| Basisdaten | |
|---|---|
| Ortslage | Cluj-Napoca, Florești |
| Eröffnung | 2032 (geplant) |
| Netz | |
| Linien | 1 (geplant) |
| Streckenlänge | 21,03 km (geplant) |
| Stationen | 19 (geplant) |
| Tunnelstationen | 19 (geplant) |
| Technik | |
| Spurweite | 1435 mm |
| Stromsystem | 750 V DC Stromschiene |
| Planungsstand 2023 (nicht offiziell) | |
Die Metro Cluj (rumänisch Metroul din Cluj) ist ein geplantes Metrosystem in Cluj-Napoca (deutsch Klausenburg), Rumänien. Die erste Linie soll Florești mit dem Stadtzentrum und dem Osten von Klausenburg verbinden.
Vor dem Hintergrund des starken wirtschaftlichen Wachstums der Stadt und der umliegenden Gemeinden, einer zunehmenden Besiedlung des Umlands und der steigenden Verkehrsbelastung wurden Ende der 2010er Jahre Planungen zum Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs in der Metropolregion aufgenommen. Das Konzept sah eine neue Metrolinie in Cluj-Napoca sowie einen verdichteten Vorortverkehr auf den bestehenden Eisenbahnstrecken vor. Im Dezember 2018 vereinbarten Cluj-Napoca und die Gemeinden Florești, Gilău, Apahida, Baciu, Jucu und Bonțida die gemeinsame Ausarbeitung der erforderlichen Studien.
Der Vorortverkehr wurde unter der Bezeichnung „Tren Metropolitan Cluj“ konzipiert. Er sollte die bestehenden Bahnstrecken im Korridor zwischen Gârbău, Cluj-Napoca, Apahida und Bonțida nutzen und durch neue sowie modernisierte Haltepunkte besser erschlossen werden. Die Metro und der Tren Metropolitan wurden als eigenständige, aber miteinander zu verknüpfende Bestandteile eines Gesamtprojekts geplant. Nach der Ausschreibung im April 2019 ging der Auftrag für die Vor- und Machbarkeitsstudien im April 2020 an ein Konsortium aus SWS Engineering, SYSTRA und Metrans Engineering.
Die im Oktober 2021 fertiggestellte und im November 2021 vom Stadtrat genehmigte Machbarkeitsstudie für die Metro sah eine 21,03 Kilometer lange Trasse mit 19 Stationen vor. Als Vorzugsvariante wurde eine Verbindung von Florești über Piața Unirii und Piața Mărăști nach Muncii beziehungsweise Europa Unită mit einem Depot im Ortsteil Sopor festgelegt. Ende 2022 wurde für die erste Bauphase eine Finanzierung über den rumänischen Aufbau- und Resilienzplan (rumänisch Planul Național de Redresare și Reziliență, PNRR) im Rahmen des europäischen Wiederaufbaufonds gesichert. Im Mai 2023 erhielt ein Konsortium aus Gülermak, Alstom und Arcada den Zuschlag für Planung und Bau mit einer Vertragslaufzeit von 96 Monaten und Ausführungsbeginn zum 1. September 2023.
Nach der im April 2024 angeordneten Enteignung der für das Projekt benötigten Grundstücke und der Erteilung der Baugenehmigung im Mai begannen am 5. Juni 2024 in Florești die Vorarbeiten. Der mit der PNRR-Finanzierung verknüpfte Zeitplan ließ sich jedoch nicht einhalten. Bis Ende August 2026 hatte der Tunnelvortrieb noch nicht begonnen. Nach dem Ende der PNRR-Finanzierung wurde die Finanzierung neu strukturiert. Ende September 2026 wurde ein neuer Vertrag über das Programm „Transport 2021–2027“ unterzeichnet, der 17,8 Kilometer der Trasse abdeckt. Davon sollen 8,8 Kilometer bis Ende 2029 fertiggestellt werden. Als neuer Zieltermin für die vollständige Fertigstellung der Metrolinie wurde nun das Jahr 2032 genannt.
Die geplante Strecke beginnt in Florești und führt in östlicher Richtung nach Cluj-Napoca. Über den Stadtteil Mănăștur erreicht sie die Innenstadt. Zu den wichtigsten Stationen gehören Piața Unirii und Piața Avram Iancu. Anschließend führt die Strecke bis zur Piața Mărăști im Stadtteil Mărăști.
In Piața Mărăști teilt sich die Strecke. Ein Ast soll weiter nach Osten in Richtung Muncii führen und dort an die Eisenbahn anschließen. Der zweite Ast soll die Stadtteile Gheorgheni und Sopor erschließen und bis Europa Unită führen. Das Depot ist in Sopor vorgesehen.
Die Strecke soll mit Ausnahme der Verbindung zum Depot vollständig unterirdisch verlaufen. Insgesamt sind 19 unterirdische Stationen vorgesehen.
Die Metro soll in Normalspur mit einer Spurweite von 1435 Millimetern gebaut werden. Die Stromversorgung soll mit 750 V Gleichspannung über eine dritte Stromschiene erfolgen.
Für die Zugsicherung ist ein CBTC-System des Typs Urbalis von Alstom vorgesehen. Der Betrieb soll vollständig automatisiert nach dem Automatisierungsgrad GoA 4 erfolgen. Zu den vorgesehenen technischen Einrichtungen gehören unter anderem Bahnsteigtüren, ein zentrales Leitsystem sowie Kommunikations- und Sicherheitssysteme.
Die Tunnel zwischen den Stationen sollen mit Tunnelbohrmaschinen hergestellt werden. Vorgesehen sind zwei parallele Tunnelröhren. Die Stationen sollen unterirdisch errichtet werden. Das Depot in Sopor soll oberirdisch entstehen.
Als Rollmaterial sind dreiteilige Züge mit einer Länge von 51 Metern und einer Breite von 2,65 Metern vorgesehen. Die Höchstgeschwindigkeit soll 80 km/h betragen. Die Kapazität wird mit 380 Fahrgästen bei Nennbelegung und 540 Fahrgästen bei maximaler Auslastung angegeben. Insgesamt sollen 26 Züge beschafft werden. Die Beschaffung des Rollmaterials soll über einen gesonderten Vertrag erfolgen.
Bei einem Zugfolgeabstand von 90 Sekunden ist eine Beförderungsleistung von 15.200 Fahrgästen je Stunde und Richtung bei Nennkapazität beziehungsweise 21.600 Fahrgästen je Stunde und Richtung bei maximaler Auslastung vorgesehen. Dies entspricht 40 Zügen je Stunde und Richtung.