alma. In: Düsseldorfer Jonges. Abgerufen am 25. August 2026.
  12. 1 2 Brigitte Pavetic: Düsseldorfer Heimatverein ehrt Künstlerin: Meral Alma erhält als erste Frau den Jonges-Preis. In: Rheinische Post. 12. August 2021, abgerufen am 25. August 2026.
  13. ↑ Falk Velten: OB Keller und türkische Generalkonsulin besuchen das Atelier von Meral Alma. In: duesseldorf.de. 21. Juli 2023, abgerufen am 25. August 2026.
  14. ↑ Morgenmagazin mit Meral Alma (ZDF Beitrag). In: Kunst Düsseldorf bei YouTube. 10. April 2021, abgerufen am 25. August 2026.
  15. ↑ Düsseldorfer Künstlerin Meral Alma: „Zirkus des Lebens“. In: DJournal. 5. Oktober 2020, abgerufen am 25. August 2026.
  16. 1 2 3 Karin G. Verhoeven-Meurer: Hochneukircherin in Düsseldorf: Meral Alma sticht im internationalen Kunst-Markt heraus. In: Rheinische Post. 20. Februar 2019, abgerufen am 25. August 2026.
  17. ↑ Gundhild Tillmanns: Malerin Meral Alma spendet ein Bild: Malerin spendet Großbild für die Uni. In: Rheinische Post. 16. Februar 2021, abgerufen am 25. August 2026.
  18. ↑ Gundhild Tillmanns: „Zirkus des Lebens“: Der fünfte Akt ist gemalt.: Gemälde so groß und farbenfroh wie das Leben. In: Rheinische Post. 23. November 2024, abgerufen am 25. August 2026.
  19. ↑ Jüchen: Menschenbilder in Grevenbroicher Halle. In: Rheinische Post. 1. September 2017, abgerufen am 25. August 2026.
  20. ↑ Nathalie Riahi: Mega-Kunstwerk ging auf Reisen. In: Express auf meralalma.de. 29. September 2020, abgerufen am 25. August 2026.
  21. ↑ Hörsaal der Medizinischen Fakultät nach Selma Meyer benannt. In: DJournal. 9. Februar 2021, abgerufen am 25. August 2026.
  22. ↑ Claudia Hötzendorfer: Projekt „Don’t Panic“ in Düsseldorf: Warum rund 500 Notizzettel einen historischen Uhrenturm schmücken. In: Rheinische Post. 2. Juni 2025, abgerufen am 25. August 2026.
  23. ↑ Gundhild Tillmanns: Bekannte Malerin spendet für eine Schule in Togo: Malerin Meral Alma spendet für Togo-Projekt aus Grevenbroich. In: Rheinische Post. 11. März 2025, abgerufen am 25. August 2026.
  24. ↑ Gundhild Tillmanns: Malerin Meral Alma stellt in Grevenbroich aus: Der farbgewaltige Blick hinter die Kulissen des Lebens. In: Rheinische Post. 23. September 2024, abgerufen am 25. August 2026.
  25. ↑ Beate Werthschulte: Neue Stiftung in Düsseldorf: „Wir haben miterlebt, wie drei Säuglinge nach einem Schütteltrauma gestorben sind“. In: Rheinische Post. 12. Dezember 2025, abgerufen am 25. August 2026.
  26. ↑ Simona Meier: Auszeichnung in Düsseldorf: Herbert Reul erhält Preis für seinen Einsatz gegen Kindesmissbrauch. In: Rheinische Post. 6. März 2024, abgerufen am 25. August 2026.
  27. ↑ Gundhild Tillmanns: Künstlerin Meral Alma: Malerin spendet 40.000 Euro. In: Rheinische Post. 21. Mai 2022, abgerufen am 25. August 2026.
  28. ↑ Kunst bei Miele im Kö-Bogen. In: IHK-Magazin. Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf, abgerufen am 25. August 2026.