| Meridiocichla salotti | ||||||||||||
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name der Gattung | ||||||||||||
| Meridiocichla | ||||||||||||
| Louchart, 2004 | ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name der Art | ||||||||||||
| Meridiocichla salotti | ||||||||||||
| Louchart, 2004 |
Meridiocichla salotti ist eine ausgestorbene Drosselart, die während des späten Quartärs Südeuropa bewohnte. Sie ist die größte jemals aus Europa bekannte Drosselart und erreichte etwa die Größe einer Himalajaerddrossel (Zoothera dauma). Ihre phylogenetischen Beziehungen zu anderen Drosselarten sind unklar.
Meridiocichla salotti war mit Abstand die größte Drossel in ihrem Ökosystem und ähnelte in der Größe einer Himalajaerddrossel. Wie andere Drosseln war sie ein Allesfresser. Trotz ihrer großen Körperlänge und ihres insularen Lebensraums deuten die gefundenen Fossilien darauf hin, dass die Art flugfähig war. Das Verhältnis der Länge von Oberarmknochen zur Ulna lag zwischen dem stärker wandernder Drosselarten und dem eher standorttreuer Arten wie der Horsfield-Drossel (Zoothera dauma horsfieldi) oder der Wanderdrossel (Turdus migratorius). Die genauen Wanderrouten von Meridiocichla salotti sind unbekannt.
Die einzigen bekannten Fossilien von Meridiocichla salotti stammen von den Inseln Korsika und Kreta im Mittelmeer. Die Fossilien aus Korsika bestanden aus einem Zwischenkieferknochen aus der Funtanedu-Höhle (datiert ins späte Pleistozän oder Holozän) sowie aus zwei Oberarmknochen aus der Coscia-Höhle (spätes Pleistozän), während die Funde auf Kreta aus der Liko-Höhle (spätes Pleistozän) stammen. Die korsischen Fossilien wurden als „sehr groß“ beschrieben, deren Schnabel größer war, als der der Misteldrossel (Turdus viscivorus). Ihre große Körpergröße deutete darauf hin, dass es sich um eine Drossel und nicht um einen Vertreter der Fliegenschnäpper oder der Stare handelte, und direkte Vergleiche der Oberarmknochen ergaben eine exakte Übereinstimmung mit großen Drosseln der Gattungen Turdus und Zoothera, aber auch mit den Pfeifdrosseln (Myophonus). Die Fossilien wurden formell beschrieben und in die monotypische Gattung Meridiocichla gestellt, hauptsächlich aufgrund von Unterschieden in der Schnabelmorphologie. Die Art wies eine sehr große Körpergröße auf. Sie hatte jedoch einen kurzen, aber kräftigen Schnabel. Der Gattungsname Meridiocichla ist eine Kombination aus dem lateinischen Wort meridionalis, „südlich“ (in Bezug auf ihre mediterrane Verbreitung), und dem griechischen Wort kikhle, „Drossel“. Das Artepitheton ehrt die Paläontologin und Archäologin Michelle Salotti.
Es ist unwahrscheinlich, dass die Spezies ausschließlich auf Korsika und Kreta beschränkt war, sowohl aufgrund der Entfernung zwischen den Inseln als auch wegen mehrerer unbestätigter Überreste aus dem kontinentalen Frankreich und Italien sowie von Mallorca. Die Überreste zeigten keine Anzeichen insularer Endemismen; möglicherweise dienten die Mittelmeerinseln lediglich als Winterquartiere der Art.
Meridiocichla salotti schien bereits im späten Pleistozän selten gewesen zu sein, und ihr Verschwinden fiel mit den Quartären Aussterbewelle zusammen. Wie bei der pleistozänen Megafauna könnte ihre große Körpergröße eine Rolle bei ihrem Aussterben gespielt haben. Dies ist darauf zurückzuführen, dass große Arten geringere Populationsdichten und kleinere lokale Bestände aufweisen, insbesondere auf Inseln, wo einheimische Arten gegenüber neuen Bedrohungen besonders anfällig sein können.