Michael Banton

Michael Parker Banton (* 8. September 1926 in Birmingham; † 21. Mai 2018 in Downe/Kent) war ein britischer Soziologe und Hochschullehrer.

Leben und Wirken

Nach dem Militärdienst in der Royal Navy während des Zweiten Weltkriegs begann Michael Banton 1947 das Studium der Soziologie und Wirtschaftswissenschaft an der London School of Economics, wo er u. a. durch Edward Shils beeinflusst wurde. Nach seinem Studienabschluss dort 1950 setzte er seine Studien fort, untersuchte den Alltag von Emigranten im Londoner East-End und betrieb Feldforschungen in Sierra Leone. Hieraus erwuchs seine Dissertation für die Promotion zum Ph.D. an der University of Edinburgh. Dort lehrte er dann bis 1965 als Dozent für das Gebiet der Sozialanthropologie, unterbrochen von einer Gastdozentur am Massachusetts Institute of Technology (1962/63). Im Jahre 1965 übernahm er eine Professur für Soziologie an der University of Bristol, die er bis zu seiner Emeritierung 1992 innehatte. Gastprofessuren übernahm er an Universitäten in den USA, Australien und Malaysia.

Banton wirkte über seine Hochschullehrertätigkeit hinaus seit 1951 in der British Sociological Association sowie in anderen Fachgesellschaften und war von 1967 bis 1969 der erste Herausgeber der Zeitschrift "Sociology". Er arbeitete vor allem über ethnische Gruppen und Rassendiskriminierung in Großbritannien. Von 1987 bis 1989 war er Präsident des Royal Anthropological Institute of Great Britain and Ireland. 2001 verlieh ihm die Universität Stockholm die Ehrendoktorwürde. Im gleichen Jahr wurde er mit dem Order of St Michal and St George ("Companion") ausgezeichnet.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Professor Michael Parker Banton. In: Royal Anthropological Institute / Obituaries; Professor Michael Banton. In: University of Bristol / News and Features vom 1. Juni 2018; Prof Michael Parker Banton. In: London Centre for Social Studies (alles abgerufen am 11. Mai 2026); Roger Ballard: Banton, Michael Parker. In: Vered Amit (Hrsg.): Biographical dictionary of social and cultural anthropology, Routledge, London 2004, S. 26–28, ISBN 0-415-22379-2.