Der Messines Ridge British Cemetery (französisch Cimetière britannique de Messines Ridge) ist ein Soldatenfriedhof in Belgien für Gefallene des Ersten Weltkriegs. Er wird von der Commonwealth War Graves Commission verwaltet und befindet sich auf dem Gebiet der Gemeinde Mesen (Messines) in der Provinz Westflandern, im Ypernbogen der Westfront.
Der Messines-Kamm (Messines Ridge) bei Mesen war Schauplatz einer Reihe von Schlachten während des Ersten Weltkriegs, Er war ein strategisch wichtiger Ort, nicht nur wegen seiner erhöhten Lage, sondern auch wegen des unterirdischen Befestigungssystems unter dem ehemaligen Kloster. Deutsche Truppen nahmen Messines Ende Oktober 1914 ein. Im weiteren Verlauf des Krieges bildete der Ort den südlichen Zipfel des Ypernbogens, und im Juni 1917 vertrieb die New Zealand Division die Deutschen in der Schlacht bei Messines, wobei sie 3700 Verluste erlitt. Im März 1918 ging Messines im Rahmen der Frühjahrsoffensive wieder an die Deutschen verloren, ehe der Ort im September 1918 während der Hunderttageoffensive erneut unter die Kontrolle der Alliierten gelangte.
Der Messines Ridge British Cemetery wurde nach dem Ersten Weltkrieg angelegt, um die sterblichen Überreste von Soldaten zu bergen, die von mehreren kleineren Friedhöfen in der Umgebung zusammengetragen worden waren. Dazu gehörten der Bell Farm Cemetery, der Blauwepoortebeek Cemetery, der Bousbecques East German Cemetery, der Bristol Castle Military Cemetery, der Lumm Farm Cemetery, der Middle Farm Cemetery, der Onraet Farm Cemetery, der Queensland Cemetery und der River Douve Cemetery. Auf den meisten dieser Friedhöfe ruhten Soldaten, die im Zeitraum von Juni bis Dezember 1917 gefallen waren. Auf einem davon, dem Bousbecques East German Cemetery, lagen vier britische Soldaten, die im November 1914 gefallen waren, während der Bristol Castle Military Cemetery aus dem Zeitraum September–Oktober 1918 stammte.
Der Friedhof wurde vom britischen Architekten Charles Holden entworfen. Er liegt an der Straße von Mesen westwärts nach Wulvergem, hat einen rechteckigen Grundriss mit einer Fläche von 6183 m² und ist von einer Natursteinmauer umgeben. Dort ruhen die sterblichen Überreste von 1543 alliierten Soldaten, von denen mehr 957 nicht identifiziert sind. Er entstand auf einem Gelände, das früher der Institution Royale de Messines gehörte, einer 1776 von Kaiserin Maria Theresia gegründeten karitativen Stiftung.
Auf dem Friedhof befinden sich besondere Gedenkstätten für mehrere Soldaten, von denen angenommen wird, dass sie zu den unbekannten Verstorbenen gehören, die auf dem Friedhof beigesetzt sind. Es handelt sich dabei um vier Briten, zehn Australier, dreizehn Neuseeländer und ein Südafrikaner. Darüber hinaus gibt es besondere Gedenkstätten für dreizehn britische Soldaten, die während des Krieges auf anderen Friedhöfen in der Umgebung beigesetzt wurden, deren Gräber jedoch durch Artilleriefeuer zerstört wurden.
In der Gegend werden nach wie vor gelegentlich Leichen gefunden, die oft auf dem Friedhof beigesetzt werden; eine davon wurde beim Verlegen einer Rohrleitung entdeckt und am 25. Februar 2013 offiziell beigesetzt. Obwohl die Identität des Soldaten nicht bekannt war, ging man davon aus, dass es sich um einen Neuseeländer handelte, da man bei seinen Überresten Abzeichen und Ausrüstungsgegenstände der New Zealand Rifle Brigade fand. Dies folgte auf eine weitere Beisetzung eines unbekannten Neuseeländers im Jahr zuvor.
Am Eingang zum Friedhof steht das ebenfalls von Charles Holden entworfene New Zealand Memorial to the Missing (Neuseeländisches Denkmal für die Vermissten), das an 840 Soldaten der New Zealand Expeditionary Force erinnert, die in dieser Gegend gefallen sind und kein bekanntes Grab haben. Das Denkmal hat die Form eines Cross of Sacrifice auf einem runden Sockel, um den herum Tafeln mit den Namen der Vermissten angebracht sind. Zu diesen gehört der Name des Rugby-Nationalspielers George Sellars, der während der Schlacht bei Messines fiel.
Koordinaten: 50° 45′ 53,5″ N, 2° 53′ 26,9″ O