Mette Moltesen

Mette Moltesen ist eine dänische Klassische Archäologin, die lange Jahre an der Ny Carlsberg Glyptotek in Kopenhagen wirkte. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf den Gebieten der antiken Plastik, der Etruskologie und der Sammlungsgeschichte.

Leben und Leistungen

Mette Moltesen studierte Klassische Archäologie an der Universität Kopenhagen und erlangte dort 1973 ihren Master-Abschluss. Sie war von 1978 bis zu ihrer Pensionierung 2012 für mehr als 30 Jahre Kuratorin an der Ny Carlsberg Glyptotek in Kopenhagen, einer der bedeutendsten Sammlungen antiker Skulpturen der Welt, zuletzt im Range einer Museumsinspektorin. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt einerseits auf den Werken der antiken Skulptur und der Geschichte der Sammlung der Ny Carlsberg Glyptotek, auf der anderen Seite auf der Etruskologie, dort insbesondere bei der Malerei der etruskischen Gräber. An Ausgrabungen nahm sie unter anderem in La Giostra bei Rom teil, wo ein Militärlager aus der mittleren römischen Republik gefunden wurde, sowie am Nemisee, wo eine römische Villa gefunden wurde.

Ausgehend von Objekten in der Kopenhagener Glyptotek forscht Moltesen zu einzelnen Statuen, etwa der Statuengruppe vom Esquilin, dem Antinoos Casali oder den fliehenden Niobiden. Bei einer mit Cornelia Weber-Lehmann 1991 kuratierten Ausstellung in Kopenhagen, die 1992 auch im Winckelmann-Museum in Stendal gezeigt wurde, verband sie ihr Interesse an der bildlichen Grabkunst der Etrusker mit der Fachgeschichte insbesondere des Kopenhagener Museums, wurden hier doch historische Faksimiles der etruskischen Grabmalereien gezeigt, die diese noch im Fundzustand zeigen und damit durch ihre Detailfülle und ihre Farben beeindrucken. Sie untersuchte die frühe Geschichte ihres Museums, insbesondere die Beziehung zwischen dem Sammler und Gründer Carl Jacobsen und seinem Kunstagenten in Rom, Wolfgang Helbig. Für den neuen Katalog der Sammlungen der Ny Carlsberg Glyptotek verfasste sie den Band zur Griechischen Klassik, mit Marjatta Nielsen zu den Etruskern und Mittelitalien, die Bände zwei und drei zur römischen Kaiserzeit sowie mit P. J. Riis und Pia Guldager den ersten Band des Skulpturenkatalogs mit den Werken der zypriotischen, ägäischen und graeco-phönizischen Kunst des Dänischen Nationalmuseums.

Moltesen ist seit 1987 korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts.

Publikationen (Auswahl)

Herausgeberschaften

Anmerkungen

  1. ↑ Autoreninformation bei Museum Tusculanum Press.
  2. ↑ Mette Moltesen: The Aphrodisian sculptures in the Ny Carlsberg Glyptotek. In: Aphrodisias papers. Recent work on architecture and sculpture. Ann Arbour 1990, S. 133–146; Mette Moltesen: The Esquiline group. Aphrodisian statues in the Ny Carlsberg Glyptotek. In: Antike Plastik. Band 26. Hirmer, München 2000, S. 111–129.
  3. ↑ Mette Moltesen: The Antinous Casali in the Ny Carlsberg Glyptothek. In: Analecta Romana Instituti Danici. Band 30, 2004, S. 101–117.
  4. ↑ Mette Moltesen: Two Fleeing Niobids. In: Apollo. The international magazine of arts. Nr. 232, 1981, S. 362–365.
  5. ↑ Rezensionen: Ingrid Edlund-Berry, BMCR 2013.08.56; Carol C. Mattusch, Journal of Roman Archaeology 27, 2014, S. 975–979.
  6. ↑ Rezension: Lien Foubert, BMCR 2008.04.33.
Personendaten
NAME Moltesen, Mette
KURZBESCHREIBUNG dänische Klassische Archäologin
GEBURTSDATUM 20. Jahrhundert